Nornengestöber und Sexismus

Das Nornennetz hat sich gegründet, um Frauen in den fantastischen Genres zu fördern, weil sie hier oft benachteiligt werden. Bei unserem Nornentalk auf der LBM haben wir darüber geredet und es wurde begeistert aufgenommen. Denn das Thema ist wichtig und reiht sich ein in die Kritik am Sexismus. Darum wird es heute mal ernst bei der Stöberrunde. Wir haben ein paar wirklich lesenswerte Artikel für euch, die verschiedene Aspekte betrachten.

Immer wieder hören wir das Argument, Feminismus sein unnötig, Sexismus eigentlich gar nicht mehr vorhanden. Ein schönes Wunschdenken, das vielleicht die glauben, die selbst nie bewusst Diskriminierung erfahren haben. Dass die aber nicht immer so offensichtlich und gerade Frauen ihre Stimme kostet, zeigt die FAZ in einem tollen Beitrag darüber, wie Frauen zum Schweigen gebracht werden.

Deutschlandfunk dagegen greift auf, dass Feminismus als Handelsmarke inszeniert wird. Ja, auch hier ist nicht alles rosarot, sondern es geht manchmal mehr ums „Verkaufen“, als die eigentliche Sache. Ungemein wichtig, sich das vor Augen zu führen.

Sehr interessant ist auch der Beitrag auf DerStandard von einem Mann, der die fehlenden Frauen in seiner Branche anprangert. Großartig zeigt er, wie Sexismus manchmal schleichend und unerkannt seine Kreise zieht, auch wenn wir das gar nicht wollen.

Wie weit das Thema eigentlich reicht zeigt diese Sammlung beim Guardian von Essays bekannter Schriftstellerinnen, die sich fragen, ob Frauen und Männer in 100 Jahren denn endlich einmal gleichberechtigt sein werden.

Wie aktuell das Thema Sexismus ist zeigt auch der Beitrag unserer Norne Eva-Maria Obermann, die auf ihrem Buchblog zur Abtreibungsproblematik und der Heuchelei dahinter geschrieben hat.

Natürlich macht Sexismus vor der Popkultur. nicht halt. Geekgeflüster hat im November einen großartigen Beitrag über Frauenrüstungen in Games und darüber hinaus geschrieben.

Wie früh die soziale Prägung auf männliche und weibliche Stereotype erfolgt hat Vera von Chaoskingdom in ihrem Beitrag zu Rosa und Blau aufgezeigt.

Die Auswirkungen sind manchmal regelrecht erschreckend. Elea Brand erklärt, wie die Romantisierung von Missbrauchsbeziehungen in der Literatur auch die Meinung der Gesellschaft beeinflussen und dass das gar nicht gut ist.

Auch Elenor Avelle hat sich Geschlechterklischees vorgenommen, zerlegt am Beispiel des Films Valerian. Denn Kultur und Gesellschaft bedingen sich immer gegenseitig und ein solches Frauenbild wollen wir nicht!

Unter dem Hashtag #FemaleFriday werden jede Woche starke, folgenswerte Frauen aus unterschiedlichen Bereichen vorgestellt. Es gibt jetzt auch eine deutsche Facebookseite dazu.

Fragefreitag: Was würdest du heute anders machen?

Langsam legt sich der Messeblues und wir hoffen immer noch auf den Frühling. Das kalte Wetter lässt uns ganz grüblerisch werden. Darum fragen wir heute beim #Nornenfragefreitag: Wenn du an deinen ersten Roman denkst, was würdest du heute anders machen? Macht mit in den sozialen Netzwerken, wir freuen uns auf euren Antworten.

Anne Colwey: Ich würde mir vor allem nicht mehr so einen Kopf um Alles machen, den Perfektionismus auf die Bahamas schicken und versuchen, weniger innere Ringkämpfe mit mir zu führen.

June Is: Nichts. Der war genau so, wie man sich den allerersten Roman ohne Schreibschulung und Coachings vorstellt: Grottig! Aber ich liebe ihn trotzdem.

Katharina Ushachov aka Evanesca: Oh, reden wir besser nicht darüber. Es hat seine Gründe, dass der erste von mir fertig geschriebene Roman anschließend fünf Jahre überarbeitet wurde und seit drei Jahren im Lektorat liegt. Und dabei waren die schlimmsten Klopper nicht mal mehr drin. Ich sage nur „Nebenfigur hat geheiratet, um ihre Mailadresse zu ändern“.

Jana Jeworreck aka Moira: Mir ein Lektorat suchen. Korrektorat hatte es schon. Das dazugehörige Hörbuch, so schön es auch geworden ist, einsparen. Aber es ist wie es ist und ich kann damit leben.

Jasmin Engel: Es würde definitiv eine Überarbeitung geben und nach den ProbeleserInnen noch eine zweite; ich habe meinen historischen Kurzroman einfach so gelassen und nie richtig überarbeitet.

Tiphaine Somer Elin: Ich würde mir sehr viel Zeit einräumen, um zu lernen wie ich (im Vorweg) eine SM Basis aufbaue, statt mich darauf zu verlassen, dass andere den Job tun, für den sie eingestellt wurden.)

Diandra Linnemann: Ich würde mir mehr Zeit zum Planen lassen. Da ich keinen ordentlichen Plot hatte, hat es sehr weh getan, alles Dutzende Male umzuwerfen. (Lustigerweise hatte ich das gleiche Problem bei meiner letzten Veröffentlichung auch, aber aus anderem Grund.)

Sarah König: Alles. Außer die Idee – die ist immer noch saucool. Aber ich bin jetzt auf jeden Fall besser und sicherer in meinem Handwerk. Eigentlich müsste ich meinem Priester eine zweite Chance geben.

Paula Roose: Ich würde ihn genauso wieder schreiben. Auch wenn er nicht perfekt ist. Er ist ein wichtiger Meilenstein.

Karin (e.) Novotny alias EmmaN: Das Problem (wenn es denn eines ist) bei mir ist, dass es mein erster Roman ist, an dem ich seit mehr als 10 Jahren schreibe. Und immer wieder überarbeite und anpasse, verwerfe und neu schreibe, und nie zufrieden bin. Würde ich mit etwas Neuem beginnen, so würde ich versuchen, es in einem Zug auch zu beenden, und nicht dauernd dran rumzudoktern und nie fertig zu werden.

Michelle Janßen: Ich schwanke zwischen alles und nichts. Einerseits ist der erste Roman ja typischerweise für die Schublade, andererseits ist er in meinem Fall wirklich unfassbar unterirdisch!

Sienna Morean: Weniger Rechtschreibfehler einzubauen. Ansonsten nichts.

Grumpy Moon: Mehr recherchieren. Ich hasse es zwar, und es geht auch gegen meine „Schreiben soll Spaß machen und keine wissenschaftliche Hausarbeit für die Uni werden“-Philosophie, aber hätte ich mir damals die Mühe gemacht, würde mir heute einiges leichter fallen.

Die Messe für Daheim – holt euch eure Nornenbox ( @ElenorAvelle )

Messezeit ist Genuss und Qual. Wer es schafft, die Messe zu besuchen oder sogar einen eigenen Stand hat, für den steht eine tolle Zeit an. Wer zuhause bleibt, der kann mit der Flut an Messeinput nicht so viel anfangen.

Holt euch eure Nornenbox für Daheimgebliebene

Nicht mit uns. Wir bringen die Messe auch zu euch nach Hause. In der Nornenwichtelwerkstatt wurden acht Nornenboxen für euch Daheim hergestellt. Donnerstag bis Sonntag könnt ihr täglich zwei von den Boxen wechselweise auf unseren Kanälen gewinnen.

Den Anfang macht unser Blog, am 15.03.  Pro Kommentar zu diesem Beitrag, erhaltet ihr ein Los. (Läuft bis 15.03.2018 23:59).
Am 16.03. zählen für uns bei Twitter die meisten Kommentare mit dem #MessefürDaheim Hashtag.

Auf unserer Facebookseite werden zwei Boxen am 17.03. verlost. Dort werden die zwei eifrigsten Kommentatoren von Messebeiträgen mit jeweils einer Box belohnt.

Der Abschluss unserer Verlosung findet bei Instagram am 18.03. statt. Für jeden Kommentar zu Messebeiträgen von unserem Instagramaccount, gibt es ein Los.

Es gelten nur die Kommentare auf dem Kanal, auf dem an dem Tag die Verlosung stattfindet (Jeweils bis 23:59). Die Kommentare müssen sich auf Messebeiträge beziehen. WordPress, Twitter, Facebook und Instagram haben mit dem Gewinnspiel nichts zu tun. Haftung ist ausgeschlossen, ebenso der Rechtsweg. Wir wünschen euch viel Glück und Spaß mit unseren prall gefüllten Nornenboxen 😉

*Autorin des Beitrags ist Elenor Avelle

Nornenlesungen auf der LBM 18 (Anne Zandt)

Da wir nicht nur mit euch talken wollen, haben einige Nornen für euch Stellen aus ihren Werken herausgesucht, die sie euch an unserem Stand J303 in Halle 2 vortragen werden. Anschließend stehen sie euch für ein Meet&Greet zur Verfügung.

Hier also ein kleiner Überblick, wer wann was liest – und der dazugehörigen Facebook-Veranstaltung hinter der Uhrzeit.

Freitag, 16. März

Den Anfang macht Diandra Linnemann von 11 – 11:30 Uhr.
Mit ihr zusammen taucht ihr in die Welt von „Andrea, der Lüsternden und der lustigen Tentakel des Todes“ ab. Zumindest auf Twitter haben die dazugehörigen Boxen für einigen Wirbel gesorgt (und Tentakel Bob, soll nun auch ins echte Leben geholt werden: Ein Bob zum Anfassen). Schaut also vorbei, wenn ihr Diandra, Andrea und Bob kennenlernen wollt:

Hergehört: Wie lesen auf der Leipziger Buchmesse

Düster geht es mit Nora Bendzko von 14 – -14:30 Uhr weiter.
Noch wissen wir nicht, ob ihr Werk „Kindsräuber“ den IndieSeraph gewinnen wird, in jedem Fall wird sie daraus vorlesen und euch einen Einblick in ihr neustes Galgenmärchen „Hexensold“ geben. Wer also einen Ausflug in das Prag des 30-jährigen Kriegs in ihrer Adaptation von Rumpelstilzchen nicht verpassen möchte, sollte unbedingt vorbeikommen:

Reinhören auf der LBM

Von 15 – 15:30 Uhr erzählt uns Laura Kier in ihrem Märchen „Die Muse und der Sorgendieb“ wie Autoren zu ihren Ideen kommen.

Außerdem wird sie zum allerersten Mal aus ihrem Debütroman lesen – einer Dystopie, so viel hat sie schon verraten. Für mehr müsst ihr dann wohl einfach vorbeikommen. Auf der LBM könnt ihr auch vor allen anderen einen Blick auf Titel, Cover und Klappentext werfen:

Prämieren im Gepäck

Den Abschluss am Freitag bildet Jana Jeworreck von 16 – 16:30 Uhr.
Mit Dreiland I startete sie ihre Trilogie, Band II steht schon in den Startlöchern und wer weiß, vielleicht gibt sie uns in ihrer Lesung schon einen kleinen Einblick in die Fortsetzung:

Unsere Nornen lesen vor

Samstag, 17. März

Bunt wird es mit Stella Delaney von 11 – 11:30 Uhr.
Noch hat sie sich nicht entschieden, welche Geschichten sie aus ihrer Kurzgeschichtensammlung „Staub & Regenbogensplitter“ vorliest, vielleicht wird sie auch erst vor Ort eine Farbe wählen lassen. Seid also gespannt:

Frauen in der Phantastik

Auch bei Anne Zandt von  14 – 14:30 Uhr gibt es mehr als eine Geschichte zu hören.
In drei ihrer Projekte, den #Neubrandenwolf, den #WunschDerKönigin und das #Eishörnchen, wird sie euch einen kleinen Einblick geben.

Ungeahnte Einblicke

Von 15 – 15:30 Uhr könnt ihr mit Janna Ruth einen kleinen Ausflug machen.
Nämlich in ihre ebenfalls für den Indie-Seraph-, sowie den dpp-nominierte Märchenadaptation „Im Bann der zertanzten Schuhe“.

Preisverdächtig 😉

Kurz nach Jannas Lesung geht es dann 16 Uhr auf der Fantasy Leseinsel mit unserer Talkrunde weiter! Nicht vergessen!

Sonntag, 18. März

Auch heute geht es märchenhaft weiter mit Katherina Ushachov von 10 – 10:30 Uhr.
Mit ihrem Debutroman „Zarin Saltan“ wird es russisch auf der LBM und eichhörnig sowieso.

Sonntagslektüre am Nornenstand

Den Abschluss bildet Nike Leonard von 11 – 11:30 Uhr.
Mit ihrem „Codex Aureus“ hat sie ihren eigenen Epos erschaffen und wird euch aus den Teilen „Der Fluch des Spielmanns“ und „Biss zum letzten Akt“ einen Einblick darauf geben.

Hört uns zu, lernt uns kennen 🙂

Das Alles nochmal zusammengefasst gibt es hier:

Unsere Messeübersicht für euch

Das ist noch lange nicht alles!
Denn auch außerhalb des Nornennetzes haben einige Autorinnen noch Lesungen und Meet&Greets.
Mit Janna Ruth könnte ihr am Tolino Stand ins DeModie hinabsteigen, BlueSiren liest bei #9Lesen, Tina Skupin am Stand des Verlag Torsten Low, und noch viele mehr … schaut doch mal auf deren Seiten vorbei für mehr Informationen!

Wir freuen uns darauf, euch mit unseren Geschichten begeistern zu können!

*Autorin des Beitrags ist Anne Zandt aka Poisonpainter

Nornengestöber im Messerausch

Auch die Stöberrunde ist wieder aufgetaut und meldet sich aus der Winterpause zurück. Nicht unbeteiligt daran ist das Messefieber, dem auch wir erlegen sind. Leipzig, wir kommen – und wir haben einige tolle Beiträge zur Buchmesse, die wir euch nicht vorenthalten wollten 😉

Unsere Talkrunde auf der LBM (kleiner Hinweis^^)

Unsere Nornen hibbeln bereits wie wild. Anne Zandt aka Poisonpainter wird nicht nur am Nornenstand Halle 2, J303 zu finden sein, sondern freut sich auch auf ihr Meet and Greet mit euch. Was sie alles dabei hat und wo sie sich noch rumtreiben wird, verrät sie auf ihrem Blog.  

Auch Nike Leonhard wird nicht nur als Norne unterwegs sein und gleich bei zwei Talkrunden mitreden. Wo sie lesen, reden und zu treffen sein wird, hat sie auf ihrem Blog geschrieben.

Carina Schnell ist ebenfalls schon richtig aufgeregt, denn sie wird ausgerechnet auf der Messe das erste Mal aus ihrem Debütroman lesen. Wir wünschen euch jetzt schon viel Spaß mit Carina und Die Kurtisane.

Großartig finden wir, dass auch auf der LBM die Aktion „Verlage gegen Rechts“ anwesend sein wird. Wir haben es mehrmals gesagt, wir sagen es gerne wieder: Literatur verbindet, wer sie zum Ausgrenzen nutzt, zerstört sie. Passt auf euch auf, wenn ihr auf der Messe seid und freut euch über das bunte Angebot.

Die Leipziger Buchmesse bietet sich an, um auch mal bei kleinen Verlagen zu stöbern. Vielleicht entdeckt ihr ja die ein oder andere Perle, die TheBlueSiren für euch gesammelt hat 😉

Alle Buchblogger sollten definitiv bei den Buchmessebloggersessions reinschauen. Was euch da dieses Jahr erwartet, lässt alle Daheimgebliebenen neidisch werden.

Einen tollen Beitrag, der gleichzeitig aus Erfahrung spricht und dennoch amüsant bleibt, hat Nicci von Trallafittibooks für euch geschrieben. Tipps und Tricks, Dos and Don’ts für euren perfekten Messeaufenthalt. Bitte lesen 🙂

Fragefreitag: Wer ist dein literarisches Vorbild?

Wenn ihr schreibt, habt ihr bestimmt das ein oder andere Vorbild in der Literatur. Vielleicht habt ihr das auch, wenn ich selbst nicht schreibt, aber eine Vorgehensweise, eine Geschichte hinter dem Geschriebenen oder schlicht den Stil bewundert. Darum fragen wir heute im #NornenFrageFreitag „Was ist dein literarisches Vorbild?“. Macht mit, hier oder auf den social media Kanälen.

Barbara Weiß aka TheBlueSiren: Michael Ende was die Verträumtheit angeht, Stephen King was die gruseligen Szenen angeht, Eva-Maria Obermann was die romantischen Szenen angeht.

Nike Leonhard: Rafik Schami, wegen der Leichtigkeit seiner Erzählweise. Carlos Ruiz Zafon, wenn es um den Umgang mit Drama und Klischee geht. Jane Austen für die Genauigkeit in den Details und Margareth Atwoot, wenn es darum geht, gesellschaftliche Fragen literarisch umzusetzen.

Jana Jeworreck aka Moira: Wegen ihrer historischen Beschreibungen, Gesellschaftsportraits, aber auch düsteren Romantik: Austen, die Bronte Schwestern, Mary Shelley. Wegen der Vieldeutigkeit und den Interpretationsebenen: Kafka und E.T.A. Hoffmann. Wegen des Weltenbaus: Tolkien, Martin, Rawling, Sprachlich: Charlotte Link, plottbezogen, erzählstark, bildlich und ohne schnörklige Eitelkeit.

Janna Ruth: Für Charaktertiefe und Vielseitigkeit George R.R. Martin und Robin Hobb. Joanne K. Rowling, weil es ihr gelingt, ihre Plots bis ins kleinste Detail auszubauen. Oscar Wilde und Günther Grass, weil sie das Telefonbuch erzählen könnten und ich würde begierig jedes Wort aufsaugen und Anne Bishop wegen der wahnsinnig tollen Ideen, auch wenn sie oft nicht immer bis zu Ende durchgeführt werden.

Eva-Maria Obermann aka Variemaa: Im Grunde jedes Buch, das ich lese ein bisschen. Denn auch, wenn es mir nicht gefällt, lerne ich doch etwas dabei. Tief geprägt haben mich Terry Pratchett, Herman Hesse, Luise Cooper, Isabel Allende, Walter Moers und Juli Zeh – mit ganz unterschiedlichen Richtungen und Elementen.

Diandra Linnemann: Neil Gaiman – man soll seine Latte ja nicht zu niedrig hängen. Ich bewundere, dass er sich in verschiedenen Medien und für die unterschiedlichsten Leserschaften bewegt, als sei das alles ganz normal, und dabei mit jedem Buch etwas Neues schafft. „American Gods“ ist mein Für-immer-Lieblingsbuch, das habe ich in fünf Ausführungen zu Hause.

Jasmin Engel: Hermann Hesse für seine atmosphärischen Settings und vor allem für die Tiefgründigkeit und Poesie, Thomas Hardy für seine Landschaftbeschreibungen und seinen speziellen Humor, Marion Zimmer-Bradley für ihre tollen weiblichen Charaktere jenseits von Schubladen und Ursula K. Le Guin für ihre ungewöhnliche Science-Fiction.

June Is: Ray Bradbury.

Tiphaine Somer Elin: Wilhelm Busch wegen seiner innovativen, kreativen Sprache, Karl May für seine Fantasie und den Mut sie ohne Einschränkung zu Papier zu bringen, Mark Twain für seine Professionalität und viele andere für ihre tollen Geschichten.

Esther: Ich halte Neil Gaiman und Eiichiro Oda für die besten Geschichtenerzähler unserer Zeit; Terry Pratchett und Walter Moers bringen mich auf sehr unterschiedliche Weise zum Lachen, und derzeit prägen mich Kevin Hearne und Linsey Hall enorm. Wenn ich es eines Tages schaffe, ähnlich faszinierend/witzig/ungezwungen wie einer dieser sechs zu schreiben, dann geht ein Traum in Erfüllung.

Anne Colwey: Derzeit steht die Schriftstellerin Nina George bei mir sehr hoch im Kurs, weil sie verdammt gut schreibt und sich für Autorenrechte einsetzt.

Sarah König: Niemand. Ich würde aber gern mal ein Buch schreiben, dass auf andere so einen Einfluss hat, wie Nöstlingers „Gretchen Sackmeier“-Reihe auf mich hatte.

Paula Roose: Ich habe viele Vorbilder. Tolkien, Rebecca Gablé, Lewis, … Lesen ist für mich die beste Inspiration fürs eigene Schreiben.

Karin (e.) Novotny alias EmmaN: Marion Zimmer-Bradley, weil sie die erste war (die mir begegnet ist),die Frauen als Heldinnen auftreten läßt, Neil Gaiman für seine großartige Art, Geschichten zu erzählen – und nie ein Wort zuviel!, derzeit lese ich wieder Patricia McKillip und erkenne, dass es in den 70er Jahren einiges an frauenlastiger toller Fantasy gab, die nur nicht zu uns über den großen Teich gewandert ist.

Unser Märzentag (Barbara Fischer Reitzer)

#metoo-Debatte, Gender-Gap beim Lohn und die immer gleiche Debatte um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Nichts Neues am Geschlechterhimmel? Nein, es bleibt ein stetes Ringen um Frauenrechten. Und das schon sehr lange.

Von den einen mehr, den anderen weniger beachtet, feiern Frauen am 8.März zum 107.mal den Internationalen Frauentag. Anlass genug, seiner Geschichte und ihrer Akteurinnen zu gedenken.

Ein Blick zurück

Unter dem Aufruf Unser Märzentag begehen im Jahr 1911 Frauen erstmals den Internationalen Frauentag. Damals noch am 19.3. Die Initiative geht von der SPD und den freien Gewerkschaften aus und ist ein Höhepunkt im Kampf  der Frauen um gleiche Rechte, gleichen Lohn und vor allem für das Wahlrecht.

„Dieser Internationale Frauentag ist die wuchtigste Kundgebung für das Frauenwahlrecht gewesen, welche die Geschichte der Bewegung für die Emanzipation des weiblichen Geschlechts bis heute verzeichnen kann.“  Clara Zetkin, Frauenrechtlerin, 1911  (Quelle)

Undatierte Kohlezeichnung von Clara Zetkin | (c) dpa Bilderdienste

Im Zuge der um sich greifenden Industrialisierung seit Mitte des 19. Jahrhunderts entsteht eine Arbeiterinnenbewegung, die bessere Arbeits- und Lebensbedingungen und gleichen Lohn sowie politische Teilhabe für Frauen fordert. Vor allem in Amerika streiken Anfang des 20. Jahrhunderts die Textilarbeiterinnen. Tausende von ihnen werden verhaftet. Doch ihre Botschaft wird weltweit gehört.

Frauen, weltweit

Es gibt also schon eine weltweite Frauenbewegung, als der II. Sozialistische Frauenkongress in Kopenhagen im Jahr 1910 auf Initiative der deutschen Sozialistin Clara Zetkin (1857-1933) die Einführung eines jährlichen Internationalen Frauentages beschließt.

„Keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte“ – fordert Clara Zetkin auf dem Kongress. Ein Jahr später, es ist der 19. März 1911, gehen mehr als eine Million Frauen zum Frauentag auf die Straße, in Deutschland, Österreich, Dänemark, der Schweiz und der USA. Die erste globale Massenbewegung von Frauen. Ihre zentralen Forderungen: das Wahl- und Stimmrecht, die Einführung des Acht-Stunden-Arbeitstages, ausreichender Mutter- und Kinderschutz, die Festsetzung von Mindestlöhnen und gleicher Lohn bei gleicher Arbeitsleistung sowie legaler Schwangerschaftsabbruch. Außer in Finnland dürfen zu diesem Zeitpunkt in keinem europäischen Land Frauen wählen. Deutschland wird Frauen dieses Recht erst im Jahr 1918 zugestehen. Und, um die zeitlichen Dimensionen des Kampfes um ein Recht zu verdeutlichen, das uns heute selbstverständlich erscheint: in der Schweiz dürfen Frauen erst seit 1971 und in Liechtenstein sogar erst seit 1984 wählen.

Die Bewegung greift um sich

Trotz seiner Wurzeln in der internationalen Arbeiterinnenbewegung, kann Clara Zetkin mit Fug und Recht als „Begründerin“ des Internationalen Frauentages gefeiert werden. Sie ist es, die den ersten Frauentag am 19. März 1911 initiiert. Bereits ein Jahr später schließen sich Frauen in Frankreich, Schweden und den Niederlanden der Idee an und gehen auf die Straße. 1913 Frauen in Russland.

Frauen setzen sich 1919 für ihr Recht, zu wählen, ein

Das Jahr 1917 ist ein Schicksalsjahr in Russland. Es ist der 8. März 1917, als Frauen anlässlich des Internationalen Frauentages in St. Petersburg demonstrieren. In den Textilfabriken der Stadt treten Arbeiterinnen in den Streik und fordern andere Betriebe auf, sich anzuschließen. Am Ende streiken 90.000 Menschen. Dieser Streik greift auf andere Bereiche über und mündet schließlich in einem Aufstand: die Februar-Revolution beginnt (nach russischem Kalender war es Ende Februar) in deren Folge der Zar abdankt und sich die UdSSR gründet.

Um dauerhaft an dieses Ereignis und die Wirkung von Einigkeit und Solidarität zu erinnern,  legt eine große sozialistische Frauenkonferenz im Jahr 1921 den 8. März als Datum für den internationalen Frauentag fest.

Unter der Naziherrschaft wird der Frauentag verboten.

festes Datum

Nach 1949 ist im sozialistischen Teil Deutschlands die Gleichstellung von Männern und Frauen mit der Staatsgründung verfassungsmäßig verankert. Der 8. März ist zwar kein offizieller Feiertag und frei, wie in anderen sozialistischen Staaten, aber er ist ein fest verankertes Datum in jeder Frauenbrigade.

In der BRD kämpfen 1948/49 vier Frauen im männerdominierten  parlamentarischen Rat (Dr. Elisabeth Selbert, Frieda Nadig, Helene Weber und Helene Wessel) um den Artikel 3, Abs. 2:  „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Und doch dürfen Frauen bis ins Jahr 1977 ohne Zustimmung des Mannes nicht arbeiten und dem Mann obliegt auch die Verfügungsgewalt über das gemeinsame Geld. Der 8. März spielt in der BRD erst nach der 68er Revolution wieder eine Rolle.

Auch heute machen Frauen auf der ganzen Welt am 8. März mit Veranstaltungen, Feiern und Demonstrationen auf noch immer nicht verwirklichte Frauenrechte aufmerksam. #metoo-Debatte, Gender-Gap beim Lohn und die immer gleiche Debatte um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zeigen. Nichts Neues am Genderhimmel? Doch, aber es bleibt viel zu tun.

*Autorin des Artikels ist Barbara Fischer Reitzer

Das Nornennetz – starke Frauen in der Phantastik

Am 17.3. um 16 Uhr startet die Talkrunde über Frauen in der Phantastik und im Literaturbetrieb auf der Leseinsel Fantasy in Halle 2.

Eine Stimme für die Frauen der modernen Phantastik-Literatur – mit dieser Vision wurde das Nornennetz gegründet. Denn auch wenn es mehr Phantastik-Autorinnen gibt als je zuvor, sind die Stereotype um (schreibende) Frauen größer denn je. Sie seien mehr auf Romantasy und Gefühle beschränkt – stimmt das denn wirklich?

Unsere Talkrunde auf der LBM

Wo stehen Frauen also in der modernen Phantastik, in Geschichten als auch im Literaturbetrieb? Welche Frauenbilder gibt es zwischen Prinzessin und Drachentöterin, Supermama und Revolutionäre, und wo fügen sich die Nornen selbst ein?

Vier Nornenschwestern treffen sich zur Leipziger Buchmesse für eine offene Talkrunde, um das Nornennetz zu repräsentieren und über jene Themen zu sprechen. Dabei soll vor allem im Zentrum stehen, wie Geschlechter-Stereotypie sowohl Frauen als auch Männer auf dem literarischen Markt behindert – sei es wegen unterschiedlicher Bezahlung und Präsenz oder weil gewisse Genres nur einem der beiden Geschlechter „zugetraut“ werden – und wie AutorInnen und LeserInnen jenen Behinderungen entgegenwirken können.

Fühlen Sie sich herzlichst zum Mitreflektieren und -reden eingeladen!

Die Talkerinnen:

Moderatorin Stella Delaney
Galgenmärchen-Autorin Nora Bendzko
Autorin, Bloggerin und Lektorin Katherina Ushachov
Autorin und Selfpublisherin Nike Leonhard

Fragefreitag: Was war die erste Geschichte, die du je geschrieben hast?

Nach krankheitsbedingter Pause ist endlich unser Fragefreitag wieder da. Ja, auch Nornen werden manchmal krank, aber den Spaß lassen wir uns deswegen noch lange nicht nehmen. Erst recht nicht den Spaß am Schreiben. Darum wird es heute nostalgisch, faszinierend und literarisch. Macht mit  unter dem Hashtag #NornenFragefreitag . Wir sind auf eure Antworten gespannt.

Anne Zandt aka Poisonpainter: Die Geschichte, von der ich behaupte, dass sie meine erste ist, heißt „Wie Pferd und Kängeruh Freunde [wurden]“ und stammt aus einem Schreib-Projekt aus der 2. Klasse. Ich hab die Geschichte nie abgeschlossen, sie ist voller Rechtschreibfehler und hat einen unglaublichen Plottwist[/Sarkasmus]: In Australien spricht man rückwärts! 😀 Ein bisschen mehr dazu habe ich im Rahmen der #LoveWritingChallenge auf meinem Blog.

June Is: 4. Klasse, Genre: Horror-Gruselmärchen, Titel: Sterbenacht.

Diandra Linnemann: Es ging um Ponys, soviel weiß ich noch. Früher ging es immer um Ponys.

Katharina Ushachov aka Evanesca: Die müsste ich noch irgendwo haben. Das waren die Abenteuer eines Pummeluffs. Ein wenig inspiriert von Magic-Girl-Animes und ein paar Superheldenserien.

Sarah König: Oh, klassische Liebesgeschichte. Habe sicher fünf Seiten in dem eigens (in Frankreich) gekauften Heft geschrieben. Großes Kino!

Elea Brandt: Erste oder zweite Klasse: Die Geschichte über einen alten Computer, der zugunsten eines neueren Modells verschrottet werden soll.

Paula Roose: Tatsächlich erst 2011 „Der verlorene Sternenstaub“ Wird für immer in der Schublade bleiben, aber sie ist schuld daran, dass ich Schriftstellerin wurde, denn sie hat ihre Leser zum Weinen gebracht.

Janna Ruth: Ich habe im Kindergarten eine Geschichte gemalt über einen Hasen und einen Raben und daraus ein kleines Buch gebastelt. Leider habe ich sie schon lange nicht mehr, genausowenig, wie die kleinen Geschichten, die ich in der Grundschule nur so nebenher geschrieben habe. Meine allererste „richtige“ Geschichte war Reneka, ein Sci-Fi-Abenteuer mit Sklaverei als großes Thema.

Barbara Weiß aka TheBlueSiren: Ich habe in der Grundschule viele Kurzgeschichten geschrieben, oft gemeinsam mit Freundinnen. Ich erinnere mich an eine Geschichte, in der es um seltsame Geräusche auf dem Dachboden ging. Die Protagonisten fanden jedoch heraus, das es ein entflohener Papagei und kein Gespenst war. Nunja.

Jasmin Engel: Bei mir war es auch in der ersten oder zweiten Klasse. In meiner kleinen Geschichte ging es um einen Eisvogel und sein Leben in der Natur draußen.

Jana Jeworreck alias Moira: „Der Bäcker und der kalte Hund“ Dafür erhielt ich in der Grundschule meine erste Eins, trotz des Backteichs. Ich glaube, das war wohl wegweisend.

Grace Mortis: „S.T.A.R.S“ war 2012 meine erste Geschichte, die ich schrieb. Zeitgleich war es auch meine längste und schönste. Zumindest m.E. nach. Sie liegt unbearbeitet im Desktop Ordner.

Jule Reichert: Das dürfte dann auch die einzige FanFiction-Geschichte gewesen sein, die ich jemals schreib: eine Fortsetzung des Computerspiels „Secret of Mana“. Ich fand die Figuren so toll und habe die Geschichte weitergesponnen.

Cazze: Meine erste Geschichte war eine Fanfiction zu „Wickie und die starken Männer“. Irgendwie habe ich dann aber noch Dinosaurier dazugemischt ^^

Michelle Janßen: Eine Fabel in der 5. Klasse, die sogar veröffentlicht wurde. Irgendwas mit einem Raben und einer Maus…

10 Survival-Tipps für die Leipziger Buchmesse (Nike Leonhard)

Vom 15.-18.03.2018 ist es wieder so weit: Leipzig wird zum Treffpunkt der Buchmenschen und Manga-Begeisterten. Auch wir vom Nornennetz werden mit einem eigenen Stand vertreten sein.
Über die Dinge, die wir uns ausgedacht haben, wird es separate Blogartikel geben. Heute geht es darum, wie man sich optimal auf den Messebesuch vorbereitet und was man unbedingt mitnehmen sollte.

  1. Vorbereitung

Der erste Tipp ist schon in der Einleitung gegeben: Bereite dich vor! Dazu gehört auch, zu überlegen, warum du auf die Messe willst. Es ist etwas anderes, ob du nur Bücher gucken oder ob du auch Leute treffen, Veranstaltungen besuchen willst oder eventuell Werbung für deine eigenen Produkte bzw. Dienstleistungen machen willst. Dementsprechend solltest du deinen Besuch planen.
Besorg dir rechtzeitig ein Programm und streich dir die Veranstaltungen und Stände an, die du unbedingt besuchen möchtest. Plane dabei lieber etwas mehr Zeit ein, denn die Wege zwischen den Veranstaltungen sind manchmal lang. Wenn du sie planst, setzt du dich von vornherein nicht unter Druck – denn so kannst du den Besuch genießen.
Das Gleiche gilt für Treffen mit Verlagen, Kolleg*innen und oder Freund*innen. Gerade wenn du  geschäftlich unterwegs bist, solltest du die Termine vorher vereinbaren. Dabei gilt: Je früher du dich meldest, desto größer ist die Chance, dass du deinen Wunschtermin bekommst.

Ein Besuch der Leipziger Buchmesse will gut geplant sein (Foto: Ela Schnittke)

  1. Schuhe und Blasenpflaster

Lange Wege sind nicht nur ein Zeitfaktor, sondern gehen auch auf die Beine. Daher ist unser nächster Ratschlag, unbedingt gut eingetragene Schuhe mitzunehmen. Bequemlichkeit geht hier eindeutig vor Chic. Du wirst von dem Moment an, wo du dein (Hotel-)Zimmer verlässt, fast den ganzen Tag auf den Beinen sein. Rechne mit 10 – 12 Stunden, in denen du viel mehr stehen wirst als sonst. Das klappt nur in bequemen, gut eingetragenen Schuhen.
Sicherheitshalber solltest du trotzdem Blasenpflaster für die Fersen mitnehmen. Wenn du es nicht brauchst, um so besser. Aber glaub uns: Wenn doch, rettet es dir den Tag!

  1. Kleidung

Auch bei der Bekleidung steht der Wohlfühlfaktor an erster Stelle. Das heißt nicht, dass du mit Schlabberjeans und Gamershirt rumlaufen musst, es kann durchaus auch Anzug und Hemd sein, wenn du jemanden beeindrucken willst. Auf der Messe wirst du beides sehen. Für dich ist erst mal wichtig, dass du dich in den Sachen wohlfühlst. Alles, was kneift, drückt oder scheuert, kann zu Hause im Schrank bleiben. Auch knitternde oder fleckanfällige Sachen lass besser daheim.
Zum Wohlfühlen gehört auch, lieber etwas anzuziehen, das für die Jahreszeit etwas zu leicht ist. In den Hallen wird es warm. Manchmal sogar sehr warm. Also nimm dir lieber eine dicke Jacke für draußen mit (die an der Garderobe bleibt) und etwas Leichteres für darunter.

  1. Verpflegung

Etwas zu Essen oder zu Trinken zu bekommen, ist auf der Leipziger Buchmesse erfreulich einfach. Alle Hallen haben mehrere Cateringstände. Die Länge der Schlangen ist moderat und meist bekommt man in den Cafés sogar problemlos einen Sitzplatz. Trotzdem raten wir dazu, eigene Verpflegung einzupacken. Gerade wenn man mehrere Tage auf der Messe unterwegs ist, wird es sonst teuer.
Vor allem solltest du etwas zu trinken einpacken, denn in den warmen Hallen braucht man viel Flüssigkeit. Eine Halbliterflasche stilles Wasser reicht völlig – die schäumt nicht über und lässt sich am Wasserhahn jederzeit wieder auffüllen. Dazu ein oder zwei belegte Brötchen oder Studentenfutter und etwas Obst und der Tag kann nur gut werden.

  1. Technik

Darauf, dass du dein Handy mitnehmen solltest, brauchen wir vermutlich nicht extra hinzuweisen. Vermutlich willst du deinen Messebesuch ohnehin dokumentieren und deine Erlebnisse in den sozialen Medien teilen. Da leistet das Handy nicht nur als Kamera, sondern auch als Notizbuch gute Dienste. Außerdem empfiehlt es sich, sich die Buchmesse-App zu holen, dann hast du die Übersicht über die Hallen und Veranstaltungen immer griffbereit.
Wenn du live berichten willst, ist es wichtig, dass dein Datenvolumen ausreicht. Die LBM bietet zwar freies WLAN, aber mit so geringem Datenvolumen und Übertragungsraten, dass es mehrere Stunden braucht, ein einzelnes Bild zu twittern.
Sicherheitshalber solltest du dir außerdem ein oder zwei Powerbänkchen und eine Mehrfachsteckleiste einpacken. Zwar gibt es auch auf der Messe Möglichkeiten, Akkus aufzuladen, aber das heißt auch, dass du danebenstehen musst und in der Zeit nichts anderes machen kannst.  Die Mehrfachsteckleiste kommt natürlich nicht mit auf die Messe, sondern bleibt im Hotelzimmer. Sie sichert lediglich, dass du genügend Steckplätze hast, um alle Geräte wieder aufzuladen.

Vorbereitung hilft, im Trubel nicht den Überblick zu verlieren (Foto: Ela Schnittke)

  1. Visitenkarten und andere Werbemittel

Wenn du auf der Buchmesse netzwerken und Kontakte knüpfen willst, sind Visitenkarten geradezu unverzichtbar. Daher ist es besser, ein paar mehr einzupacken.
Wenn du andere Werbemittel hast, kannst du die auch mitnehmen. Du solltest sie allerdings sparsam einsetzen. Das Auslegen und Verteilen von Flyern und anderem Werbematerial ist nur an den Ständen erlaubt. Allerdings werden die wenigsten Standbesitzer mit Begeisterung reagieren, wenn du deine Sachen einfach bei ihnen auslegst. Du kannst sie aber Interessierten, mit denen du dich unterhältst, anbieten.

  1. Bücher und Manuskripte

Du bist Autor*in und willst die Buchmesse nutzen, um Werbung für deine Bücher zu machen? Fein. Aber erwarte nicht zu viel. Du kannst sie zwar rumzeigen und verschenken, aber der Verkauf ist nur über die Messebuchhandlung erlaubt.
Manuskripte kannst du dagegen gleich zuhause lassen, wenn du nicht vorher einen Termin mit einem Verlag oder einer Agentur gemacht und ausdrücklich vereinbart hast, ein Exemplar mitzubringen. Sollte sich doch jemand für dein Manuskript interessieren, kannst du fast sicher sein, dass es sich um einen der unseriösen Vanity Verlage handelt.

  1. Kleinkram

Kennst du das? Irgendwas fehlt immer. Damit dir das nicht ausgerechnet auf der Messe passiert, hier ein paar Tipps, was du außer den schon genannten Dingen unbedingt dabeihaben solltest:

    • Namensschild
      Ein Namensschild hilft dir zwar nicht direkt, aber du machst es deinem Gegenüber leichter, deinen Namen zu behalten. Gerade, wenn man viele neue Kontakte knüpft, ist es schwer, Namen zu behalten. Wenn du es den anderen leicht machst, hebst du dich sehr wohltuend aus der Masse und bleibst besser in Erinnerung.
    • Stifte und Notizbuch
      Selbst, wenn du daran gewöhnt bist, Notizen im Handy zu machen, ist es sinnvoll, ein Notizbuch und mindestens zwei Kugelschreiber oder Fineliner einzustecken. So ist es viel leichter, schnell einen Blogartikel zu skizzieren oder die Kontaktdaten der neuen Bekanntschaft aufzuschreiben, die dummerweise keine Visitenkarte dabei hatte.
    • Lippenpflegestift
      Das ist ähnlich, wie mit dem Blasenpflaster. Kann sein, dass du ihn nicht brauchst. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass du zu wenig trinkst und deshalb am Ende des Tages gesprungene Lippen hast, ist groß. So ein Stift dagegen ist klein und kann dir den Abend (und den nächsten Tag) retten. Und ja, der Tipp gilt auch für Männer.
    • Kopfschmerztabletten und andere Medikamente
      Gerade, wenn du auf Medikamente angewiesen bist, gehören die unbedingt ins Gepäck. Kopfschmerztabletten sollten für Notfälle aber auch dabei sein.
    • Lutschpastillen
      Die Retter für den Hals, wenn du bei trockener Luft zu wenig getrunken hast.
    • Bargeld
      Du wirst eine Menge brauchen, für Garderobe, Essen, Mitbringsel, Bücher …
    • Ticket
    • Fahrkarte (wenn nicht im Ticket enthalten)

  1. Tasche

Logischerweise muss der ganze Kram irgendwo untergebracht werden. Gut geeignet ist ein große Umhängetasche oder besser noch ein Rucksack. Eine Umhängetasche sieht besser aus, der Rucksack verteilt das Gewicht gleichmäßig, so dass die Wahrscheinlichkeit von Rückenschmerzen geringer ist. In jedem Fall sollten die Tragriemen breit sein und an den Schultern gut abgepolstert.
Was gar nicht geht, sind Rollkoffer. Glaub uns: Niemand mag Menschen, die mit Rollkoffer auf eine Messe gehen. Sobald es auch nur etwas voller wird, sind die Dinger überall im Weg.

  1. Fang jetzt mit den Vorbereitungen an

Vermutlich hast du das zwar schon, aber falls nicht, solltest du jetzt anfangen, damit dir die Zeit nicht knapp wird. Noch ist es kein Problem, Visitenkarten zu bestellen und Verabredungen zu treffen; ein Hotelzimmer zu buchen, könnte aber schon knapp werden. Also mach dir eine Liste, was du noch erledigen musst und dann los!

Sehen wir uns? Du findest uns am Stand J303 – in Halle 2. Wir freuen uns auf dich!

Autorin des Beitrags ist Nike Leonhard.