Nornenadvent: Die Drabbles der Woche (3)

Heute kommt ihr zum letzten Mal in den Genuss der Drabbles aus unserem Adventskalender auf Facebook. Die Grafiken stammen aus der Feder von Elenor Avelle.

Lautloser Angriff (Eva-Maria Obermann aka Variemaa)

Sie kamen in der Nacht, zu Tausenden. Stillschweigend setzten sie zur Landung an, sprangen ab, segelten geräuschlos über den Dächern der Ahnungslosen. Lange genug hatten sie oben verharrt, gewartet auf das Zeichen, bereit zum Angriff.
Der Befehl kam von ganz oben, niemand bezweifelte ihn. Das war ihr Auftrag. Nichts konnte sie aufhalten. Ihr Vorteil lag in der Überraschung. Niemand erwartete sie, niemand war bereit. Sie landeten, wo sie gerade hinkamen: auf Dächern, in Vorgärten, mitten auf der Straße, auf Spielplätzen, neben Bahngleisen. Dies war ihr Bestimmungsort.
Erst am Morgen erkannten es die Überfallenen. Die ganze Welt lag unter einer Schneedecke.

Die Blätter des Lebens (Laura Kier)

Viele Blätter an einem Baum – jedes steht für sich doch keines ist allein. Tiere huschen den Stamm empor, suchen ein zu Hause zwischen dem hellen Grün. Raupen krabbeln umher und hoch oben im Geäst ziehen Drosseln ihre Jungen auf.
Es wird gezwitschert, geknabbert und gewachsen, bis sich Schmetterlinge und Vögel aus ihrer Kinderstube erheben und in unbekannte Weiten aufbrechen. Doch die Blätter bleiben zurück mit Erinnerungen an einen Sommer, in dem sie Schatten und Futter geboten haben.
Sie waren ein Teil des Lebens und leuchten zum Abschied in farbenfroher Pracht bis der Winter sie auffordert am Boden Schutz zu bieten.

Driving home for Chrismas (Nike Leonhard)

Das Radio dudelt Weihnachtslieder. In der Wirklichkeit ist nichts mit „Dashing“. Trotz 220 PS unter der Haube.
Kupplung, Gas, Bremse – Stillstand. Regen malt Schlieren in die Lichterkette der Bremsleuchten. Die Wischerblätter zerhacken den Takt von White Chrismas. Kupplung, Gas, Bremse – Hupe, weil so ein Idiot …
Nur nicht die Nerven verlieren. Lieber mit Barry White träumen. Kupplung, Gas, Bremse. Wusch-wusch machen die Wischerblätter. Nicht einschlafen. Es geht weiter; tatsächlich es rollt! Ihm wird warm vor Sehnsucht.
Die Wohnung ist dunkel und leer. Aber auf dem AB wartet Steffs Stimme: „Schatz, es wird leider später. Ich steh noch im Stau.“

Alle für eine, oder? (June Is)

Die erste Schildkröte in Knecht Ruprechts Fabrik kramte nach einem Taschentuch. „Hatschi!“
„Gesundheit“, sagte die zweite Schildkröte am Fließband. „Meinst du, du schaffst es, deine Geschenke zu verpacken?“
„He, schon wieder ein Geschenk von Kröte 1, so schaffe ich meine eigenen nicht!“, rief Kröte fünf von hinten.
„Entschuldigung, aber … Hatschi!“
Die zweite Schildkröte seufzte und sagte zur ersten. „Ich sortiere deine vom Band und wir verpacken sie später gemeinsam.“
„Danke.“
Als ein beträchtlicher Berg Geschenke angewachsen war, kamen auch Kröte drei und vier, um der ersten zu helfen.
Nur die fünfte fehlte, sie hatte sich übernommen und war umgekippt.

Wahre Liebe (Jana Jeworreck aka Moira)

Er trägt sie ehrenvoll schwebend hoch über seinem Kopf. Sie ist die Schönste, die er jemals trug und doch wird sie vergehen, wie alle anderen vor ihr.
Ihre Tränen laufen wie Schauer über seinen Körper, bevor ihr Geist erlischt. Er kann es nicht aufhalten. Er muss es ertragen und erleiden, obwohl sein Herz mit ihr zerfließt.
Und dann, jedes Jahr, wenn die Blätter fallen und auch vergehen, kommt eine Neue. Eine Zauberhafte, die leuchtet und glüht, wie die davor und ihr doch nicht gleicht, denn jedes Jahr ist es die Schönste, die Einzige, die wahre Liebe, die der Kerzenständer trägt.

In der Nacht (Eva-Maria Obermann aka Variemaa)

Die tiefschwarze Nacht war die perfekte Tarnung.
Während die Menschen in ihren Betten nichtsahnend vor sich hin träumten, schlich eine kleine Gestalt durch die Straßen und Gassen, einen Sack auf dem Rücken, und huschte unbemerkt in jedes Haus.
Lautlos öffnete sie jede Tür und kein Wachhund wagte es den Eindringling zu melden. Zielsicher fand er in jedem Heim das, was er suchte, kam ohne Umschweife zum Ziel und machte sich an seine geheime Arbeit.
Plötzlich ein Tippeln, eine Tür wurde jäh geöffnet und Flurlicht fiel herein, auf jenes Wesen. Ein paar kleine Augen weiteten sich in großem Erstaunen.
„Das Christkind!“

Deutschland, ein Wintermärchen … (Tiphaine Somer Elin)

Gestern die Nacht vor dem großen Tag. Heute der Tag vor dem Abend aller Abende. Draußen frohlocken die Glocken, innen brummt es vor Aufregung. Es wurde gebacken, geschmückt und gebraten. Schüsseln türmen sich, von den Öfen her dampft es, Tische biegen sich unter köstlicher Last.
In den Schaufenstern prangen die Sterne und leuchten den Weg, von überall wispert und raunt es. Schnee knirscht unter den dicken Sohlen der heimlich Tuenden. Dann folgen Zerlumpte ängstlich dem unglaublichen Ruf. Unzählige sind es, so traurig und einsam. Plötzlich öffnen sich Türen, Fenster, Grenzen und Herzen. Frohe Weihnachten wünscht Deutschland und teilt sein Glück.

Natürlich darf am Heiligen Abend ein besonderes Extra-Schmankerl nicht fehlen;-)

Santa Space (Elenor Avelle)

„Bringen sie uns unter Lichtgeschwindigkeit Nummer Eins. Bereiten sie alles zum Andockmanöver vor“, sagte Santa und kontrollierte, ob sein roter Anzug auch richtig saß.
„Ist die Tarnvorrichtung aktiviert?“ Der kleine schrumpelige Kerl neben ihm nickte. „Sehr gut. Das Raumschiff wird von der einheimischen Spezies als Rentierschlitten wahrgenommen. Die perfekte Tarnung für den 24.“
„Wollen sie sich jetzt abseilen?“, fragte Nummer Eins.
„So genau wollen wir es mit der Tarnung nicht nehmen. Beamen sie mich runter.“ Santa verließ das Fahrzeug. Nummer Eins seufzte sprang aus dem Schlitten und tätschelte Rudolph.
„Ich wünschte wirklich, er würde nicht so viel Star Trek gucken.“

Fragefreitag: Was wünschst du dir zu Weihnachten?

Willkommen beim Fragefreitag im Nornennetz. Hier beantworten unsere Mitglieder regelmäßig spannende, interessante und auch mal kuriose Fragen. Ihr könnt gerne auf den sozialen Medien unter dem Hashtag #NornenFragefreitag mitmachen. Wir sind auf eure Antworten gespannt.

Diandra Linnemann: Ganz profan – etwas Ruhe. Ab November beginnt bei mir der Stress mit Familientreffen und Geburtstagen, dazu kommen Jahresendvorbereitungen und Pläne für das kommende Jahr … das kann etwas stressig werden. Wenn ich zwischendurch dann nur mit einem Buch und den Katzen neben meinem Freund auf dem Sofa sitzen kann, ist das das beste Geschenk.

Jasmin Engel: Endlich mal nichts mehr Unangenehmes vor mir zu wissen; meinen aktuellen Roman veröffentlichen zu können; ganz ehrlich und nicht nur als Spruch: Frieden und Freiheit für Menschen und Tiere, die von anderen ausgebeutet werden.

Elenor Avelle: Weihnachtsstimmung. Ich habe früher nie verstanden, wieso meine Mutter zu allen Feiertagen am liebsten Ruhe wollte. Jetzt weiß ich wieso ^^

June Is: Dieses verflixte NaNoBuch so weit zu haben, dass es testlesertauglich wird.

Jule Reichert aka Möchtegernautorin: Zeit und Ruhe für meine Kinder, meinen Hund und mich.

Michelle Janßen: Etwas Zeit zum Schreiben, nicht nur privat sondern auch für die Uni. Leider ist die Zeit zwischen den Jahren immer so voll gepackt. Deshalb wünsche ich mir das dieses Jahr ganz aktiv und möchte für ein paar Tage nach Marbach, um mich in der Bibliothek da einzuigeln.

Janna Ruth: Meine inneren Dämonen zu besiegen und mir ein wenig von meinem alten Ich zurückzuerobern und natürlich einen plötzlichen Anstieg in den Buchverkäufen – Märchen und Weihnachten passen doch super zusammen 😛

Tiphaine Somer Elin: Ich wünsche mir ein verlässliches Umfeld und einen richtig guten Plan

Esther: Nichts. Einfach mal nichts. Ohne Erwartungen an das herangehen, was vor mir liegt. 🙂

Anne Colwey: Zeit, mit meinem Mann alleine wegzufahren.

Nuya: Mit Harry Potter-Merch kann man mich immer glücklich machen. Außerdem habe ich mein Faible für das Basteln von Karten, Geschenkkartons, etc. entdeckt. Papier, Stempel oder ähnliches sind deshalb immer gern gesehen.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Einfach mal in Ruhe etwas essen können. In den letzten Tagen unmöglich geworden und ich sehne es sehr herbei.

Last-Minute-Geschenkeidee – Basteltipp (Sarah König)

Hallo zusammen!

Es sind nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Die großen Besorgungen habt ihr sicher alle erledigt. Doch jetzt fällt euch ein: Mist, da fehlt mir noch eine Kleinigkeit für meine Nachbarin, die immer meine Pakete annimmt. Die Tagesmutter, den Busfahrer – oder ihr seid eingeladen und wollt nicht mit leeren Händen kommen.

Ihr braucht eine Kleinigkeit auf die Schnelle, die hübsch aussieht und trotz aller Einfachheit etwas hermacht.

Das Nornennetzwerk** hat heute für euch den ultimativen Last-Minute-Geschenktipp – eine kleine, feine Bastelei!

„Pizzabox“ für Mini-Rittersport

Was ihr braucht:
  • Tonkarton/Designkarton/Papier – passend mit Motiven oder neutral trotz Saison/Gelegenheit
  • Klebe oder Kleberoller (zB. Tesa)
  • Stift/Stempel/Schere
  • Deko: Sticker, Stanzmotive (klein oder groß), Klebepunkte (zB Doppelseitig 3 mm), farbig passender Karton für ein kleines Schild
  • Am besten noch ein Falzbrett. Wer das nicht hat, kann sich mit einem Lineal und der stumpfen Seite eines normalen Messers behelfen. Oder eine dünne Häkelnadel am Lineal entlang ziehen. Wichtig beim Falzen ist nur, dass man das Material nicht durchschneidet. Je nach Stärke eures Materials könnt ihr die betreffenden Seiten auch einfach umknicken.
Schritt 1:

Maße

Die Pizzabox solltet ihr euch auf dem Karton aufzeichnen. Wenn ihr ein Schneidebrett benutzt, dann benötigt ihr keine Zeichnung, sondern könnt direkt an die bezifferten Maße anlegen und schneiden.
Die Box hat eine Länge von insgesamt 14,5 cm. Eine Breite von 8 cm.

Schritt 1

Schritt 2:

Falzen oder Falten

Rundherum müssen 1,5 cm Rand gelassen werden, dieser wird gefalzt/geknickt.
Eine weitere Falzlinie ist auf der Längsseite nach einer Gesamtlänge von 6,5 cm und nach einer Gesamtlänge von 8 cm nötig. So erreicht ihr auch in der Mitte einen Streifen von 1,5 cm.
Mit einem Falzbrett oder Lineal die 1,5 cm anlegen, die den gesamten Rand umlaufen.
Per Lineal – Mit einem stumpfen Gegenstand am Lineal entlang ziehen und Druck ausüben.
Die Falz soll nur helfen, den evtl. dicken/sperrigen Karton in die richtige Richtung biegen zu können. Wer mit Papier bastelt kann hier einfach falten.

Zweiter Schritt

Schritt 3:

Schneiden

Im Uhrzeigersinn Einschnitte vornehmen. Siehe Nummer 1 – 4. Merken könnt ihr euch: Es ist immer ein kleines Feld, das geklebt wird, und eine längere Seite.

Einschneiden

Die Schnitte 5 und 6 müssen Keilschnitte sein.

Keilschnitte

In der Lasche des Deckels fehlt noch eine Aussparung, die ihr Schneiden oder ausstanzen könnt.

Der Deckel

Wenn ihr noch nicht wisst, welche Seite oben sein wird, dann entscheidet ihr im nächsten Schritt einfach, wo unten ist und holt die Aussparung dann nach.

Schritt 4:

Kleben

Wenn ihr wisst, was ihr wo hin falten müsst, erschließt sich euch schnell, wo nun geklebt wird. Ich benutze dafür die Kleberoller, aber auch flüssiger Kleber oder Klebestifte können funktionieren – je nach Material. Wer zB eine Steampunk-Box baut, der könnte auch tackern.

Die eingeschnitten Laschen werden nach innen geklebt. Die Laschen der Mitte werden am Rand der unteren Hälfte festgeklebt, um dem Boden mehr Stabilität zu verleihen. Wer bis jetzt noch nicht wusste, welche Seite unten ist, entscheidet dies nun und holt unter Schritt 3 die Aussparung am Deckel nach.

Schritt 5:

Deko

Überlegt euch, wie der Deckel gestaltet werden soll. Ein Schild? Ausgestanzte Motive? Sticker? Es gibt tolle Kleinigkeiten zu kaufen, um solche kleinen Aufmerksamkeiten noch zu schmücken. Ich empfehle hier Bastelläden oder 1-Euro-Geschäfte. Ich habe mich bei diesem Beispiel für ein kleines Schild und ein paar winzige Schmetterlinge entschieden. Passt nicht zu Weihnachten? Ach Quatsch! Macht was ihr wollt- es kommt von Herzen und das ist die Hauptsache.

Einfach gut

Das Schild in gewünschter Größe des Deckels zuschneiden/ausstanzen und bestempeln, beschriften – was ihr wollt. Ich wähle zusätzlich kleine Schmetterlinge, die ich mit einer Ministanze ausgestanzt habe und klebe diese direkt auf das Schildchen, das Schildchen wiederum klebe ich leicht schräg auf.

Jetzt kommen kleine Helfer ins Spiel: Abstandshalter, doppelseitig klebende Puffer.

Kleine Helfer

Natürlich könnt ihr das Schildchen ohne Abstandsklebepunkte auch direkt auf den Deckel kleben. Oder sogar ganz weglassen – diese kleinen Boxen sehen auch wunderbar aus, wenn man einfach ein Schleifenband verwendet.

Kleine Überraschung

 

Schritt 6:

Inhalt

Wie der Titel schon sagt, in diese kleine Box passt perfekt ein Mini-Rittersport. Meine Lieblingssorte zum Beispiel.

Mhm, Marzipan

Aber auch andere kleine Köstlichkeiten. Probiert es einfach aus – was nicht passt, müsst ihr zur Not selbst verputzen.
Und wenn die oder der Glückliche es lieber nicht nur süß mag; Geldscheine lassen sich natürlich auf diesem Wege ebenfalls sehr edel verschenken.

Hier noch ein paar Beispiele:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ich wünsche euch viel Erfolg beim Nachbasteln! Vielleicht mögt ihr ja zeigen, wenn ihr diese kleinen Boxen für jemanden bastelt? Wir freuen uns, wenn ihr uns dazu Bilder schickt!

Das Nornennetz wünscht euch allen eine tolle Weihnachtszeit, besinnliche Festtage und erholsame Stunden mit euren Liebsten!

**Autorin des Artikels ist Sarah König