Gruppenbild (by Elenor Avelle)

Mein erstes Mal: Leipziger Buchmesse.

Ein Erfahrungsbericht.

(Diandra Linnemann)

In der Gruppe sind Menschen bekanntermaßen mutiger als alleine. Das ist die einzige logische Erklärung, die ich dafür habe, dass ich dieses Jahr zum ersten Mal auf der Leipziger Buchmesse war, als winziges Rädchen im Nornengetriebe. Während mein Freundeskreis nämlich seit Jahren jedes Jahr mutig in die heiße Schlacht an den Messeständen zieht, hatte ich mich bislang nie getraut. Zu viele Leute, zu viele Eindrücke. Jetzt allerdings hieß es: Augen zu und durch. Unser Organisatorinnenteam hatte nämlich mächtig vorgelegt, und kneifen wollte ich auch nicht. Zum Glück, kann ich im Nachhinein nur sagen.

Aber alles auf Anfang. In den Tagen vor der Messe geriet der Postbote ganz schön ins Schwitzen. Da wurden Bücher angeliefert, Tische bestellt (solche mit Beinen, nicht die im Restaurant), Last-Minute-Dokumente abgeliefert, und auch sonst war es schlimmer als gewöhnlich. Außerdem wollte der Hariboshop dringend geplündert werden, um die Versorgung mit überlebenswichtiger Energie sicherzustellen. Um Transport und Unterkunft musste ich mir, Auto und Familie sei Dank, keine Sorgen machen – auch so war ich ein neurotisches Wrack (das ist eine meiner liebenswerteren Eigenschaften).

Natürlich hatten wir einen Plan, und der beinhaltete unter anderem den Aufbau ab Donnerstagnachmittag. Von der Messe bekamen wir einen leeren Stand hingesetzt, den wir uns nach eigenen Vorstellungen dekorieren konnten.

Der Stand

Der Stand (by Diandra Linnemann)

Dank der hervorragenden Planung, an der ich komplett unbeteiligt war, und etlicher fleißiger Nornen war der Aufbau auch schnell erledigt:

Fertiger Stand (by Diandra Linnemann)

Fertiger Stand (by Diandra Linnemann)

Am nächsten Morgen ging es direkt zur Sache. In wechselnder Besetzung wurden Nornen zur Standbetreuung und zur Verlosung eingesetzt – also, nicht dass ihr denkt, wir hätten Nornen verlost, aber jeder Besucher durfte (sogar mehrmals!) in den Schicksalskelch greifen und konnte wunderschöne Kleinigkeiten zum Nornennetz und den verschiedenen Büchern gewinnen. Nicht einmal die Nieten waren richtige Nieten, denn statt materieller Gewinne konnte man im quasi schlimmsten Fall mit einem Zitat aus einem der Nornenbücher nach Hause gehen – wie bei literarischen Glückskeksen. Und ich war wirklich überrascht, wie oft die Zitategewinner meinten, das gezogene Zitat passe genau auf ihre Situation. Ob an dieser Sache mit Nornen und Schicksal vielleicht doch etwas dran ist?

Der Schicksalskelch (by Elenor Avelle)

Der Schicksalskelch (by Elenor Avelle)

Großes Aufsehen erregten auch die von Elenor Avelle in liebevoller Handarbeit – die Frau ist wahnsinnig, ich sag’s euch … vor allem wahnsinnig talentiert! – gestalteten Boxen, aus denen man Gewinne ziehen konnte.

Nornenboxen (by Susann Julieva)

Nornenboxen (by Susann Julieva)

Wenn gerade nicht gelost wurde, fanden am Stand unterschiedliche Lesungen statt, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Auch wenn einige der Lesenden durch den üblichen Messelärm in der Halle ziemlich herausgefordert wurden, war das Abenteuer Lesung dank Technik und eimerweise moralischer Unterstützung ein voller Erfolg.

Lesung von Anne Zandt (by T. S. Elin)

Lesung von Anne Zandt (by T. S. Elin)

Und natürlich gab es den Nornentalk, den ich leider verpasst hatte und glücklicherweise hier nachhören konnte:  https://voicerepublic.com/talks/das-nornennetz. Das Interesse war auf jeden Fall groß, und nach dem, was ich mitbekommen habe, kommen die Nornen insgesamt gut an.

Nornentalk (by Ela Schnittke)

Nornentalk (by Ela Schnittke)

Alles in allem war ich extrem überrascht, wie reibungslos sich die Zusammenarbeit und Durchführung gestalteten – schließlich waren viele von uns einander vorher höchstens online begegnet, und unter Stress prallen schonmal unterschiedliche Charaktere aufeinander. Entgegen dem, was jedoch über Frauen leichthin gesagt wird, gab es keine „Stutenbissigkeit“, stattdessen konnte sich jede der Anwesenden nach Temperament, Talent und persönlichem Energielevel einbringen. Und ich glaube, diese großartige Zusammenarbeit übertrug sich auch auf das Publikum, das den Stand meistens üppig belegte.

Großer Andrang (by T. S. Elin)

Großer Andrang (by T. S. Elin)

Nicht einmal das Post-Messe-Trauma, vor dem ich persönlich ein wenig Bammel hatte, konnte uns einen Strich durch die Rechnung machen. Mit einer letzten heroischen Anstrengung war der Stand nach Messeende innerhalb kürzester Zeit verpackt und auf die verschiedenen Nornen verteilt.

Abbau (by Elenor Avelle)

Abbau (by Elenor Avelle)

Letztendlich war mein erster Messebesuch folglich ein voller Erfolg – und ich freue mich darauf, mit den Nornen noch viele andere wilde Aktionen durchzuführen. Bis zum nächsten Mal!

Gruppenbild (by Elenor Avelle)

Gruppenbild (by Elenor Avelle)

 

Kommentare (4) Schreibe einen Kommentar

  1. Ihr habt einen wunderschönen Stand gehabt! Danke, dass ihr da ward und wir euch persönlich kennen lernen konnten! 2 eurer wunderschönen Boxen durften wir mit nach Hause nehmen, die uns an euch erinnern werden! 💚

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    • Schön, dass ihr da gewesen seid <3 Es war wirklich toll, zu sehen, wie viele Fans unser Netzwerk, dass noch nicht einmal 1 Jahr als ist, bereits hat.

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  2. Ja, das kann ich nur bestätigen: Ihr hattet einen tollen Stand. Und die Energie, die ihr ausgestrahlt habt – auch noch am Sonntag – war ansteckend. Danke für das herzliche Gespräch und die Inspirationen!
    Viele Grüße aus dem Messeblues, Ricarda

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  3. Pingback: So etwas wie ein Messe-Rückblick – Nike Leonhard – Fantasy und Historisches

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