Vorurteile gegenüber Autoren

Ein paar Jährchen ist es schon her, aber vergessen werde ich** es nie, dieses Picknick im Freien, bei dem meine Freunde und ich ein Spiel spielten, dessen Name mir nicht mehr einfallen will; es ging darum, sich gegenseitig einzuschätzen, und als ich an der Reihe war, stand die Frage im Raum, wie gerne (auf einer Skala von 1 bis 10) ich wohl Zeit in einer Bibliothek verbringen würde. Mein damals noch neuester Bekannter, der so gut wie nichts über mich wusste, außer dass ich gerne Bücher schreibe, meinte sofort, das wäre der ideale Ort für mich, weil ich doch so gerne lese. »Luna hasst Lesen«, kam es darauf wie aus der Pistole geschossen von meiner damaligen besten Freundin, und plötzlich beherrschte eine peinliche – wenn auch etwas amüsante – Stille die Runde.

Muss ich Lesen lieben, um Schreiben zu können? (Foto: Eva-Maria Obermann)

Dass ich Lesen hasse, halte ich für ein böses Gerücht, aber zumindest zur damaligen Zeit steckte durchaus ein Funken Wahrheit in der Aussage meiner Freundin, die mich besser kannte als jeder andere, und ich kann sehr gut nachvollziehen, wie sie darauf gekommen ist: Es stimmt, dass ich mich während meiner Studienzeit für das Lesen nicht besonders begeistern konnte, was in erster Linie an den vielen langen, oft unverständlichen und meistens langweiligen wissenschaftlichen Texten lag, die ich damals für die Uni lesen musste. Wenn man etwas lesen muss, dann macht es gleich viel weniger Spaß, erst recht, wenn es sich um ein Thema handelt, mit dem man sich unter anderen Umständen nie freiwillig beschäftigt hätte. Und wenn ich es dann nach ein paar mühsamen Stunden endlich durch hatte, stand mir der Sinn eher nach Entspannung in Form eines Videospiels oder eines gemütlichen Abends vor dem Fernseher, als nach noch mehr Lektüre.

Hier bin ich also, die Schreiberin, die angeblich nicht gerne liest.

Die Wahrheit sieht ganz anders aus: Mich in einem Buch richtig zu verlieren, so dass ich es gar nicht mehr aus der Hand legen möchte, eins mit der Handlung zu werden und die Charaktere derart ins Herz zu schließen, dass ich mir noch über die letzte Seite hinaus Gedanken um ihr Schicksal mache – das ist eines der schönsten Gefühle, die ich kenne. Zugegeben, es passiert mir nicht oft, da ich nun einmal sehr wählerisch bin und meine Freizeit gerade während des Studiums aus den oben genannten Gründen lieber anders verbracht habe, aber hin und wieder hatte ich doch das Glück, solche Bücher in der Hand zu halten. Trotzdem hält sich das hartnäckige Gerücht, ich würde das Lesen hassen, und das konnte genau genommen nur aufgrund eines anderen Gerüchtes entstehen:

Dass jeder, der gerne schreibt, auch eine richtige Leseratte sein muss.

Egal, ob eigene Freunde, Freunde von Freunden, nächste Familie oder entfernte Internet-Bekanntschaften: Erzähle ihnen, dass du Autorin bist, und so mancher möchte sofort mit dir über jedes Buch reden, das er je gelesen hat, ungeachtet des Genres und ohne dich zu fragen, ob du überhaupt gerne liest, denn das »weiß« er allein aufgrund der Tatsache, dass du schreibst. Aus diesem Grund hat mir eine Verwandte auch einmal zum Geburtstag ein willkürliches Buch geschenkt, einen historischen Roman von über tausend Seiten, der noch dazu der zweite Teil einer Reihe war, deren ersten Teil ich damals schon nicht kannte und bis heute nicht gelesen habe, denn ich mag historische Romane nicht einmal. Etwas, das meine Verwandte sicherlich gewusst hätte, wenn sie mich einfach nur gefragt hätte, statt davon auszugehen, dass ich mich als Autorin für jedes Buch der Welt interessiere.

Ich habe durch das Lesen von Büchern schon sehr viel an Wissen und Erfahrung gewonnen, neue Sichtweisen kennen gelernt, Ideen und Inspirationen gesammelt, und auch die eine oder andere stilistische Todsünde entdeckt, die ich in meinen eigenen Büchern seither unbedingt meide. Trotzdem identifiziere ich mich in erster Linie nicht als Leserin, denn es gibt noch etwas anderes, das ich lieber tue als Lesen, und das ist Schreiben. Das wiederum heißt allerdings nicht, dass ich Lesen hasse, eine simple Tatsache, die so mancher einfach nicht verstehen will.

Auch das Schreiben bringt mir nicht immer nur Spaß –

eine weitere Lektion, die ich vor allem in der Uni gelernt habe, denn wissenschaftliche Hausarbeiten sind nun einmal nicht dasselbe wie Romane. Und hier kommt ein weiteres Vorurteil ins Spiel, mit dem ich mich schon herumschlage, seit ich erstmals angefangen habe, mir über meine berufliche Zukunft Gedanken zu machen: dass Schreiben gleich Schreiben sei. »Warum wirst du nicht Journalistin?«, lautet eine häufige Frage von Menschen, denen ich erzähle, dass Romanautorin nun mal kein gewöhnlicher Bürojob ist und die meisten nebenbei noch etwas anderes machen müssen, um ein geregeltes Einkommen zu haben. »Du schreibst doch so gerne!«, heißt es weiter.

Wir lieben das Schreiben – aber immer? (Grafik: Elenor Avelle)

Der grundlegende Gedanke hierbei ist natürlich nicht falsch, denn zum Schreiben eines Romans gehört mehr als nur eine rege Fantasie; man sollte, wenn möglich, etwas von der Sprache verstehen, in der man sich ausdrückt, sowohl in stilistischer als auch grammatikalischer und orthografischer Hinsicht. Dies gilt für journalistische und wissenschaftliche Artikel ebenso wie für Texte über frei erfundene Sachverhalte. Aber genau hier wird es kritisch: Ich bleibe beim Schreiben nun einmal gerne in meiner eigenen Welt, erfinde lieber Figuren und Handlungen und bestimme selbst darüber, wie sich die Dinge fügen, als darüber zu berichten, wie dies in der wirklichen Welt geschieht. Das heißt natürlich nicht, dass ich nicht theoretisch eine gute Journalistin sein könnte, wenn ich wollte – ich will nur nicht, und es erstaunt mich jedes Mal, wenn das als Widerspruch zum Rest meiner Person betrachtet wird. Man geht schließlich auch nicht zu einem Punk-Rocker und bittet ihn, etwas Frommes in der Kirche zu spielen, nur weil beides mit Musik zu tun hat.

Was ich mit all dieser besserwisserischen Fachsimpelei eigentlich sagen will, ist, dass Autoren unterm Strich auch nur ganz normale Menschen mit ganz normalen individuellen Vorlieben, Stärken und Schwächen sind. Das sieht man schon, wenn man sich das Angebot an Romanen ansieht: Es gibt unzählig viele Genres und keinen einzelnen Autor, der sie alle gleich gut beherrscht. Also bitte, liebe Nicht-Autoren, erschreckt nicht, wenn ein Schriftsteller euch das nächste Mal gesteht, dass er in den letzten zwei Wochen keine Bücher gelesen hat, keine Karriere als Journalist anstrebt, oder eine beliebige andere Erwartung nicht erfüllt. Denn das Einzige, was wohl die meisten von uns gemeinsam haben, ist, dass wir keine Vorurteile mögen.

** Autorin des Beitrags ist Grumpy Moon.

Fragefreitag: Was ist für dich das schlimmste Liebesklischee in Romanen?

Romantik. Da summen die Bienen, die Schmetterlinge Flattern, der laue Frühlingswind streichelt den Figuren ums Gesicht, ehe der erlösende Kuss kommt. Schmacht, schmelz, schnulz. Nichts driftet so schnell ins Kitschige ab, wie Liebesbeschreibungen. Darum fragen wir beim heutigen #NornenFrageFreitag: Was ist für dich das schlimmste Liebesklischee in Romanen? Wir sind auf eure Antworten gespannt.

Ist das noch Romantik oder ist schon Kitsch? Ein schmaler Grat in der Literatur. (Grafik: Elenor Avelle)

Grumpy Moon: Liebe auf den ersten F…Blick!

Katharina Ushachov aka Evanesca: Wie schnell die immer in Betten landen. Und natürlich, wie unfassbar gut und überragend immer der erste Sex ist. Das Schrägste war in einem Fantasybuch mit einem „Wächter für alles“, der vierhundert Jahre alt ist, nie eine Frau auch nur nackt gesehen hat und dann ein perfekter Liebhaber war.

Tiphaine Somer Elin: Diese ganze „Rape Fiktion“ Sache. Ich kann mir gerade noch vorstellen, dass sich zwei Menschen begegnen, die sich auf den ersten Blick so attraktiv finden, dass sie schnurstracks zwischen den Laken landen und weil sie so verrückt aufeinander sind, sogar richtig guten Sex haben. Was ich wirklich nur als Klischee sehen kann sind diese „Ich kann nicht anders, ich muss dich jetzt haben“- Szenen, bei der SIE erst gegen ihren Willen GENOMMEN wird und während des Gebens zur Nehmerin wird, die das alles genießt. Meines Erachtens ist das die Verherrlichung von Vergewaltigung und sonst gar nichts. Ein ganz anderer Schnack ist das, wenn SIE zuvor ihre Einwilligung gegeben hat, weil sie auf diese Form von Sex steht.

Michelle Janßen: Dieses „Hallo ich bin die Protagonistin und ich bin voll stark und komme alleine klar und OMG DIESER TYP IST SO SCHÖN ICH WERFE MEIN LEBEN WEG FÜR IHN“ – ugh.

Diandra Linnemann: Liebe auf den ersten Blick, einen Partner „retten“ oder „bessern“ können, perfekter Sex beim ersten Anlauf – wenn schon Liebe, dann bitte realistisch.

Sarah König: Die Liebe auf den ersten Blick kann ich hier nur verteidigen, selbst erlebt. Aber: Sich selbst dem anderen gegenüber verlieren (er/sie hat mehr (Geld, Macht, Beziehungen), kann mehr, will mehr).

Karin (e.) Novotny alias EmmaN: Dass zwei die einander lieben immer ein erfülltes Sexleben miteinander haben. Als müsste das zwingend so sein. Und das die Heldin immer treu ist und auf ihren Lover wartet (der nimmt es mit der Treue dann meist nicht immer so genau). Aber SIE spart sich auf für den EINEN! *gähn*

Jasmin Engel: Ein Paar ist zusammen und bald treffen beide oder einer von beiden ständig neue potentielle Partner oder mögliche Seitensprünge, die zu unwiderstehlichen Versuchungen werden.

Jana Jeworreck aka Moira: Alles was mit „Frau trifft auf Millionär“ zu tun hat! Die haben offensichtlich den Arzt im Groschenheftchen ersetzt. Aber bald sind Millionen auch nicht mehr genug. Der Billionär muß her …

June Is: Was EmmaN sagt.

Elenor Avelle: Wenn Charaktere ihrem Wesen untreu werden, um in die Liebesgeschichte zu passen, bin ich von ihr enttäuscht. Ich kann auch keine Geschichten mehr lesen, sehen oder hören, in denen die Frau den BadBoy dem netten Mann vorzieht, weil sie ihn als einzige auf den Pfad der Tugend führen kann.

Janna RuthDie Liebe auf den ersten Blick, obwohl der Gegenüber unausstehlich ist und man sich in einer Scheißsitutation befindet. „Ich finde ihn ja so zum Kotzen, aber bei der Vorstellung seine Haut zu berühren, werden meine Knie ganz weich.“

Novizinnen fragen nach: Wie und wo schreibst du? (Anna Weydt)

Nachwuchs-Nornen können bei uns nicht nur reinschnuppern, sondern auch aktiv werden. Beispielsweise mit allerlei Fragen und einem Blogbeitrag. Heute hat Anna Weydt drei Nornen zu ihren Schreibgewohnheiten ausgequetscht. Wie ist das eigentlich so bei euch?

1. Du schreibst gerne, davon gehe ich aus. Aber was denn genau (Genre, Thema, Romane/Kurzgeschichten, …)?

Michelle Janßen
Ich schreibe am liebsten Urban Fantasy, Dystopien und Historienromane. Ich mag es sehr, mein Geschichtsstudium in meine Bücher einzubauen, was bei Historien und Dystopien sehr gut geht.

Eva-Maria Obermann
Da hast du mich schon. Ich probiere vieles aus. Wenn ein Thema mich begeistert, greife ich es auf. Ich fühle mich in der Fantastik sehr wohl, schreibe aber auch an ganz anderen Geschichten, die eher in den Bereich Gegenwartsliteratur passen, und ab und an auch eine Romanze, wobei ich da gerne gegen Klischees vorgehe. Kurzgeschichten und Romane haben ganz unterschiedliche Reize, aber ich arbeite gerne an beiden.

June Is 
Ich schreibe alles. Zumindest bisher. Am liebsten Urban Fantasy und Zwischenmenschliches in Kurzgeschichten (sofern das „kurz“ 20 Normseiten nicht überschreitet). Buchversuche bzw. das Beenden eines Romans scheiterten bisher an meiner Freude für Literaturwettbewerbe, die immer noch ein bisschen Vorrang haben.

2. Kam das Schreiben vor dem Lesen oder hast du dich erst in Geschichten fremder Autoren verloren, bevor du selber welche erfunden hast?

Michelle Janßen
Ich glaube das ging Hand in Hand. Geschichten schreiben hat mir schon immer Spaß gemacht, aber es war meine extreme Leseliebe, die mich auf die Idee gebracht hat, das als mehr als nur ein Hobby zu betrachten.

Eva-Maria Obermann
Beides kam miteinander. Ich habe mir schon immer Geschichten ausgedacht und erzählt. Mit 12 fing ich dann an, Gedichte zu schreiben und Kurzgeschichten, die ersten Romanmanuskripte hab ich später geschrieben. Geschichten von anderen Autoren finde ich immer wieder wichtig. Gute Romane können mich inspirieren, bei anderen denke ich einfach „das kannst du aber besser“ – und auch das ist Antrieb.

June Is
Ich würde sagen: beides gleichzeitig. Ich hatte der Welt seit dem Kindergartenalter viele Geschichten zu erzählen. Ob die das immer alle so interessiert hat, ist eine andere Geschichte.

3. Wie gehst du mit Schreibblockaden um? Hast du ein Patentrezept?

Michelle Janßen
Wenn ich merke, dass es nicht geht, lasse ich das Schreiben fürs erste sein. Wenn ich mich zu sehr pushe, verlängere ich die Blockade nur. Manchmal braucht das Gehirn einfach eine Pause.

Eva-Maria Obermann
Lesen, Ruhen, Haushalt. Beim Lesen komme ich oft auf neue, ganz andere Ideen. Auch das Lesen von Fachliteratur aus der Germanistik hilft mir da. Wenn ich mich ausruhe – und auch der Kopf Pause hat – können unbewusste Denkmuster sich entfalten. Der AHA-Effekt. So ähnlich funktioniert es auch mit dem Haushalt. Eigentlich bin ich in einer stupiden Arbeit gefangen und genau das bringt mir den Moment, wenn mein Hirn auf eine Lösung kommt. Allerdings brauche ich das zum Glück nicht so oft, was man an den Staubmäusen hier zählen kann.

June Is
Noch keine gehabt … kein Witz. Wenn der Flow kurzfristig stoppt, gehe ich chatten oder mache meine Nornenaufgaben. Ich habe auch kein Problem damit, drei Wochen gar nicht zu schreiben.

4. Wo ist dein absoluter Lieblingsplatz zum Schreiben, wenn du gerade nicht Zuhause oder in einem Café bist?

Michelle Janßen
Ich setzte mich gerne im Sommer an den Fluss, der direkt vor meiner Haustür fließt oder in den Wald. Dann schreibe ich natürlich per Hand.

Eva-Maria Obermann
Schwierig, ich schreibe meist zu Hause. Ansonsten bin ich nicht wählerisch. Sobald ich Stift und Papier hab, kann ich loslegen. Ob in der Uni oder im Zug, am Strand oder auf dem Berg, wenn ich die Möglichkeit habe, nutze ich sie.

June Is
An der Spree. Da kann man Berlins Facetten einatmen. Sowohl menschliche als auch Abgase. Hihi.

5. „Ein professioneller Schriftsteller ist ein Autor, der einfach nicht aufgegeben hat“ (Richard Bach) – stimmst du zu?

Michelle Janßen
Definitiv. Man scheitert dauernd, zweifelt an sich selbst, findet alles, was man geschrieben hat scheiße – das ist normal und da muss man durch. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das beim „Professionellen“ endet. Auch Leute, die mehrere Bestseller geschrieben haben, haben noch diese Zweifel. Ein professioneller Schriftsteller ist ein Autor, der an sich glaubt, nicht aufgibt und immer weitermacht, egal was passiert.

Eva-Maria Obermann
Absolut. Es gibt so viele Steine und Hürden. Schreiben muss sich entwickeln, vieles gehört in die Tonne und allein das Überarbeiten des eigenen Textes zeigt, wie wichtig es ist, nicht aufzugeben, nur weil der erste Satz noch nicht perfekt ist.

June
Hm. Teils. Ich denke, es spielen mehrere Faktoren eine Rolle, besonders das Feilen am eigenen Stil. Und die Beobachtung des Marktes. Stil und aktuelle (Lese-)Trends = Professionalität. Ich hoffe, ich habe jetzt kein Geheimnis verraten.

Nornengestöber zum Muttertag

Auch Mütter schreiben Bücher, nicht jede Frau will Mutter werden, oder kann es. Im Grunde ist Muttertag doch schon lange kein Ehrentag mehr, sondern eine Ausrede, 354 weitere Tage auf Müttern herum zu trampeln und gleichzeitig Mutterschaft als das Ultimo im Leben eine Frau zu mystifizieren. Darum gibt es heute bei uns die etwas andere #Nornenstöberrunde zum Muttertag.

Schreiben mit Leidenschaft – wer braucht da Freizeit?

Starke Frauen sind toll – aber manchmal gar nicht so leicht zu finden. Weder in der Literatur, noch in der Realität. Janine von Frau Hemingway hat eine interessante Buch-Liste erstellt, die einen Einstieg erleichtert und auch manch starke Frau noch überraschen kann.

Auch, wenn Schreiben nicht literarisch gemeint ist, ist die Organisation zwischen Kindern und Text nicht immer leicht. Einen guten Einblick zum Promovieren mit Kind findet ihr bei Janine. Der ganz normale Wahnsinn zwischen Schreiben und Erziehung, den auch Autor*innen mit Kindern gut kennen.

Auch als Thema in der Literatur eignet sich Mutterschaft. So zum Beispiel bei Antonia Baum. In der Berliner Morgenpost haben wir dazu einen lesenswerten Beitrag gefunden.

Auch unter den Nornen sind Mütter immer mal wieder ein Thema. Ganz vorne mit dabei ist da Tina Skupin, deren Roman Die Supermamas Mutterschaft und Superkraft auf amüsante wie interessante Weise verknüpft.

Erst gestern fand in Berlin die Demo #gegenKinderarmut in Berlin statt. Eine der Engagierten, die sich als Rednerin für Mütter und Alleinerziehende bereits einen Namen gemacht hat, ist Dr. Christine Fink. Mit ihrem Blog Mama arbeitet und in diversen anderen Medien macht sie regelmäßig darauf aufmerksam, dass „Familie“ in Deutschland eine eigenartige Definition erfährt und wie viele dabei benachteiligt werden. Und ja, sie ist auch Autorin.

Dass Mütter noch immer vom Arbeitsmarkt verdrängt werden und statt eines fraglichen Tages im Mai lieber mehr auf Gleichberechtigung, Betreuungsangeboten und der Entmystifizierung der Mutterrolle gearbeitet werden sollte, könnt ihr bei Face2Face nachlesen.

Auch ein Tabu-Thema ist dabei das Thema Risikoschwangerschaften. Diesem nähert sich Eva von Schreibtrieb – der Buchblog über das unstillbare Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis gravidarum) an. In ihrem Mai-Monatsspecial berichtet sie nicht nur von ihrer eigenen Erfahrung mit der Erkrankung, sondern spricht mit Fachleuten und erklärt, was Hyperemesis überhaupt ist und warum es dem Stereotyp der glücklichen Schwangeren so im Wege steht.

Einen historischen Blick auf die Mutterrolle bietet Planet Wissen mit mehreren Stationen rund um den Muttermythos. Angefangen bei Luise von Preußen bis hin zur heutigen Ambivalenz der Mutterfiguren.

Ein ganz anderes Tabu wird mit Andrea Roedigers Artikel über Mütter, die ihre Kinder verlassen haben, gebrochen. Auch Jahre nach #regrettingmotherhood wird die Frau noch immer verteufelt, sobald sie ihrer Familie den Rücken gekehrt hat.

Wie schreibende Mütter den Alltag meistern könnt ihr unter #Mamaschreibt nachlesen. Beispielsweise bei Nike Leonhard, die nach einem normalen Tag Bilanz zieht.

Fragefreitag: Kommen in deinen Büchern Eltern zentral vor?

Gestern war Christi Himmelfahrt – vielen besser bekannt als Vatertag oder Herrentag – und übermorgen bereits wird Muttertag sein. Der ideale Zeitpunkt, um zu reflektieren, ob auch in unseren Büchern Mamas und Papas vorkommen, oder ob wir sie wenn, dann lediglich als Nebenfiguren zeigen. Macht mit und verratet uns unter #NornenFrageFreitag: Kommen in deinen Büchern Eltern zentral vor oder schreibst du eher kinderlose Figuren?

Schreiben mit Leidenschaft – wer braucht da Freizeit?

Cazze: Bei meinem aktuellen Projekt kommen die Eltern vor und sind so etwas wie Mini-Anthagonisten (Pubertät ist ja schließlich das, wo die Eltern schwierig werden ^^). In einem anderen Projekt sind eher die Großeltern wichtig und in meinen restlichen Projekten sind sie eher unwichtig bis nicht vorhanden.

Tiphaine Somer Elin: In meiner Serie kommt das Thema Eltern/Familie vor, allerdings zeigt sich das noch nicht oder eher unterschwellig.

Katharina Ushachov aka EvanescaIch habe es mit ambivalenten Elternfiguren. In meinen kommenden Verlagsdebüt muss die Mutter ihre Kinder weggeben, weil der Vater ein … (Spoiler). In „Zarin Saltan“ wächst Anna bei der Mutter auf, da der Vater sich direkt nach dem Einwandern in Deutschland aus ihrem Leben verzieht. In „Unparallel“ habe ich einen fragwürdig handelnden Stiefvater, eine am Rad drehende Prota-Mutter und etliche Mütter, die nicht klischeehaften Mutterbild entsprechen, das man oft in der Literatur hat: Entweder ist die Mutter mütterlich oder tot. Keine Ahnung, warum eigentlich. Meine eigenen Eltern sind wundervolle Menschen und ich hatte eine super Kindheit.

Michelle Janßen: Ich habe das Gefühl, dass fast alle Bücher mit Waisen arbeiten – mich eingeschlossen. Keiner meiner Protas hat Eltern, außer in meinen Kinderbüchern. Whoops.

Jana Jeworreck aka Moira: Ein Familienfluch, die Last des Erbes, und Blut sind zentrale Elemente meiner derzeitigen Trilogie. Auch, welche langfristigen Folgen die Fehlentscheidungen der Eltern und Großeltern für die Nachkommen haben können und wie die Figuren damit umgehen. Gewürzt mit Glaubensfragen und Magie ergibt das eine schöne explosive Mischung.

Laura Kier: Meine Protagonistin Adara aus „Perfektion – Die Veränderten“ ist schwanger – zählt das? 😉 Bislang sind die meisten Protagonisten zu jung für Kinder. Aber das ist eher Zufall. Eltern sind für meine Charaktere (und mich) dennoch wichtige, oft zentrale Figuren.

Diandra Linnemann: Das wechselt – in „Magie hinter den sieben Bergen“ spielt die schwierige Beziehung zwischen Helena und ihrer Mutter eine große Rolle. Vor allem unterschiedliche Lebensgeschichten und Erwartungen machen alles kompliziert. Meine nächste Protagonistin wird auf jeden Fall selbst Mutter sein, das ist zentraler Bestandteil der Geschichte.

Alexandra Bauer: Eltern sind immer dabei. Die gehören doch zum Leben auch dazu! Das wäre ja genauso, als würden die Kinder fehlen, dann habe ich auch keinen Prota 😉

Sarah König: Bisher habe ich zwar schon einmal von einem Vater (ein König) und einer Mutter (einer Königin) geschrieben, aber das war mehr, weil die Erben im Mittelpunkt standen. Ich denke bei meinen Büchern oft an „Sidekicks“, die ich im ersten Atemzug dann nutze und toll finde, aber leider im Laufe des Romans verliere, bis sie dann in der Überarbeitung rausfliegen. In meinen bisherigen Projekten wären das Kinder gewesen. Und fliegende Schweinedamen.

Karin (e.) Novotny alias EmmaN: Ich gebe zu ich schreibe über kinderlose Figuren. Die Nebenfiguren sind dafür mit Kindern gesegnet. Eltern kommen auch als Randfiguren vor. Mich interessiert mehr das Jetzt der Figuren, als ihre Familienkonstellation.

Anne Zandt aka Poisonpainter: Meine längeren Geschichten arten irgendwie immer recht schnell zu „Familien“geschichten aus, da will dann jeder noch so popelige Nebencharakter plötzlich ne Hintergrundgeschichte, die bitte auch noch erzählt werden soll und sowieso und überhaupt! Kurios ist auch, dass ich recht häufig tote Mütter habe … da bin ich entweder Märchen-geschädigt oder hab mich schon unterbewusst lange im Vorfeld darauf vorbereitet, meine eigene Mutter verhältnismäßig früh zu verlieren.

Jasmin Engel: Mir fällt bei der Frage gerade auf, dass Eltern in meinen bisherigen Romanen eher nebenbei vorkommen, nicht zentral.

June IsEltern haben bei mir immer sehr coole Rollen, wenn sie mal vorkommen. Tröster, Unterstützer, Seelenheiler.

Jule ReichertDas kommt ganz auf die Geschichte an. Der Protagonist meines All Age-Projektes hat beide Eltern – und ja, für einen Zwölfjährigen bedeutet das großes Konflikprotetial. Die Protagonistin meines Blogromans hingegen ist in einem Waisenhaus aufgewachsen, was auch einen roten Faden in der Geschichte bildert.

Fragefreitag: Liebe und Fantasy – Yay oder Ney?

Der Wonnemonat Mai ist für uns eine Zeit, in der wir uns mit allerlei Romantik beschäftigen. Bevor wir uns da aber in die Materie stürzen, wollten wir erst mal wissen, wie unsere Nornen die Kombination Liebe und Fantasy so sehen. Und was meint ihr? Passen Liebe und Fantasy zusammen oder wird es dann nur ein großer Haufen Kitsch? Macht mit beim ersten #NornenFrageFreitag im Mai.

Braucht Fantasy von und über Frauen wirklich Liebe? (Grafik: Elenor Avelle)

Cazze: Liebe ist eine tolle Grundmotivation. Wenn sie dosiert eingesetzt wird (wie zum Beispiel in Harry Potter) dann ein Yay. Wenn sich die Hauptfigur über mehrere Bände nicht für ein Love-Interest entscheiden will, oder Storys á la „Er ist ein Arschloch, aber er ist sooooooo heiß“ dann ein riesengroßes Ney mit Weihwasser, Salz und Kreuz.

June Is: Eine Prise (!) Romantik schadet nie. Leider schütten die meisten ganze Säcke in die Stories, das finde ich etwas daneben.

Paula Roose: Was ist ein Buch ohne Liebe? Ich bin hoffnungslos romantisch.

Katharina Ushachov aka Evanesca: Ich bin unromantisch und froh über jedes Fantasybuch, das mal OHNE das lästige Liebesgedöns auskommt. Vor allem, weil ich sehr oft merke, dass die Liebesgeschichte nachträglich von der Marketingabteilung eines Verlags reingebracht wurde und sich nicht stringent und natürlich in die Handlung einfügt. Sowas hasse ich. Nichts gegen eine zarte, unterschwellig unter dem Plot pulsierende Liebesgeschichte wie in Der Stern von Erui von Sylvia Rieß, sowas liebe ich sehr. Es gibt so viele andere Dinge … Freundschaft, Loyalität, Verbundenheit … Warum muss es immer die romantische (oft erotische und oft heterosexuelle) Liebe sein? Und auch noch fast immer die auf den ersten Blick? Es gäbe so viele Möglichkeiten, deren Potenzial verschenkt wird.

Jule Reichert: So lange es plotrelevant ist und/oder Konflikt und Dynamik in die Geschickte bringt, gibt es von mir ein „Yay!“. Als Beiwerk zur Fantasy eignet sich Liebe genauso gut, wie andere zwischenmenschliche Aspekte (z.B. Freundschaft, Ängste, etc.). Das Liebesgedöns sollte allerdings nicht den Plot bestimmen, dann gibt es von mir ein klares „Ney!“.

Tiphaine Somer Elin: Liebe kann der Fantasy Flügel verleihen, aber sie sollte nicht den Horizont verdunkeln.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Ich finde, Liebe gehört zum Leben einfach oft dazu und darf darum auch in jeder Art von Literatur vorkommen. Zum Thema gemacht werden oder gar zentral behandelt muss sie aber nicht permanent. Lieber ist es mir, sie ist sinnvoll eingesponnen.

Janna Ruth: „Every good story has a love story. It doesn’t matter what genre you are writing in. If it doesn’t have some form of love in it, it often falls flat. We would have trouble relating to it. Love is what touches us. It doesn’t have to be a passionate romance. It can come in the form of an old friendship or deep respect. But love and compassion for one another is what makes us human and any story without it, is missing something. That’s why all my plots, no matter how fantastic or adventurous they are, have a love story at its core. Nothing overbearing that smothers the other aspects, but something quiet that shows real strength, will hold it all together and leave you with a good feeling, even if the love is a tragic one. At least, you have felt the most powerful and fulfilling emotion of all.“ (Aus „Far Beyond Reality“ von Janna Ruth)“

Michelle Janßen: Ney. Ich habe langsam genug davon, dass jedes Buch im Regal eine Liebesgeschichte beinhaltet. Fantasy ohne Romantik scheint nicht zu existieren, weswegen ich stark dafür plädiere, dass man mehr unromantische Fantasy schreiben sollte.

Jana Jeworreck aka Moira: Nur, wenn es nicht ausschließlich darum geht! Der Plot und die Fantasywelt sollten auch ohne Lovestory reizvoll sein und funktionieren.

Laura Kier: Romantasy? Bitte nicht! Ich mag keine Liebesromane, da brauch ich dann auch keine versteckten Liebesromane in der Fantasy. Ich habe nichts dagegen, wenn eine Lovestory mit drin ist, komme aber sehr gut ohne klar. Ich gehöre definitiv nicht zur Fraktion „in jedem Buch muss Liebe vorkommen“.

Diandra Linnemann: Solange die Liebe realistisch beschrieben ist, habe ich nichts dagegen, auch wenn mich Geschichten, in denen die Liebe das zentrale Element ist, selten ansprechen.

Alexandra Bauer: Öhm … 😀 Yay oder Ney?

Sarah König: Ein wenig Liebe hat noch niemandem geschadet.

Karin (e.) Novotny alias EmmaN: Liebe ist schon ok, aber bitte keine schwülstige endlose Romanze. Daher ein Yay.

Jasmin Engel: Vielleicht bin ich eine Romantikerin, aber eine Liebesgeschichte gehört für mich in jeden guten Roman, ob am Rande oder als Hauptsache, glücklich oder unglücklich. Für mich sollte es nur nicht das einzige Thema sein und nicht oberflächlich behandelt werden.

Wann haben Autoren eigenentlich frei – Laura Kier

Frei? Was ist das? Kann man das … Die Frage, wann Autoren frei haben, ist überaus spannend. Ich** selbst bin nämlich seit längerem auf der Suche nach einer Antwort. »Frei haben« ist in meinen Augen auch eine Frage der Definition. Deshalb möchte ich mich einer möglichen Antwort aus zwei Richtungen nähern.

  1. Weg: Schreiben ist doch eh nur ein Hobby

Für Manche vielleicht. Für Außenstehende bestimmt. Für Autoren? Viele sehen das Schreiben von Romanen, Kurzgeschichten und anderen Texten zwar als einen angenehmen Aspekt der Freizeitgestaltung an, aber das heißt noch lange nicht, dass sie nur halbherzig schreiben würden. Ich kenne mehrere Autoren, die neben ihrem Brotjob ihre gesamte Freizeit nutzen, um Bücher zu veröffentlichen und ihren Weg zu finden. Ist das dann noch Freizeit? Je nachdem, wie man es sieht.

Schreiben mit Leidenschaft – wer braucht da Freizeit?

Texte schreiben macht Spaß, aber es ist auch harte Arbeit. Nicht immer wollen die Charaktere, wie wir wollen, ein Roman wird zum Teil mehrfach überarbeitet und dann gibt es auch noch unliebsame Dinge wie Schreibblockaden, Selbstzweifel und niederschmetternde Rezensionen. Hier ist der Pfad zwischen Freizeitaktivität und Arbeit sehr schmal. Aber ist alles, was Spaß macht auch gleichzusetzen mit Freizeit und »frei haben«?

  1. Weg: Freizeit beginnt da, wo etwas Spaß macht

Finde ich nicht. Nur weil mir mein Beruf Spaß macht, heißt es nicht, dass ich deshalb den ganzen Tag freie Zeit oder nichts zu tun hätte. Ganz im Gegenteil. Ich weiß meinen Tag sehr gut zu füllen (meine To-do-Liste wird niemals leer) und das heißt, ich muss ganz klare Prioritäten setzen. Texte wollen geschrieben und überarbeitet werden. Leser freuen sich über Rückmeldungen, die Social-Media-Kanäle sollen mit Inhalten bestückt werden und als Selfpublisher warten auf mich noch diverse andere Aufgaben, wie Bücher zur Veröffentlichung vorbereiten (Satz für Print-Exemplare, eBooks, Cover …), Informationen zu Distributoren vergleichen, rechtlich auf dem Laufenden bleiben und vieles, vieles mehr. Es ist harte Arbeit, aber es macht auch Spaß.

Ich bin jemand, der viel Abwechslung braucht und gerade deshalb liebe ich es, als Selfpublisher Bücher zu veröffentlichen. Es gibt so viele bunte Aufgaben und unterschiedlichste Fähigkeiten (Kreativität, technisches Wissen, biologisches Fachwissen …), die ich einsetzen kann. Dadurch habe ich noch einen weiteren Vorteil: Ich kann frei entscheiden, wann ich was mache und dadurch die jeweiligen Aufgaben an meine Tagesverfassung anpassen (für mich als chronisch Erkrankte die einzige Chance, auf eigenen Beinen zu stehen).

Kann Arbeit auch Freizeit sein? Für Autoren manchmal schon (Foto: Laura Kier)

Eine mögliche Antwort?

»Frei haben« wie ich es als Softwareentwicklerin nach der Arbeit oder im Urlaub kannte, habe ich als Autorin nie. Mein ganzes Leben dreht sich um Bücher. Entweder lese ich, denke über Ideen nach oder arbeite an deren Umsetzung. Bei einer Wanderung nehme ich neue Inspiration auf, im Café beobachte ich Menschen, um mehr über meine Charaktere zu lernen, und bei der Gartenarbeit kommen mir sowieso die besten Gedanken, um Plotprobleme zu lösen. In der Hinsicht habe ich nie »frei«. Aber ich kann unabhängig entscheiden, wann ich was tue und wie ich alles in meinen Tagesablauf integriere. Dazu kommt, dass ich meinen Arbeitsplatz selbst wählen kann. Einer meiner Lieblingsorte ist da definitiv unsere Terrasse.

Diese Freiheiten sind mir wichtiger, als nach acht Stunden Arbeitszeit den Stift fallen zu lassen und nach Hause zu gehen.

**Autorin des Beitrags ist Laura Kier

Fragefreitag: Welche*r ist dein*e liebste*r SP-Autor*in?

Im Mai wartet ein neues Monatsthema auf uns, aber nachdem wir uns den April über mit Selfpublishing beschäftigt haben, ist es nur legitim, einmal nachzufragen, wo alles richtig gemacht wird. Wir sind auf eure Empfehlungen gespannt und wollen wissen: Welche*r ist dein*e liebste*r SP-Autor*in (meine Güte, heute gibt es aber viele Sternchen). Macht mit unter #NornenFrageFreitag und verratet uns, wer im Bücherregal nicht fehlen darf.

Katharina Ushachov aka Evanesca: Klara Bellis. Sie ist leider viel zu unbekannt, dabei ist sie großartig. Ich liebe ihre „Trywwidt“-Reihe und ihren Humor!

Paula Roose: Liane Mars. Ihr „Band der Magie“ hat mich schlicht verzaubert. Inzwischen hat es ein Verlag übernommen.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Sylvia Rieß‘ Stern von Erui-Reihe ist einfach ein grandioses Werk, das mich immer wieder erstaunt und fasziniert.

Janna Ruth: Debra Dunbar mit ihrer „Imp Saga“. Die mit viel Humor und Biss eine grandiose Geschichte über Engel, Dämonen und viele Zwischenformen erzählt.

Diandra Linnemann: Sabine Osman – und das sage ich nicht nur, weil wir auch privat befreundet sind. Ihre Fantasyromane sind abwechslungsreich und bearbeiten vertrautes Gelände auf neue Art. Außerdem sind ihre Frauengestalten aktiv und stark, ohne sich dabei in „Männer mit Brüsten“ zu verwandeln.

Alexandra Bauer: Da gibt s zu viele, um jetzt einzelne Personen hervorzuheben. Ich habe über das SP sehr viele tolle Kollegen und Kolleginnen kennengelernt!

Sarah König: Tanja Rast – ein hammer Output, man weiß immer (im jeweiligen Genre), was man bekommt, wenn man sich einen Rast vornimmt.

Barbara Weiß aka TheBlueSiren: Benjamin Spang – Für mich ein rundum Multitalent mit Humor und der richtigen Balance zwischen Werbung und Inhalten. Dazu Dark Fantasy mit starken Frauenfiguren und tollen Twists.

Karin (e.) Novotny alias EmmaN: Katrin Ils – Die „Unstern“ – Reihe. Gute Story, flott erzählt.

Irina Christmann: Für mich git es nicht DEN/DIE LieblingsautorIn, es gibt Bücher, die ich mag und AutorInnen die ich mag. Manchmal nicht beides gleichzeitig.

Zusammen schreiben (Irina Christmann)

Nein, das hier ist keine Belehrung über Grammatik und richtige Worttrennungen, denn da versage ich kläglich. Vielmehr geht es darum, wie ein Gemeinschaftsprojekt gelingen und welche Erfahrungen man daraus mitnehmen kann. Wie gewohnt, wird das meiste meine eigenen Erfahrungen widerspiegeln. Allerdings habe ich** auch bei den KollegInnen rumgefragt, die mir hier, geantwortet haben. An Reaktionen ist alles dabei von “coole Sache” bis “nie wieder”.

Das erste Mal

Mein erstes Projekt lief, sagen wir mal suboptimal und ich würde das in der Art nie wieder machen. Aber wie heißt es so schön, aus Schaden wird man klug, deswegen läuft es seit dem wesentlich besser, auch wenn erst eines dieser Werke erschienen ist. Leider hat sich meine Kollegin entschieden, nicht mehr veröffentlichen zu wollen, so dass es nicht mehr erhältlich ist. Solche Entscheidungen müssen auch mittragen, weswegen man sich vorher gut überlegen sollte was und mit wem man arbeitet. Ich habe keine Sekunde dieser Zusammenarbeit bereut und genau deswegen auch andere Projekte in Angriff genommen.

.

Ideen teilen?!

Klar ist es eine Herausforderung, die eigene Idee jemandem anzuvertrauen und einen Teil des Werkes in fremde Hände zu legen. Wenn das schief geht, tut es weh, denn die Idee nochmal neu und anders schreiben funktioniert nicht. Ich kenne einige Geschichten, wo man einen Teil der Story behalten und den der Mitautorin ersetzt hat. Aber das fällt, auch wenn es gut gemacht ist, trotzdem auf.

Das Beste aus zwei Welten

Wichtig ist auch, dass man Kompromisse eingehen kann. Jeder hat seine eigene Vorstellung, wie ein Charakter ist und reagiert. Wenn das nicht vorher festgelegt ist, und eine*r eine bestimmte Szene im Kopf hat, die dann plötzlich nicht funktioniert, kann das schon frustrierend sein. Wichtig ist dann, sich selbst zu fragen, ob es wirklich so wichtig ist, dass es genau so passiert, oder ob auch eine kleine Abweichung ebenfalls zum Ziel führt. Da ist es dann sinnvoll – und hier leihe ich mir einen Satz aus dem Artikel über Rezensionen aus, den ich verschoben habe – erst mal durchzuatmen, das ganze sacken lassen und dann weiter machen. “Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird”, hat meine Oma immer gesagt und das stimmt. Aber auch wenn man nur für einen Teil der Story verantwortlich ist, muss es halt passen.

Ausarbeitung und Kommunikation ist beim gemeinsamen Schreiben essentiell (Foto: Eva-Maria Obermann)

Zusammen kann nicht jede*r

Nicht jeder kann und will mit jedem zusammenarbeiten. Und Teams, von denen man dachte, sie müssten wunderbar funktionieren schaffen es nicht, bis zum Ende durchzuhalten. Woran das liegt, kann man pauschal nicht sagen. Ich selbst bin Plantser, halb Plotter, halb Pantser, einen sehr schönen Artikel hierzu gibt es hier. Bis jetzt hatte ich immer Kolleginnen, die das auch so gemacht haben. Das endete dann gerne mal im Chaos, das erst wieder aufgedröselt werden wollte. Einfacher ist es, wenn man eine/n gewissenhafte/n PlanerIn an der Seite hat, und einem bei Bedarf darauf hinweist, dass man falsch abgebogen ist.

Klein anfangen

Zum “üben” ist es vielleicht am einfachsten, sich an einer Anthologie zu versuchen. Jeder hat seine eigene Geschichte, nur das Thema steht fest. Wenn dann jemand für Cover und Layout verantwortlich ist, ist es aber halt auch wie normales schreiben im stillen Kämmerlein.

Eine sehr schöne Gelegenheit einer Zusammenarbeit ergab sich für mich bei einer Anthologie, bei der ich sowieso mitschrieb, als eine Kollegin keine Zeit hatte, ihre Geschichte zu beenden. Sie schickte mir, was sie bis dahin hatte, wir wechselten in der Mitte die Perspektive und mein Prota erzählte den Rest. Es war toll, weil die Grundidee eine war, die ich so nie hatte und ich nur reagieren musste. Auch das würde ich jederzeit wieder machen.

Ein ausführliches Interview zum Thema von und mit Magnus Rembold und mir findet ihr hier.

Mein Fazit:

Gemeinschaftsprojekte sind ganz klar nur war für Teamplayer … jemand der nur sein Ding durchziehen will, wird mit einer/m Schreibpartner/in nicht glücklich werden. Am Ende müssen beide (oder alle) sagen können: Ja, ich will diese Geschichte, so wie sie ist, veröffentlichen!
Aber: lasst Euch nicht unterkriegen, wenn der erste Anlauf nicht funktioniert, aber überlegt Euch, warum es für Euch nicht funktioniert hat und ändert das beim nächsten Mal, macht es besser und vor allem habt Spaß!

**Autorin des Beitrags ist Irina Christmann

Fragefreitag: Was ist der größte Nachteil beim Selfpublishing?

Diesen Monat reden wir Nornen viel über Selfpublishing, unsere Erfahrungen und warum wie es so toll finden. Aber natürlich ist nicht alles nur rosig, manche Punkte stehen sogar ziemlich deutlich auf der „Contra“-Seite. Welche, wollen wir heute wissen. Macht mit unter dem Hashtag #NornenFrageFreitag und verratet uns, wo ihr die größten Nachteile beim Selfpublishing seht.

Katharina Ushachov aka Evanesca: Man trägt das gesamte finanzielle Risiko. Wenn man nicht gerade selbst ein*e Coverdesigner*in ist, dann muss man zunächst mal Cover einkaufen. Und irgendwie auch an ein gutes Lektorat kommen. Kennt man nicht zufällig jemanden, der sich erbarmt (und dabei auch noch zu dem Job taugt!), geht das ins Geld, je fehlerhafter das Manuskript ist. Gerade Debüts sind in der Hinsicht oft abenteuerlich, oft schreibt man mit SP-Buch Nummer 1 erst schwarze Zahlen, wenn Buch 2 oder 3 auf dem Markt sind … Wenn man keine finanziellen Rücklagen hat, ist das dann ziemlich schwierig. Wenn man aber am Cover oder Lektorat spart, rächt sich das wieder durch mangelnde Verkäufe …

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Es gibt bei vielen Lesern und Buchhändlern noch immer eine große Hürde. SP ist als schnelle Veröffentlichungsmethode, ohne Hand und Fuß, verschrien. Werbung und Aufmerksamkeit zu bekommen ist ungemein schwieriger und mit viel mehr persönlichem Einsatz verbunden.

Janna Ruth: Sichtbarkeit. Als Selfpublisher hat man zunächst sehr wenige Möglichkeiten, sein Buch überhaupt sichtbar zu machen. Tatsächlich bleibt einem erstmal nur Social Media. Dies hat sicherlich einen großen Anteil, ist aber auch teilweise übersättigt, aber im Vergleich zum Ausliegen in Buchhandlungen oder Auftauchen in Listen, geht da mehr. Es ist also ein steiniger Weg, um sich erst einmal zu etablieren. Andere Aspekte sind natürlich Kosten und die quasi-Notwendigkeit eine eierlegende Wollmilchsau zu sein.

Michelle Janßen: Ich habe permanent das Gefühl, dass ich für niemanden schreibe. Man hat kaum Verkäufe und die paar die man macht, gehen meistens an Menschen, die man kennt. Das kann frustrierend sein, gerade wenn man noch ganz am Anfang steht.

Laura Kier: Die finanzielle Seite. Ich habe gerne die Zügel in der Hand und bestimme selbst, was ich wie umsetze, damit das Buch am Ende so ist, wie ich es haben möchte. Als Perfektionistin möchte ich natürlich alles besonders toll machen und das bedeutet auch Kosten. Lektorat, Cover, gedruckte Bücher, Marketing … Alles muss ich halt selbst in Vorkasse stemmen.

Jana Jeworreck aka Moira: Die Werbung in den sozialen Medien! Ich finde die permanente Selbstvermarktung schwierig und habe häufig das Gefühl, ich diene mehr den Konzernen als meinem Buch.

Diandra Linnemann:  Man muss entweder alles selbst können oder finanziell in Vorleistung gehen, wenn man sich Experten holt – und auch da muss man erst einmal Experten finden, mit denen man professionell auf einer Wellenlänge ist.

Alexandra Bauer: Einziger „Nachteil“ beim Selfpublishing sehe ich in der Vermarktung. Wenn man einen Hauptjob hat, bleibt dafür nicht viel Zeit.

Sarah König Der größte Nachteil ist für mich eine Mischung aus der Sichtbarkeit und der nicht vorhandenen Rückmeldung durch Leser. Die bekommt man als Verlagsautor außer in Form von Rezis ebenfalls kaum, aber wenn wir ehrlich sind schreiben wir eben nicht nur für uns, sondern wünschen uns, gelesen zu werden und für mich gehört auch dazu, zu erfahren, dass ich gelesen wurde.

Grumpy Moon: Für alles selbst verantwortlich zu sein… sprich: dasselbe, was für mich auch der größte Vorteil ist. Und dass ich laut deutschem Gesetz in Ermangelung eines Verlags verpflichtet bin, meine eigene private Adresse in das Buch zu schreiben, so dass jeder, dem mein Buch nicht gefällt, mal schnell vorbeikommen und mir das Fenster einwerfen kann.

Jasmin Engel: Ich könnte mich dann vermutlich nicht mehr so auf das Schreiben an sich konzentrieren und Marketing liegt mir leider nicht sonderlich.