Fragefreitag: Was ist für dich das schlimmste Liebesklischee in Romanen?

Romantik. Da summen die Bienen, die Schmetterlinge Flattern, der laue Frühlingswind streichelt den Figuren ums Gesicht, ehe der erlösende Kuss kommt. Schmacht, schmelz, schnulz. Nichts driftet so schnell ins Kitschige ab, wie Liebesbeschreibungen. Darum fragen wir beim heutigen #NornenFrageFreitag: Was ist für dich das schlimmste Liebesklischee in Romanen? Wir sind auf eure Antworten gespannt.

Ist das noch Romantik oder ist schon Kitsch? Ein schmaler Grat in der Literatur. (Grafik: Elenor Avelle)

Grumpy Moon: Liebe auf den ersten F…Blick!

Katharina Ushachov aka Evanesca: Wie schnell die immer in Betten landen. Und natürlich, wie unfassbar gut und überragend immer der erste Sex ist. Das Schrägste war in einem Fantasybuch mit einem „Wächter für alles“, der vierhundert Jahre alt ist, nie eine Frau auch nur nackt gesehen hat und dann ein perfekter Liebhaber war.

Tiphaine Somer Elin: Diese ganze „Rape Fiktion“ Sache. Ich kann mir gerade noch vorstellen, dass sich zwei Menschen begegnen, die sich auf den ersten Blick so attraktiv finden, dass sie schnurstracks zwischen den Laken landen und weil sie so verrückt aufeinander sind, sogar richtig guten Sex haben. Was ich wirklich nur als Klischee sehen kann sind diese „Ich kann nicht anders, ich muss dich jetzt haben“- Szenen, bei der SIE erst gegen ihren Willen GENOMMEN wird und während des Gebens zur Nehmerin wird, die das alles genießt. Meines Erachtens ist das die Verherrlichung von Vergewaltigung und sonst gar nichts. Ein ganz anderer Schnack ist das, wenn SIE zuvor ihre Einwilligung gegeben hat, weil sie auf diese Form von Sex steht.

Michelle Janßen: Dieses „Hallo ich bin die Protagonistin und ich bin voll stark und komme alleine klar und OMG DIESER TYP IST SO SCHÖN ICH WERFE MEIN LEBEN WEG FÜR IHN“ – ugh.

Diandra Linnemann: Liebe auf den ersten Blick, einen Partner „retten“ oder „bessern“ können, perfekter Sex beim ersten Anlauf – wenn schon Liebe, dann bitte realistisch.

Sarah König: Die Liebe auf den ersten Blick kann ich hier nur verteidigen, selbst erlebt. Aber: Sich selbst dem anderen gegenüber verlieren (er/sie hat mehr (Geld, Macht, Beziehungen), kann mehr, will mehr).

Karin (e.) Novotny alias EmmaN: Dass zwei die einander lieben immer ein erfülltes Sexleben miteinander haben. Als müsste das zwingend so sein. Und das die Heldin immer treu ist und auf ihren Lover wartet (der nimmt es mit der Treue dann meist nicht immer so genau). Aber SIE spart sich auf für den EINEN! *gähn*

Jasmin Engel: Ein Paar ist zusammen und bald treffen beide oder einer von beiden ständig neue potentielle Partner oder mögliche Seitensprünge, die zu unwiderstehlichen Versuchungen werden.

Jana Jeworreck aka Moira: Alles was mit „Frau trifft auf Millionär“ zu tun hat! Die haben offensichtlich den Arzt im Groschenheftchen ersetzt. Aber bald sind Millionen auch nicht mehr genug. Der Billionär muß her …

June Is: Was EmmaN sagt.

Elenor Avelle: Wenn Charaktere ihrem Wesen untreu werden, um in die Liebesgeschichte zu passen, bin ich von ihr enttäuscht. Ich kann auch keine Geschichten mehr lesen, sehen oder hören, in denen die Frau den BadBoy dem netten Mann vorzieht, weil sie ihn als einzige auf den Pfad der Tugend führen kann.

Janna RuthDie Liebe auf den ersten Blick, obwohl der Gegenüber unausstehlich ist und man sich in einer Scheißsitutation befindet. „Ich finde ihn ja so zum Kotzen, aber bei der Vorstellung seine Haut zu berühren, werden meine Knie ganz weich.“

Fragefreitag: Kommen in deinen Büchern Eltern zentral vor?

Gestern war Christi Himmelfahrt – vielen besser bekannt als Vatertag oder Herrentag – und übermorgen bereits wird Muttertag sein. Der ideale Zeitpunkt, um zu reflektieren, ob auch in unseren Büchern Mamas und Papas vorkommen, oder ob wir sie wenn, dann lediglich als Nebenfiguren zeigen. Macht mit und verratet uns unter #NornenFrageFreitag: Kommen in deinen Büchern Eltern zentral vor oder schreibst du eher kinderlose Figuren?

Schreiben mit Leidenschaft – wer braucht da Freizeit?

Cazze: Bei meinem aktuellen Projekt kommen die Eltern vor und sind so etwas wie Mini-Anthagonisten (Pubertät ist ja schließlich das, wo die Eltern schwierig werden ^^). In einem anderen Projekt sind eher die Großeltern wichtig und in meinen restlichen Projekten sind sie eher unwichtig bis nicht vorhanden.

Tiphaine Somer Elin: In meiner Serie kommt das Thema Eltern/Familie vor, allerdings zeigt sich das noch nicht oder eher unterschwellig.

Katharina Ushachov aka EvanescaIch habe es mit ambivalenten Elternfiguren. In meinen kommenden Verlagsdebüt muss die Mutter ihre Kinder weggeben, weil der Vater ein … (Spoiler). In „Zarin Saltan“ wächst Anna bei der Mutter auf, da der Vater sich direkt nach dem Einwandern in Deutschland aus ihrem Leben verzieht. In „Unparallel“ habe ich einen fragwürdig handelnden Stiefvater, eine am Rad drehende Prota-Mutter und etliche Mütter, die nicht klischeehaften Mutterbild entsprechen, das man oft in der Literatur hat: Entweder ist die Mutter mütterlich oder tot. Keine Ahnung, warum eigentlich. Meine eigenen Eltern sind wundervolle Menschen und ich hatte eine super Kindheit.

Michelle Janßen: Ich habe das Gefühl, dass fast alle Bücher mit Waisen arbeiten – mich eingeschlossen. Keiner meiner Protas hat Eltern, außer in meinen Kinderbüchern. Whoops.

Jana Jeworreck aka Moira: Ein Familienfluch, die Last des Erbes, und Blut sind zentrale Elemente meiner derzeitigen Trilogie. Auch, welche langfristigen Folgen die Fehlentscheidungen der Eltern und Großeltern für die Nachkommen haben können und wie die Figuren damit umgehen. Gewürzt mit Glaubensfragen und Magie ergibt das eine schöne explosive Mischung.

Laura Kier: Meine Protagonistin Adara aus „Perfektion – Die Veränderten“ ist schwanger – zählt das? 😉 Bislang sind die meisten Protagonisten zu jung für Kinder. Aber das ist eher Zufall. Eltern sind für meine Charaktere (und mich) dennoch wichtige, oft zentrale Figuren.

Diandra Linnemann: Das wechselt – in „Magie hinter den sieben Bergen“ spielt die schwierige Beziehung zwischen Helena und ihrer Mutter eine große Rolle. Vor allem unterschiedliche Lebensgeschichten und Erwartungen machen alles kompliziert. Meine nächste Protagonistin wird auf jeden Fall selbst Mutter sein, das ist zentraler Bestandteil der Geschichte.

Alexandra Bauer: Eltern sind immer dabei. Die gehören doch zum Leben auch dazu! Das wäre ja genauso, als würden die Kinder fehlen, dann habe ich auch keinen Prota 😉

Sarah König: Bisher habe ich zwar schon einmal von einem Vater (ein König) und einer Mutter (einer Königin) geschrieben, aber das war mehr, weil die Erben im Mittelpunkt standen. Ich denke bei meinen Büchern oft an „Sidekicks“, die ich im ersten Atemzug dann nutze und toll finde, aber leider im Laufe des Romans verliere, bis sie dann in der Überarbeitung rausfliegen. In meinen bisherigen Projekten wären das Kinder gewesen. Und fliegende Schweinedamen.

Karin (e.) Novotny alias EmmaN: Ich gebe zu ich schreibe über kinderlose Figuren. Die Nebenfiguren sind dafür mit Kindern gesegnet. Eltern kommen auch als Randfiguren vor. Mich interessiert mehr das Jetzt der Figuren, als ihre Familienkonstellation.

Anne Zandt aka Poisonpainter: Meine längeren Geschichten arten irgendwie immer recht schnell zu „Familien“geschichten aus, da will dann jeder noch so popelige Nebencharakter plötzlich ne Hintergrundgeschichte, die bitte auch noch erzählt werden soll und sowieso und überhaupt! Kurios ist auch, dass ich recht häufig tote Mütter habe … da bin ich entweder Märchen-geschädigt oder hab mich schon unterbewusst lange im Vorfeld darauf vorbereitet, meine eigene Mutter verhältnismäßig früh zu verlieren.

Jasmin Engel: Mir fällt bei der Frage gerade auf, dass Eltern in meinen bisherigen Romanen eher nebenbei vorkommen, nicht zentral.

June IsEltern haben bei mir immer sehr coole Rollen, wenn sie mal vorkommen. Tröster, Unterstützer, Seelenheiler.

Jule ReichertDas kommt ganz auf die Geschichte an. Der Protagonist meines All Age-Projektes hat beide Eltern – und ja, für einen Zwölfjährigen bedeutet das großes Konflikprotetial. Die Protagonistin meines Blogromans hingegen ist in einem Waisenhaus aufgewachsen, was auch einen roten Faden in der Geschichte bildert.

Fragefreitag: Liebe und Fantasy – Yay oder Ney?

Der Wonnemonat Mai ist für uns eine Zeit, in der wir uns mit allerlei Romantik beschäftigen. Bevor wir uns da aber in die Materie stürzen, wollten wir erst mal wissen, wie unsere Nornen die Kombination Liebe und Fantasy so sehen. Und was meint ihr? Passen Liebe und Fantasy zusammen oder wird es dann nur ein großer Haufen Kitsch? Macht mit beim ersten #NornenFrageFreitag im Mai.

Braucht Fantasy von und über Frauen wirklich Liebe? (Grafik: Elenor Avelle)

Cazze: Liebe ist eine tolle Grundmotivation. Wenn sie dosiert eingesetzt wird (wie zum Beispiel in Harry Potter) dann ein Yay. Wenn sich die Hauptfigur über mehrere Bände nicht für ein Love-Interest entscheiden will, oder Storys á la „Er ist ein Arschloch, aber er ist sooooooo heiß“ dann ein riesengroßes Ney mit Weihwasser, Salz und Kreuz.

June Is: Eine Prise (!) Romantik schadet nie. Leider schütten die meisten ganze Säcke in die Stories, das finde ich etwas daneben.

Paula Roose: Was ist ein Buch ohne Liebe? Ich bin hoffnungslos romantisch.

Katharina Ushachov aka Evanesca: Ich bin unromantisch und froh über jedes Fantasybuch, das mal OHNE das lästige Liebesgedöns auskommt. Vor allem, weil ich sehr oft merke, dass die Liebesgeschichte nachträglich von der Marketingabteilung eines Verlags reingebracht wurde und sich nicht stringent und natürlich in die Handlung einfügt. Sowas hasse ich. Nichts gegen eine zarte, unterschwellig unter dem Plot pulsierende Liebesgeschichte wie in Der Stern von Erui von Sylvia Rieß, sowas liebe ich sehr. Es gibt so viele andere Dinge … Freundschaft, Loyalität, Verbundenheit … Warum muss es immer die romantische (oft erotische und oft heterosexuelle) Liebe sein? Und auch noch fast immer die auf den ersten Blick? Es gäbe so viele Möglichkeiten, deren Potenzial verschenkt wird.

Jule Reichert: So lange es plotrelevant ist und/oder Konflikt und Dynamik in die Geschickte bringt, gibt es von mir ein „Yay!“. Als Beiwerk zur Fantasy eignet sich Liebe genauso gut, wie andere zwischenmenschliche Aspekte (z.B. Freundschaft, Ängste, etc.). Das Liebesgedöns sollte allerdings nicht den Plot bestimmen, dann gibt es von mir ein klares „Ney!“.

Tiphaine Somer Elin: Liebe kann der Fantasy Flügel verleihen, aber sie sollte nicht den Horizont verdunkeln.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Ich finde, Liebe gehört zum Leben einfach oft dazu und darf darum auch in jeder Art von Literatur vorkommen. Zum Thema gemacht werden oder gar zentral behandelt muss sie aber nicht permanent. Lieber ist es mir, sie ist sinnvoll eingesponnen.

Janna Ruth: „Every good story has a love story. It doesn’t matter what genre you are writing in. If it doesn’t have some form of love in it, it often falls flat. We would have trouble relating to it. Love is what touches us. It doesn’t have to be a passionate romance. It can come in the form of an old friendship or deep respect. But love and compassion for one another is what makes us human and any story without it, is missing something. That’s why all my plots, no matter how fantastic or adventurous they are, have a love story at its core. Nothing overbearing that smothers the other aspects, but something quiet that shows real strength, will hold it all together and leave you with a good feeling, even if the love is a tragic one. At least, you have felt the most powerful and fulfilling emotion of all.“ (Aus „Far Beyond Reality“ von Janna Ruth)“

Michelle Janßen: Ney. Ich habe langsam genug davon, dass jedes Buch im Regal eine Liebesgeschichte beinhaltet. Fantasy ohne Romantik scheint nicht zu existieren, weswegen ich stark dafür plädiere, dass man mehr unromantische Fantasy schreiben sollte.

Jana Jeworreck aka Moira: Nur, wenn es nicht ausschließlich darum geht! Der Plot und die Fantasywelt sollten auch ohne Lovestory reizvoll sein und funktionieren.

Laura Kier: Romantasy? Bitte nicht! Ich mag keine Liebesromane, da brauch ich dann auch keine versteckten Liebesromane in der Fantasy. Ich habe nichts dagegen, wenn eine Lovestory mit drin ist, komme aber sehr gut ohne klar. Ich gehöre definitiv nicht zur Fraktion „in jedem Buch muss Liebe vorkommen“.

Diandra Linnemann: Solange die Liebe realistisch beschrieben ist, habe ich nichts dagegen, auch wenn mich Geschichten, in denen die Liebe das zentrale Element ist, selten ansprechen.

Alexandra Bauer: Öhm … 😀 Yay oder Ney?

Sarah König: Ein wenig Liebe hat noch niemandem geschadet.

Karin (e.) Novotny alias EmmaN: Liebe ist schon ok, aber bitte keine schwülstige endlose Romanze. Daher ein Yay.

Jasmin Engel: Vielleicht bin ich eine Romantikerin, aber eine Liebesgeschichte gehört für mich in jeden guten Roman, ob am Rande oder als Hauptsache, glücklich oder unglücklich. Für mich sollte es nur nicht das einzige Thema sein und nicht oberflächlich behandelt werden.

Fragefreitag: Welche*r ist dein*e liebste*r SP-Autor*in?

Im Mai wartet ein neues Monatsthema auf uns, aber nachdem wir uns den April über mit Selfpublishing beschäftigt haben, ist es nur legitim, einmal nachzufragen, wo alles richtig gemacht wird. Wir sind auf eure Empfehlungen gespannt und wollen wissen: Welche*r ist dein*e liebste*r SP-Autor*in (meine Güte, heute gibt es aber viele Sternchen). Macht mit unter #NornenFrageFreitag und verratet uns, wer im Bücherregal nicht fehlen darf.

Katharina Ushachov aka Evanesca: Klara Bellis. Sie ist leider viel zu unbekannt, dabei ist sie großartig. Ich liebe ihre „Trywwidt“-Reihe und ihren Humor!

Paula Roose: Liane Mars. Ihr „Band der Magie“ hat mich schlicht verzaubert. Inzwischen hat es ein Verlag übernommen.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Sylvia Rieß‘ Stern von Erui-Reihe ist einfach ein grandioses Werk, das mich immer wieder erstaunt und fasziniert.

Janna Ruth: Debra Dunbar mit ihrer „Imp Saga“. Die mit viel Humor und Biss eine grandiose Geschichte über Engel, Dämonen und viele Zwischenformen erzählt.

Diandra Linnemann: Sabine Osman – und das sage ich nicht nur, weil wir auch privat befreundet sind. Ihre Fantasyromane sind abwechslungsreich und bearbeiten vertrautes Gelände auf neue Art. Außerdem sind ihre Frauengestalten aktiv und stark, ohne sich dabei in „Männer mit Brüsten“ zu verwandeln.

Alexandra Bauer: Da gibt s zu viele, um jetzt einzelne Personen hervorzuheben. Ich habe über das SP sehr viele tolle Kollegen und Kolleginnen kennengelernt!

Sarah König: Tanja Rast – ein hammer Output, man weiß immer (im jeweiligen Genre), was man bekommt, wenn man sich einen Rast vornimmt.

Barbara Weiß aka TheBlueSiren: Benjamin Spang – Für mich ein rundum Multitalent mit Humor und der richtigen Balance zwischen Werbung und Inhalten. Dazu Dark Fantasy mit starken Frauenfiguren und tollen Twists.

Karin (e.) Novotny alias EmmaN: Katrin Ils – Die „Unstern“ – Reihe. Gute Story, flott erzählt.

Irina Christmann: Für mich git es nicht DEN/DIE LieblingsautorIn, es gibt Bücher, die ich mag und AutorInnen die ich mag. Manchmal nicht beides gleichzeitig.

Fragefreitag: Was ist der größte Nachteil beim Selfpublishing?

Diesen Monat reden wir Nornen viel über Selfpublishing, unsere Erfahrungen und warum wie es so toll finden. Aber natürlich ist nicht alles nur rosig, manche Punkte stehen sogar ziemlich deutlich auf der „Contra“-Seite. Welche, wollen wir heute wissen. Macht mit unter dem Hashtag #NornenFrageFreitag und verratet uns, wo ihr die größten Nachteile beim Selfpublishing seht.

Katharina Ushachov aka Evanesca: Man trägt das gesamte finanzielle Risiko. Wenn man nicht gerade selbst ein*e Coverdesigner*in ist, dann muss man zunächst mal Cover einkaufen. Und irgendwie auch an ein gutes Lektorat kommen. Kennt man nicht zufällig jemanden, der sich erbarmt (und dabei auch noch zu dem Job taugt!), geht das ins Geld, je fehlerhafter das Manuskript ist. Gerade Debüts sind in der Hinsicht oft abenteuerlich, oft schreibt man mit SP-Buch Nummer 1 erst schwarze Zahlen, wenn Buch 2 oder 3 auf dem Markt sind … Wenn man keine finanziellen Rücklagen hat, ist das dann ziemlich schwierig. Wenn man aber am Cover oder Lektorat spart, rächt sich das wieder durch mangelnde Verkäufe …

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Es gibt bei vielen Lesern und Buchhändlern noch immer eine große Hürde. SP ist als schnelle Veröffentlichungsmethode, ohne Hand und Fuß, verschrien. Werbung und Aufmerksamkeit zu bekommen ist ungemein schwieriger und mit viel mehr persönlichem Einsatz verbunden.

Janna Ruth: Sichtbarkeit. Als Selfpublisher hat man zunächst sehr wenige Möglichkeiten, sein Buch überhaupt sichtbar zu machen. Tatsächlich bleibt einem erstmal nur Social Media. Dies hat sicherlich einen großen Anteil, ist aber auch teilweise übersättigt, aber im Vergleich zum Ausliegen in Buchhandlungen oder Auftauchen in Listen, geht da mehr. Es ist also ein steiniger Weg, um sich erst einmal zu etablieren. Andere Aspekte sind natürlich Kosten und die quasi-Notwendigkeit eine eierlegende Wollmilchsau zu sein.

Michelle Janßen: Ich habe permanent das Gefühl, dass ich für niemanden schreibe. Man hat kaum Verkäufe und die paar die man macht, gehen meistens an Menschen, die man kennt. Das kann frustrierend sein, gerade wenn man noch ganz am Anfang steht.

Laura Kier: Die finanzielle Seite. Ich habe gerne die Zügel in der Hand und bestimme selbst, was ich wie umsetze, damit das Buch am Ende so ist, wie ich es haben möchte. Als Perfektionistin möchte ich natürlich alles besonders toll machen und das bedeutet auch Kosten. Lektorat, Cover, gedruckte Bücher, Marketing … Alles muss ich halt selbst in Vorkasse stemmen.

Jana Jeworreck aka Moira: Die Werbung in den sozialen Medien! Ich finde die permanente Selbstvermarktung schwierig und habe häufig das Gefühl, ich diene mehr den Konzernen als meinem Buch.

Diandra Linnemann:  Man muss entweder alles selbst können oder finanziell in Vorleistung gehen, wenn man sich Experten holt – und auch da muss man erst einmal Experten finden, mit denen man professionell auf einer Wellenlänge ist.

Alexandra Bauer: Einziger „Nachteil“ beim Selfpublishing sehe ich in der Vermarktung. Wenn man einen Hauptjob hat, bleibt dafür nicht viel Zeit.

Sarah König Der größte Nachteil ist für mich eine Mischung aus der Sichtbarkeit und der nicht vorhandenen Rückmeldung durch Leser. Die bekommt man als Verlagsautor außer in Form von Rezis ebenfalls kaum, aber wenn wir ehrlich sind schreiben wir eben nicht nur für uns, sondern wünschen uns, gelesen zu werden und für mich gehört auch dazu, zu erfahren, dass ich gelesen wurde.

Grumpy Moon: Für alles selbst verantwortlich zu sein… sprich: dasselbe, was für mich auch der größte Vorteil ist. Und dass ich laut deutschem Gesetz in Ermangelung eines Verlags verpflichtet bin, meine eigene private Adresse in das Buch zu schreiben, so dass jeder, dem mein Buch nicht gefällt, mal schnell vorbeikommen und mir das Fenster einwerfen kann.

Jasmin Engel: Ich könnte mich dann vermutlich nicht mehr so auf das Schreiben an sich konzentrieren und Marketing liegt mir leider nicht sonderlich.

Fragefreitag: Wie wichtig findest du ein Lektorat?

Immer mal wieder geistert durch die Welt der Selfpublisher die Meinung, ein Lektorat wäre überflüssig. Wir fragen heute unsere Nornen und euch. Macht mit unter #NornenFrageFreitag und verratet uns: Wie wichtig findest du ein Lektorat?

Katharina Ushachov aka Evanesca: Sehr wichtig. Und das nicht nur, weil ich Lektorin bin. Klar, es wird Fehler geben, die Schnellleser*innen ohne Autorenhintergrund ohnehin überlesen. (Aus eigener Erfahrung: Es wird auch schon mal nicht bemerkt, dass ein halbes Kapitel fehlt, weil die Technik versagt hat). Aber ich als Leserin, die gleichzeitig auch Autorin und Lektorin ist, möchte ein sauber gearbeitetes Buch. Ein schlampiges oder nicht vorhandenes Lektorat sorgt dann schon mal dafür, dass ich Bücher von der Person nie mehr auch nur mit der Kneifzange anfasse.

Tiphaine Somer Elin: Lektorat ist wichtig, ganz klar – aber und das ist ein GROßES aber: er oder sie muss passen. Zur Autorin, zur Geschichte, zum Schreibstil. Sich mit einem Lektor über einen Schreibstil (nicht Einzelfehler, sondern Stil!) rumschlagen müssen, weil er/sie ein völlig anderes Verständnis von einer guten Geschichte hat, kann einem die Lust am Werk nehmen. Also genau suchen und auch AUSsuchen, damit es wirklich passt.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Ohne Lektorat geht es nicht. Auch Autoren werden betriebsblind und übersehen kleine (und große) Logikfehler oder haben das Gefühl, manches wäre offensichtlich, was tatsächlich eher Fragen aufwirft. Ein gutes Lektorat findet diese Schwachstellen und hilft, sie auszubügeln, ohne den eigenen Stil oder die Intention zu verraten.

Janna Ruth: Natürlich ist ein Lektorat wichtig, aber ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage, dass gute (!) Testleser ein Lektorat am Anfang auch ersetzen können. Das hat nichts damit zu tun, dass ich den Kolleginnen nicht den Lohn für ihre Arbeit zugestehe, aber gerade am Anfang ist ein Lektorat für einen ganzen Roman oft weit außerhalb des Budgets eines Selfpublishers. Daher lässt sich mit einer kleinen kritischen Armada von Testlesern trotzdem ein gutes, wenn auch arbeitsintensiveres Lektorat ersetzen.

Michelle Janßen: Das kommt drauf an. Wenn man wirklich als AutorIn leben möchte, kommt man um ein professionelles Lektorat nicht herum. Ich kann allerdings verstehen, wenn Selbstpublisher die noch nicht das Kapital haben, diesen Schritt übergehen.

Laura Kier: Ich finde sehr wichtig, dass Lektoren oder andere Autoren den Text eingehend prüfen. Es muss in meinen Augen nicht zwingend Geld fließen, um ein Buch qualitativ aufzuwerten. Ich hatte bereits extrem gute Betaleser unter Autoren, die besser waren als ein bezahltes Lektorat. Von daher: es muss eine prüfende Instanz drüber, die noch nicht Textblind ist und den Text kritisch betrachtet.

Diandra Linnemann: Ein Lektorat ist nicht zwingend notwendig, macht aber garantiert jeden Text besser, wenn die Lektorin etwas von ihrem Handwerk versteht. Als SP leiste ich mir keines und arbeite den Text stattdessen mehrfach mit exzellenten Testlesern durch, aber mein erstes richtiges Verlagslektorat war doch noch einmal eine andere Hausnummer. Ich war quasi sehr genervt und sehr verliebt gleichzeitig, wie in einer guten Beziehung.

Alexandra Bauer: Es ist wichtig, denn eigenen Fehler findet man im Text nicht! Ich ärgere mich IMMER über Fehler im Buch – vor allem über die im eigenen. Leider passiert sowas auch trotz Lektorat, was nicht passieren sollte. Letztlich trifft es immer den Autor/die Autorin.

Sarah König: Prinzipiell finde ich es wichtig, aber ich sehe es wie einige andere Nornen auch: Es muss für den Anfang kein bezahltes Lektorat sein, es müssen aber immer gut ausgewählte Leser sein, die mit dir das Buch testen, dich kritisieren, etc. Da ich mir selbst das SP noch nicht zugetraut habe, habe ich mich zur Entscheidungsfindung natürlich auch damit beschäftigt. Und die Kohle, die man für Lektorat und mehr ausgeben soll sind einfach unverhältnismäßig hoch, für das enorme Risiko, nichts davon wieder einspielen zu können.

Barbara Weiß aka TheBlueSiren: Unverzichtbar! Alleine Testleser können schon so viele Ecken und Kanten eines Textes herausarbeiten, ein professionelles Lektorat scannt das Dokument und hilft dabei, das beste aus dem Text herauszuholen.

Jasmin Engel: Wichtig bis sehr wichtig. Ich habe für meinen zweiten Roman ein Lektorat in Anspruch genommen und die Lektorin hat noch Fehler und Schwächen gefunden, die meine beiden Testleser und ich wohl nie bemerkt hätten.

June Is: Ich wollte früher ohne Lektorat nichts veröffentlichen, mittlerweile tue ichs doch – allerdings ausschließlich auf der HP. Ich glaube aber nicht, dass es sonderlich gut ist.

Fragefreitag: Was ist für dich der größte Vorteil beim Selfpublishing?

Im April dreht sich im Nornennetz alles um das Thema Selfpublishing. Wir haben einige Selfpublisher in unseren Reihen und auch Autoren, die sowohl selbst, als auch von Verlagen veröffentlicht wurden. Noch immer schrecken viele Leser vor SP-Büchern zurück, erwarten niedrigere Preise und sind voreingenommen. Auch Buchhandlungen tun sich manchmal schwer damit, Bücher, die nicht aus einem Verlag kommen, ins Regal zu stellen. Dabei kann sich gerade hier ein wahrer Schatz verbergen. Wir wollen es heute wissen und fragen beim #NornenFrageFreitag: Was ist für dich der größte Vorteil beim Selfpublishing? Macht mit und verratet uns, welche Möglichkeiten ihr darin seht.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Auch Nischenthemen unterzubringen, vor denen Verlage gerade bei jungen Autor*innen zurückschrecken.

Janna Ruth: Seiner Kreativität freien Lauf lassen zu können und zum Beispiel schnell bei Aktionen reagieren zu können. Dazu kommt noch die Möglichkeit Geschichten unverfälscht schreiben zu können. So manches, was laut Marktforschungen nicht laufen würde, hat im Selfpublishing eine Chance.

Elenor Avelle: Prognosen über den Erfolg einer Geschichte, sind so eine Sache. Selfpublishing eröffnet Werken eine Chance, die bei Verlagen Schubladendenken zum Opfer fallen würden.

Grumpy Moon: Selbst über meinen Fortschritt zu bestimmen und nicht ständig auf andere angewiesen zu sein, so wie es leider bei den meisten anderen Dingen im Leben der Fall ist.

Katharina Ushachov aka Evanesca: Man sieht die Auswirkung oder Nichtauswirkung von Maßnahmen sofort, kann Verkäufe auf die Stunde genau tracken und sieht, was klappt und was nicht, auch in Hinblick auf Marketing. Bei Verlagen hat man ja nie den zeitnahen Blick auf die Verkaufszahlen, weil alles stärker verteilt ist. SP bedeutet, sofort alles zu erfassen und sofort reagieren zu können.

June Is: Freiheit bei Cover und Titel.

Paula Roose: Die Freiheit, meine Geschichten ohne Termindruck schreiben zu können, und ihnen so viel Zeit zu geben, wie sie nach meinem Gefühl brauchen. Außerdem liebe ich die Zusammenarbeit mit meiner Lektorin und der Coverdesignerin. Der gesamte Herstellungsprozess eines Buches, vom ersten Plotten bis zum Upload der fertigen Dateien, macht mir viel Spaß. Ich liebe Selfpublishing.

Tiphaine Somer Elin: Die Möglichkeit meinen eigenen Schreibstil schreiben zu dürfen.

Fragefreitag: Hat dein Lieblingstier dich bereits literarisch Inspiriert?

Es hat uns ja in den Fingern gejuckt, am Karfreitag nach dem Lieblingstanz zu fragen. Passend zu Ostern und dem Hasen ist es aber auch, mal in die aufblühende Natur zu blicken. Nächste Woche soll es ja tatsächlich endlich mal warm werden. Wir fragen beim #Nornenfragefreitag heute nach dem Lieblingstier und ob es schon einmal der literarischen Inspiration gedient hat. Macht mit auf den sozialen Kanälen, wir sind gespannt ob die Tendenz sich durchsetzt.

Diandra Linnemann: Ich hole mir viel Inspiration aus der Natur. Meine Lieblingstiere sind große Hunde, allerdings haben die es noch nie in meine Geschichten geschafft. Katzen hingegen, diese kleinen verwöhnten Biester …

June Is: Ich mag eigentlich alle felligen Tiere und manchmal auch andere (Leguane, etc). Daher gibt es einige Geschichten, wo sich diese Sympathie bemerkbar macht.

Sarah König: Ich liebe Schweine und habe bereits einmal eines als Inspiration in einen Roman eingebaut – ist aber im Lektorat rausgeflogen.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Katzen. Ich liebe Katzen und habe schon einige Gedichte über sie geschrieben. In meinen Romanen tauchen sie bisher noch nicht auf, aber das kann sich ja noch ändern 😉

Barbara Weiß aka TheBlueSiren: Katzen. Sie inspirieren mich durch ihre geheimnisvolle Art und ihre einzigartigen Wesenszüge.

Jasmin Engel: Meine beiden Lieblingstiere sind vielleicht eine seltsame Kombination: Tiger und Schweine. Beide sind schon in Kurzgeschichten und ein klein wenig in meinem Romanen vorgekommen.

Jana Jeworreck aka Moira: Löwen – sie sind wild, roh und unzähmbar und doch elegant und kraftvoll. Die Weibchen sind Jägerinnen und jagen im Rudel. Alles daran finde ich großartig. Ich würde mir einen Löwen halten, wenn ich könnte.

Katharina Ushachov aka Evanesca: Ich liebe Kaninchen, ich liebe Schlangen. Und Fledermäuse. Die sind so süß! Aber geschrieben habe ich bisher nur über knuffige Eichhörnchen.

Tiphaine Somer Elin: Ich liebe Orang Utans – so schlau und besonders – schreiben kann ich nicht über sie – ihr Schicksal bricht mir das Herz.

Sienna Morean: Mein Lieblingstier – der Löwe – inspiriert mich sehr häufig, wenn ich Fantasy Geschichten verfasse. Einfach, weil er für mich ein Symbol der Stärke ist.

Jule Reichert: Ich liebe alle Tiere, egal ob Fledermaus, Falke, Ozelot oder Nacktmull. Am meisten angetan haben es mir allerdings sicherlich Hunde und Wölfe. Und ja, Tiere aller Art kommen in meinen Geschichten vor, Hunde sind allerdings bevorzugte Mitstreiter.

Grumpy Moon: Katzen! Die Heldin meiner ersten Romanreihe war gewissermaßen Lara Croft in Katzenformat.

Fragefreitag: Was würdest du heute anders machen?

Langsam legt sich der Messeblues und wir hoffen immer noch auf den Frühling. Das kalte Wetter lässt uns ganz grüblerisch werden. Darum fragen wir heute beim #Nornenfragefreitag: Wenn du an deinen ersten Roman denkst, was würdest du heute anders machen? Macht mit in den sozialen Netzwerken, wir freuen uns auf euren Antworten.

Anne Colwey: Ich würde mir vor allem nicht mehr so einen Kopf um Alles machen, den Perfektionismus auf die Bahamas schicken und versuchen, weniger innere Ringkämpfe mit mir zu führen.

June Is: Nichts. Der war genau so, wie man sich den allerersten Roman ohne Schreibschulung und Coachings vorstellt: Grottig! Aber ich liebe ihn trotzdem.

Katharina Ushachov aka Evanesca: Oh, reden wir besser nicht darüber. Es hat seine Gründe, dass der erste von mir fertig geschriebene Roman anschließend fünf Jahre überarbeitet wurde und seit drei Jahren im Lektorat liegt. Und dabei waren die schlimmsten Klopper nicht mal mehr drin. Ich sage nur „Nebenfigur hat geheiratet, um ihre Mailadresse zu ändern“.

Jana Jeworreck aka Moira: Mir ein Lektorat suchen. Korrektorat hatte es schon. Das dazugehörige Hörbuch, so schön es auch geworden ist, einsparen. Aber es ist wie es ist und ich kann damit leben.

Jasmin Engel: Es würde definitiv eine Überarbeitung geben und nach den ProbeleserInnen noch eine zweite; ich habe meinen historischen Kurzroman einfach so gelassen und nie richtig überarbeitet.

Tiphaine Somer Elin: Ich würde mir sehr viel Zeit einräumen, um zu lernen wie ich (im Vorweg) eine SM Basis aufbaue, statt mich darauf zu verlassen, dass andere den Job tun, für den sie eingestellt wurden.)

Diandra Linnemann: Ich würde mir mehr Zeit zum Planen lassen. Da ich keinen ordentlichen Plot hatte, hat es sehr weh getan, alles Dutzende Male umzuwerfen. (Lustigerweise hatte ich das gleiche Problem bei meiner letzten Veröffentlichung auch, aber aus anderem Grund.)

Sarah König: Alles. Außer die Idee – die ist immer noch saucool. Aber ich bin jetzt auf jeden Fall besser und sicherer in meinem Handwerk. Eigentlich müsste ich meinem Priester eine zweite Chance geben.

Paula Roose: Ich würde ihn genauso wieder schreiben. Auch wenn er nicht perfekt ist. Er ist ein wichtiger Meilenstein.

Karin (e.) Novotny alias EmmaN: Das Problem (wenn es denn eines ist) bei mir ist, dass es mein erster Roman ist, an dem ich seit mehr als 10 Jahren schreibe. Und immer wieder überarbeite und anpasse, verwerfe und neu schreibe, und nie zufrieden bin. Würde ich mit etwas Neuem beginnen, so würde ich versuchen, es in einem Zug auch zu beenden, und nicht dauernd dran rumzudoktern und nie fertig zu werden.

Michelle Janßen: Ich schwanke zwischen alles und nichts. Einerseits ist der erste Roman ja typischerweise für die Schublade, andererseits ist er in meinem Fall wirklich unfassbar unterirdisch!

Sienna Morean: Weniger Rechtschreibfehler einzubauen. Ansonsten nichts.

Grumpy Moon: Mehr recherchieren. Ich hasse es zwar, und es geht auch gegen meine „Schreiben soll Spaß machen und keine wissenschaftliche Hausarbeit für die Uni werden“-Philosophie, aber hätte ich mir damals die Mühe gemacht, würde mir heute einiges leichter fallen.

Fragefreitag: Wer ist dein literarisches Vorbild?

Wenn ihr schreibt, habt ihr bestimmt das ein oder andere Vorbild in der Literatur. Vielleicht habt ihr das auch, wenn ich selbst nicht schreibt, aber eine Vorgehensweise, eine Geschichte hinter dem Geschriebenen oder schlicht den Stil bewundert. Darum fragen wir heute im #NornenFrageFreitag „Was ist dein literarisches Vorbild?“. Macht mit, hier oder auf den social media Kanälen.

Barbara Weiß aka TheBlueSiren: Michael Ende was die Verträumtheit angeht, Stephen King was die gruseligen Szenen angeht, Eva-Maria Obermann was die romantischen Szenen angeht.

Nike Leonhard: Rafik Schami, wegen der Leichtigkeit seiner Erzählweise. Carlos Ruiz Zafon, wenn es um den Umgang mit Drama und Klischee geht. Jane Austen für die Genauigkeit in den Details und Margareth Atwoot, wenn es darum geht, gesellschaftliche Fragen literarisch umzusetzen.

Jana Jeworreck aka Moira: Wegen ihrer historischen Beschreibungen, Gesellschaftsportraits, aber auch düsteren Romantik: Austen, die Bronte Schwestern, Mary Shelley. Wegen der Vieldeutigkeit und den Interpretationsebenen: Kafka und E.T.A. Hoffmann. Wegen des Weltenbaus: Tolkien, Martin, Rawling, Sprachlich: Charlotte Link, plottbezogen, erzählstark, bildlich und ohne schnörklige Eitelkeit.

Janna Ruth: Für Charaktertiefe und Vielseitigkeit George R.R. Martin und Robin Hobb. Joanne K. Rowling, weil es ihr gelingt, ihre Plots bis ins kleinste Detail auszubauen. Oscar Wilde und Günther Grass, weil sie das Telefonbuch erzählen könnten und ich würde begierig jedes Wort aufsaugen und Anne Bishop wegen der wahnsinnig tollen Ideen, auch wenn sie oft nicht immer bis zu Ende durchgeführt werden.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Im Grunde jedes Buch, das ich lese ein bisschen. Denn auch, wenn es mir nicht gefällt, lerne ich doch etwas dabei. Tief geprägt haben mich Terry Pratchett, Herman Hesse, Luise Cooper, Isabel Allende, Walter Moers und Juli Zeh – mit ganz unterschiedlichen Richtungen und Elementen.

Diandra Linnemann: Neil Gaiman – man soll seine Latte ja nicht zu niedrig hängen. Ich bewundere, dass er sich in verschiedenen Medien und für die unterschiedlichsten Leserschaften bewegt, als sei das alles ganz normal, und dabei mit jedem Buch etwas Neues schafft. „American Gods“ ist mein Für-immer-Lieblingsbuch, das habe ich in fünf Ausführungen zu Hause.

Jasmin Engel: Hermann Hesse für seine atmosphärischen Settings und vor allem für die Tiefgründigkeit und Poesie, Thomas Hardy für seine Landschaftbeschreibungen und seinen speziellen Humor, Marion Zimmer-Bradley für ihre tollen weiblichen Charaktere jenseits von Schubladen und Ursula K. Le Guin für ihre ungewöhnliche Science-Fiction.

June Is: Ray Bradbury.

Tiphaine Somer Elin: Wilhelm Busch wegen seiner innovativen, kreativen Sprache, Karl May für seine Fantasie und den Mut sie ohne Einschränkung zu Papier zu bringen, Mark Twain für seine Professionalität und viele andere für ihre tollen Geschichten.

Esther: Ich halte Neil Gaiman und Eiichiro Oda für die besten Geschichtenerzähler unserer Zeit; Terry Pratchett und Walter Moers bringen mich auf sehr unterschiedliche Weise zum Lachen, und derzeit prägen mich Kevin Hearne und Linsey Hall enorm. Wenn ich es eines Tages schaffe, ähnlich faszinierend/witzig/ungezwungen wie einer dieser sechs zu schreiben, dann geht ein Traum in Erfüllung.

Anne Colwey: Derzeit steht die Schriftstellerin Nina George bei mir sehr hoch im Kurs, weil sie verdammt gut schreibt und sich für Autorenrechte einsetzt.

Sarah König: Niemand. Ich würde aber gern mal ein Buch schreiben, dass auf andere so einen Einfluss hat, wie Nöstlingers „Gretchen Sackmeier“-Reihe auf mich hatte.

Paula Roose: Ich habe viele Vorbilder. Tolkien, Rebecca Gablé, Lewis, … Lesen ist für mich die beste Inspiration fürs eigene Schreiben.

Karin (e.) Novotny alias EmmaN: Marion Zimmer-Bradley, weil sie die erste war (die mir begegnet ist),die Frauen als Heldinnen auftreten läßt, Neil Gaiman für seine großartige Art, Geschichten zu erzählen – und nie ein Wort zuviel!, derzeit lese ich wieder Patricia McKillip und erkenne, dass es in den 70er Jahren einiges an frauenlastiger toller Fantasy gab, die nur nicht zu uns über den großen Teich gewandert ist.