Die Märchenspinner bei den Nornen: Die große Märchenrallye

Wir freuen uns heute über einen besonderen Beitrag. Als stolze Station der großen Märchenrallye der tollen Märchenspinnerei haben wir für euch das Märchen „Allerleirauh“, den Lösungsbuchstaben N und einen fabelhaften Beitrag unserer lieben Elenor Avelle. Märchen sind grundlegende Texte, wenn wir auf die Geschichte der fantastischen Genres blicken. Umso mehr freut es uns, dass wir die Mächenspinnerei, die bekannte Märchen modern adaptiert, heute unterstützen können. Auf der Seite der Spinnerei findet ihr den Startbeitrag und alles wichtige zur Rallye und dem großen Gewinn.

Starke Frau: Allerleirauh ( von Elenor Avelle)

Allerleirauh ist eines der weniger bekannten Märchen, obwohl der Indikator, der die Handlung ins Rollen bringt, viel Aufmerksamkeit auf sich zieht.
Der König möchte seine eigene Tochter heiraten. Der inzestuöse Inhalt des Märchens ist der Teil, der am meisten Reaktionen hervorruft und gleichzeitig dafür sorgt, dass es aus den aktuellen Märchenbüchern ausscheidet.

Tiefer Eindruck

Ich muss zugeben, dass ich diese Information vollkommen vergessen habe. Als Kind habe ich zwar durchaus mitbekommen, dass der Vater die Tochter heiraten will, doch für mich war es nur eine weitere Ungeheuerlichkeit, wie sie am Anfang der meisten Märchen steht. Es erschien mir genauso schlimm, wie das Schicksal der anderen Märchenfiguren, die von ihren Eltern zum Sterben im Wald ausgesetzt werden, Meuchelmörder auf den Hals gehetzt bekommen oder als Sklave im eigenen Haus schuften müssen. Der Grund, warum Allerleirauh auf mich einen bleibenden Eindruck gemacht hat, war ein anderer. Im Gegensatz zu den anderen Prinzessinnen oder Heldinnen von Märchen, erschien mir Allerleirauh so viel selbstbestimmter. Während die anderen armen Mädchen von den Entscheidungen ihrer Mitmenschen umhergebeutelt werden, als wären sie ein Stück Treibholz auf rauer See und der Fortgang der Geschichte von den Nebencharakteren bestimmt wird, trifft Allerleirauh ihre eigenen Entscheidungen.

Sie stellt dem Vater schwierige Aufgaben, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen, anstatt einfach zu jammern. Sie entschließt sich wegzulaufen, als ihr Plan scheitert. Es ist ihr eigener Entschluss, die Jäger, die sie im Wald aufstöbern, zu begleiten und es kommt ihr auch keine gute Fee zu Hilfe, die sie mit einem verzauberten Kürbis zum Fest des Prinzen schickt. Egal, ob sie sich nur Magd, zum pelzigen Wesen oder zur Ballkönigin macht, sie ist es selbst, die diese Entschlüsse fast. Selbst in ihrer Hilflosigkeit, wartet sie nicht einfach darauf, dass etwas passiert oder ein magischer Gehilfe daherkommt. Auch ihre Enthüllung als Königstochter leitet sie selbst in Wege, auch wenn sie es dem Prinzen selbst überlässt, ob er ihren Hinweisen nachgehen möchte.

fremde Häute

Neben der Charakterstärke der Protagonistin haben mich auch die Verwandlungen für das Märchen eingenommen. Zuerst ist es der Mantel aus verschiedenen Pelzen, dem Allerleirauh ihren Namen verdankt, der das Mädchen zu einem tierischen Fabelwesen werden lässt. Es kam mir als Kind magisch vor. Man streift sich eine andere Haut über und wird dadurch zu jemand anderem. Die tierische Komponente erinnert mich auch heute noch an Selkies und andere Mischwesen halb Tier halb Mensch. Dieses Rollenspiel erweckte in mir den Eindruck, man könne sein, wer man wolle, solange man nur die passende Haut überstreift und hat meine Vorstellung von der Wandelbarkeit des Menschen und dem Unterschied von Schein und Sein nachhaltig geprägt.

Ich finde es schade, dass Allerleirauh als Märchen so wenig bekannt ist. Allerleirauh zieht alle Register und lässt den Inzest nicht zu, während die restliche Obrigkeit, trotz Kritik, die Straftat scheinbar nicht abzuwenden vermag. Ihre gerechtfertigte Gegenwehr, gegen einen Beschluss der höchsten Instanz ( ihrem Vater, dem König ) halte ich für eine wichtige Botschaft.

Die Selbstbestimmung, mit der die Protagonistin ihre Geschichte selbst beeinflusst, ist für junge Mädchen mit Sicherhit lesenswerter, als das tragische Schicksal von Prinzessinnen, die schlafwandelnd nur darauf warten, dass ein Prinz daher geritten kommt, um sie zu retten.

Märchenrallye – Frage

Eine starke Frau also in der Version des Märchens, die wir heute kennen. Stark ist auch die Frage, die euch zur Märchenrallye hier erwartet. Wenn ihr euch mit der Antwort sicher seid, klickt auf den Link zum nächsten Blog und notiert euch die Buchstaben in der richtigen Reihenfolge. Viel Spaß bei der Rallye.

Was für eine Suppe soll Allerleirauh dem König immer kochen?

Eine Tomatensuppe (Nike Leonhard)
Eine Brotsuppe (Franzis Lesewelt)
Eine Hühnerbrühe (Vivien Lebensfroh)

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