Nike Leonhard: Vampire #Fabelwesen

Fabelwesen im Nornennetz

Vampire sind derzeit so populär, dass es schwer scheint, überhaupt noch etwas Originelles zu ihnen zu schreiben. Trotzdem habe ich gerade eine Vampirgeschichte veröffentlicht, denn meine Vampire sind anders.

Diese Andersartigkeit beginnt schon damit, dass sie keine überirdisch schönen, übermächtig starken Gestalten sind. Bei mir ändert der Biss weder das Aussehen noch den Körperbau, sondern im Wesentlichen den Metabolismus. Ein sehr fetter Mensch kann daher zu einem schlanken Vampir werden. Er setzt aber weder mehr Muskelmasse an, noch wird er auf paranormale Art besonders stark oder schnell.

Warum auch? Wenn man davon ausgeht, dass Vampirismus durch einen Biss übertragen werden kann, muss es sich bei dem Überträger um eine Art Virus handeln. Das passt zu den älteren Vampirlegenden, die oft im Zusammenhang mit Seuchen aufkamen. Im Umkehrschluss bedeutet die Virustheorie aber auch, dass nichts verändert werden kann, zu dem nicht vorher eine Anlage bestand. Das macht Vampire körperlich anfälliger, damit in meinen Augen aber auch weitaus interessanter.

Die nächste Frage ist, was die Ausbreitung hemmt. Eine zu starke Ausbreitung wäre für das Virus nicht sinnvoll, denn wenn jeder Biss einen neuen Vampir erschaffen würde, hätten die Vampire bald niemanden mehr zum Beißen. Die Vampire selber haben keinen Einfluss darauf, wer sich beim Biss ansteckt und wer nicht. Es muss also das Virus sein – oder besser gesagt: das menschliche Immunsystem, das die Ausbreitung verhindert.

Wenn aber Vampire keinen Einfluss darauf haben, wer zum Vampir wird und wer nicht – wie soll es dann zu den oft beschriebenen Über- und Unterordnungsverhältnissen kommen?

Bei näherem Nachdenken sind Vampire doch nicht so unoriginell. Vor einiger Zeit habe ich auf meinem Blog eine fünfteilige Serie darüber geschrieben. Der erste Teil findet sich hier: https://nikeleonhard.wordpress.com/2017/02/17/realistische-vampire-1-wie-wird-man-eigentlich-vampir/

Das Ergebnis dieser Überlegungen ist am 5. September 2017 als E-Book erschienen: „Biss zum letzten Akt“. Zu diesem Zeitpunkt wird das Buch dann auch eine eigene Seite mit den entsprechenden Verkaufslinks auf http://www.nikeleonhard.wordpress.com bekommen.

Jule Reichert: Von Feen und Elfen in der Fantasy #Fabelwesen

Fabelwesen im Nornennetz

In vielen Kindergeschichten kommen sie vor: Feen und Elfen. Oft ist dabei nicht ganz klar, was nun eigentlich gemeint ist. Haben Feen Flügel? Elfen auch? Sind Elfen die männlichen Feen? Oder haben sie doch einfach nur spitze Ohren? Wer sich ein klein wenig im Fantasy-Genre bewegt, dem stellen sich schnell alle Härchen auf, sobald der Begriff „Elfen„ mit Feen gleichgesetzt wird.

Der Ursprung

Wikipedia bezeichnet den Begriff „Elfen„ als: Bezeichnung für eine sehr hererogene Gruppe von Fabelwesen in Mythologie und Literatur. Damit setzt auch Wikipedia einen Unterschied zwischen den mythologischen Elfen und denen aus dem Fantasy-Genre.

Während die Naturgeister ihren Ursprung in der nordischen Mythologie haben, war es J.R.R. Tolkien, der die Darstellung Elfen im Fantasy-Genre geprägt hat. Wer an Tolkien denkt, hat automatisch das bekannteste Subgenre, die High Fantasy, vor Augen. Feen hingegen stammen ursprünglich aus der keltischen Sagenwelt – und sind im Übrigen sogar mythologisch mit den Nornen verwand.

Über Flügel und Ohren

In der Fantasy sind Feen ganz und gar nicht mit Elfen gleichzusetzen. Elfen gehören nicht zu den Feenwesen, die ganze Fantasywelten bereichern. Das beste Erkennungsmerkmal einer „richtigen„ Fee sind ihre Größe und die Flügel auf dem Rücken. Allgemein zählen sie zu den Feenwesen und sind eigensinnig, schalkhaft und sprunghaft. Manchmal haben sie König und/oder Königin, aber zumeist machen sie gerade das, was ihnen in den Sinn kommt. Sie sind ein Produkt der Magie in den Fantasywelten und können somit für so manchen Schabernack und Albtraum sorgen.

Als Feenwesen gelten in der Fantasy meistens auch Nymphen, Alben und andere Naturgeister. Elfen hingegen sind im Fantasy-Genre für gewöhnlich in etwa menschengroß und haben keine Flügel, aber spitze Ohren – so manches T-Shirt behauptet auch, sie hätten doofe Ohren. Des Weiteren haben Elfen zumeist eine richtige Kultur. Mal sind sie sehr naturbezogen im Wald, manches Mal haben sie große Städte und treten geradezu menschlich auf. Im Gegensatz zu Menschen sind Elfen jedoch meist viel mehr eins mit Magie und der Welt an sich.

Gleichermaßen für Elfen und Feen gilt nur eine Regel: Es gibt sie in verschiedenen Ausprägungen, denn jede Fantasy-Welt ist anders.

Beispiel gefällig?

Für jene, die noch immer verwirrt durch die Begrifflichkeiten sind, ein gutes Beispiel aus den bekannten Medien. Einer der bekanntesten Elfen kommt aus der Computerspiel-Reihe „The legend of Zelda“ . Besagter Elf heißt Link und ist Protagonist der Reihe – auch wenn sie nach der Prinzessin benannt ist. Link jedenfalls ist ein Elf. Und im Laufe des Spiels fängt er sogar Feen; kleine geflügelte Lichterwesen, die ihm Lebensenergie zurückgeben können.

Quelle

https://de.wikipedia.org/wiki/Elfen

https://de.wikipedia.org/wiki/Fee

https://de.wikipedia.org/wiki/The_Legend_of_Zelda

Mehr über Jule Reichert gibt’s hier https://moechtegernautorin.wordpress.com/

Diandra Linnemann: Der europäische Ziegensauger #Fabelwesen

Fabelwesen im Nornennetz

Beim europäischen Ziegensauger handelt es sich um eine wenig bekannte Variante des mittelamerikanischen Chupacabra. Genau wie dieser parasitäre Vertreter der Dämonenwelt ist der europäische Ziegensauger ein vampirartiges Wesen, welches seiner Beute durch einen Riss in der Kehle das Blut aussaugt. Anders als der lateinamerikanische Chupacabra begnügt der europäische Ziegensauger sich, wahrscheinlich aufgrund seiner geringeren Größe, mit Ziegen und Schafen.

Die Legenden über den europäischen Ziegensauger stammen überwiegend aus dem alpinen Raum. In kirchlichen Archiven finden sich nur wenige Hinweise auf Herkunft und Wirken der Bestie. Verbrieft ist, dass der europäische Ziegensauger beinahe exklusiv in abgelegenen Alpentälern beheimatet ist, in denen die Bauern aufgrund der kargen Weiden und steilen Hänge Ziegen statt Kühe hielten. Ganze Herden schienen unter mysteriösen Krankheiten zu leiden oder verschwanden nach und nach in den umliegenden Fichtenwäldern. Erst als die Bauern ihre Ziegenzucht aufgaben, blieben die Erscheinungen des europäischen Ziegensaugers aus.

Der Dämon wird als etwa hundsgroß beschrieben. Er hat üblicherweise braunes oder dunkelgraues Fell, welches einen länglichen Kopf mit einer spitzen Schnauze und einen auffälligen Knochenkamm auf dem Rücken bedeckt. Der lange Schwanz der Bestie ist haarlos. Anhand dokumentierter Ziegenkadaver aus den 1950er Jahren lässt sich vermuten, dass der europäische Ziegensauger ein starkes Reißgebiss mit markanten Eckzähnen hat, mit denen er die Schlagader seiner Beute öffnet, um das Blut zu trinken. Er lebt wahrscheinlich in Gebirgsspalten oder Höhlen, in welche er seine Beute verschleppt, um sie in Ruhe auszusaugen.

Bei Sichtung ist unbedingt Abstand zu halten, sonst droht Lebensgefahr! 

Der europäische Ziegensauger jagt in dem fantastischen Serienroman „Das Ziegenmädel“, der seit Ende Juli häppchenweise über meinen Newsletter veröffentlicht wird (Anmeldung unter: https://diandrasgeschichtenquelle.org/newsletter/).

Außerdem findet ihr mich hier online:

https://diandrasgeschichtenquelle.org/

https://www.facebook.com/DiandrasGeschichtenquelle/

https://twitter.com/maerchenquelle

https://www.instagram.com/diandralinnemann/ 

Näckar, die Chamäleons der Meere von Tina Skupin #Fabelwesen

Mein Name ist Bragi, und ich bin… du bist sicher, dass uns keiner belauscht? Wir Norsen leben seit dem Verschwinden von Odins und Asgard unerkannt unter den Menschen, und die Gesetze sind streng: keine schriftlichen Quellen! Niemand darf sich zu erkennen geben. Was Norsen sind, fragst du? Die Völker des Nordens natürlich! Die Riesen und Vittras, Trolle, Zwerge und Tomte, und natürlich wir Näckar! Habt ihr Menschen wirklich gedacht, ihr wärt alleine? Es gibt Dutzende andere Wesen. Früher waren wir noch mehr, aber Asen, Berserker oder Walküren hat seit Jahrhunderten niemand gesehen.

Zurück zu mir: Die meisten Näckar leben in den Unterwasserreichen, aber einige hat es ans feste Land gezogen. Ich wohne mit meinem Bruder Albin mitten in Stockholm. Von unserem Balkon aus können wir die Ostsee funkeln sehen – Es ist eine Sache, von zu Hause auszuziehen, eine andere, seine Herkunft zu verleugnen, und das Wasser der See durchzieht meine Adern wie die Magie der Norsen.

Magie? Natürlich! Alle Norsen können Magie wirken. Und wir Näckar haben die allerbeste! Die Vikings mögen hart kämpfen, die Riesen alle Arten von Waffen und Amuletten schmieden. Doch wir können unsere Gestalt an Wasser und an Land anpassen. Albin durchzieht die Meere in Gestalt einer Robbe, während ich mit einem formschönen Fischschwanz ausgestattet bin. Und wir können musizieren! Wenn die Näckar aufspielen, müssen alle tanzen! Ich spiele die Geige und den Bass, Albin und ich haben unsere eigene Metal-Band. Ja, Metal. Was denkst du denn, was Norsen spielen? Volksmusik vielleicht?

Aber jetzt muss ich los. Jocke hat uns erzählt, dass in der U-Bahn eine Neue kontrolliert, die keinen Humor und einen Stock im Hintern hat. Gewettet hat er, dass wir nicht an ihr vorbeikommen. HA! Das wollen wir doch mal sehen!

Bragi und sein Bruder Albin haben ihren ersten Auftritt in der Kurzgeschichte „Der Preis für Pizza“. Die beiden – sowie die schlecht gelaunte U-Bahn-Kontrolleurin – kehren zurück im März 2018 in „Valkyrie – zurück ins Jetzt“ (OhneOhren-Verlag).

Janine Dudzik: Das Lied der Stille #Fabelwesen

Fabelwesen im Nornennetz

Die Seelenheilerin hat ein besonders reines Herz und schafft es, den tiefen Schmerz von Seelen zu entdecken und ins Gegenteil zu kehren. Sie ist es, die immer die richtigen Worte kennt, um die Verletzungen zu mindern.

Doch nur mit ihrem Gefährten, dem Seelenspürer, ist sie in der Lage, die gepeinigten Seelen zu erkennen und sie zu heilen. Er ist es, den gewöhnliche Menschen als besonders einfühlsam beschreiben. Er erkennt sofort, wenn etwas nicht stimmt.

Beide Linien habe eine lange Generation und können nur gemeinsam gegen ihren größten Feind antreten: Den Seelenfresser. Ohne einander erkennen sie ihre Gaben nicht und führen ein gewöhnliches Leben. Doch durch die Connubio sind sie äußerst machtvoll.

Aus: Das Lied der Stille von Janine Dudzik. Erhältlich bei Amazon

 

Janna Ruths Dämonen in »Zeichen der Macht« #Fabelwesen

Janna Ruth 2017

Fabelwesen im Nornennetz

Vor langer Zeit, als alle Welten noch eins waren, erhob sich ein mächtiger Magier. Mit der schwarzen Magie der Zerstörung verlieh er denen Kräfte, die unter den ungleichen Verhältnissen am meisten litten. Sie nannten sich «Demen», die Befreiten.

Jahrtausende später sind aus den einstigen Menschen Dämonen geworden, die in «Hescaryn», der unterirdischen Höllenwelt ein neues Zuhause gefunden haben. Rein zoologisch wird alles, was aus dieser Welt stammt als Dämon bezeichnet, darunter auch Höllenwürmer, Wendigos und Blutrösser, doch hier soll von denen berichtet werden, die sich zur Herrscherklasse aufgeschwungen haben, den Dämonen erster Klasse.

Sie zeichnen sich durch ungeahnte Kräfte aus, die von den Fähigkeiten, sprichwörtlich den abstrakten Raum zu zerreißen und an anderer Stelle wieder aufzutauchen und rasenschnellen Selbstheilkräften unterstützt werden. Manche Dämonen beherrschen Magie und manche sogar die hohe Kunst des Gestaltwandelns, aber alle besitzen sie schwarze ledrige Flügel.

Die Dämonen, deren höchstes Gut die absolute Freiheit ist – frei von Moral und allen Verpflichtungen -, folgen dem Rat der sieben Erzdämonen. Sieben mächtige Dämonen, die die sieben Todsünden verkörpern. Seit der schwarze Thron des Höllenfürsten verwaist ist, führen sie die Geschicke Hescaryns – und bringen sich dabei vor allem selbst um den Verstand.

www.janna-ruth.com/zeichendermacht/

Nike Leonhard: Werwölfe #Fabelwesen

Fabelwesen im Nornennetz

Seit „American Werewolf“ kennt man Werwölfe als Menschen, die sich bei Vollmond in riesige, haarige Biester verwandeln. Selbst liebenswerte Gestalten wie Remus Lupin mutieren dann zu triebgesteuerten Bestien, die alles zerfleischen, was ihnen unter die Fänge kommt. Wer gebissen wird (oder auch nur eine Kratzwunde davonträgt), wird selbst zum Werwolf.

Dabei sind Werwölfe in ihrer ursprünglichen Form „nur“ ein Gestaltwandler. Ob diese Fähigkeit erblich ist oder man dazu bestimmte Gegenstände braucht (oder beides), ist nicht ganz klar. In den Sagen der Brüder Grimm finden sich jedenfalls Hinweise darauf, dass die Verwandlung mittels eines Gürtels aus Wolfsfell durchgeführt wurde.

Wesentlich ist aber, dass die Verwandlung willentlich erfolgt und keinesfalls auf Vollmondnächte beschränkt ist. Auch der Mythos, dass man durch Biss oder eine sonstige Verletzung durch einen Werwolf selber zu einem wird, ist deutlich jünger.

Worin die Geschichten weitgehend übereinstimmen, ist der Blutdurst der Werwölfe. Gerade das ist jedoch ein Punkt, bei dem ich stark ins Zweifeln komme. Zwar kommen auch die „echten“ Wölfe in alten Geschichten immer sehr schlecht weg, aber dieses Bild ist durch moderne Untersuchungen längst widerlegt. Ich fände es daher reizvoll, eine Geschichte zu lesen, die die Erkenntnisse der Verhaltensforschung mit den alten Werwolfmythen verknüpft. Falls mir niemand mit dem Schreiben zuvorkommt, hätte ich auch selbst eine Idee.

http://nikeleonhard.wordpress.com/

Natalie Winters Drachenwandler #Fabelwesen

Günter Donatz 2017

Fabelwesen im Nornennetz

Als Drachenwandler oder auch Drachenshifter bezeichnet man Menschen, die sich in, nun ja, Drachen verwandeln können. Ähnlich wie beim bekanntesten Vertreter der Gestaltwandler, dem Werwolf, liegt die tatsächliche Entstehung dieser Spezies im Dunkeln, auch wenn sie viele Mythen und Legenden um sie ranken. Die Drachenshifter selbst behaupten, sie wären das Produkt der Liebe zwischen dem personifizierten Chaos und dem Gott des Feuers. Neuere Theorien, die von den konservativen Drachenwandlern abgelehnt werden, führen steinzeitliche Knochenfunde als Beweis dafür ins Feld, dass sich bereits zur Zeit der Dinosaurier eine Spezies herausbildete, die menschliche, reptilienartige und vogelähnliche Eigenschaften in sich vereinte.

Drachenwandler leben in der Regel zurückgezogen und scheuen die Gesellschaft von Menschen. Erst in den letzten Jahren, als der Glaube an das Übernatürliche allmählich wieder gesellschaftsfähig wurde, öffneten sie sich zumindest anderen paranormalen Wesen.

Unter ihren herausragenden Eigenschaften findet man Mut und Loyalität. Durch ihre Fähigkeit, übergeordnete Zusammenhänge schnell zu erkennen, eignen sie sich besonders gut für den Polizeidienst, immer vorausgesetzt, sie verfügen über ausreichend Selbstbeherrschung. Durch ihre angebliche Abstammung vom Chaos tendieren sie zu Überreaktionen, wenn sie oder jemand, der ihnen nahesteht, bedroht wird.

Wer nicht glaubt, dass Drachenshifter ziemlich gute Ermittler sind, kann sich ab dem 3. Oktober selber davon überzeugen: https://www.dryas-verlag.de/shop/item/9783940855732/die-hexe-von-maine-von-natalie-winter-kartoniertes-buch

Natürlich auch bei Amazon: https://www.amazon.de/Die-Hexe-von-Maine-Shifter/dp/3940855731/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1500298272&sr=8-1&keywords=hexe+von+maine

Die Chronistin der Shifter Cops hat auch eine Website: http://www.shiftercops.com/

Und die Shifter Cops sind bei Facebook zu finden: https://www.facebook.com/Shiftercops-850592785105211/

Esther: Der Nøkk #Fabelwesen

Der Nøkk ist ein Sagenwesen, das in den Inlandsgewässern Norwegens, Schwedens, Islands, Dänemarks und bis nach Deutschland lebt. Je nach Region heißt er Nøkk/Nøkke, Näck, Nix, Strömkarl oder Wassermann.

Er ist ein gewitzter Verführer und ein begnadeter Spielmann, der vor allem in Flüssen oder Bächen lebt und versucht, die Menschen und Tiere, die am Wasser vorübergehen, in sein Reich hinabzuziehen. Oftmals wird er für Ertrinken und andere Unglücksfälle in Wassernähe verantwortlich gemacht, und personifiziert die Gefahr des Wassers.

Je nach Region sieht der Nøkk unterschiedlich aus: Während man ihn in Schweden unverkennbar an seinem dunkelgrünen Haar und seinen Augen, so tief wie Waldseen, erkennt, ist er in Teilen Dänemarks oft blond und blauäugig. Sein übriges Äußeres variiert von einem schönen Jüngling bis zu einem uralten Mann, in den meisten Fällen gilt er als Gestaltwandler. In Norwegen erscheint der Nøkk manchmal als prächtiges, grauweißes Pferd oder als ein Stück Treibholz – jeder Trick ist recht, um seine Opfer ins Wasser zu locken.

Sein vielleicht bekanntester Trick ist seine Musik: Er ist ein Meister der Fiedel, der Harfe oder Flöte, und kann mit seinem Spiel seine Opfer verzaubern, sodass sie ihm ins Wasser folgen, oder aber tanzen müssen, bis der Morgen anbricht. Seine Musik ist durchzogen von einer tiefen Melancholie und so schön, dass die Zuhörer in Tränen ausbrechen. Weint der Nøkk selbst beim Musizieren, steht großes Unglück bevor.

Hauptquellen:

  • Johan Egerkrans: Nordiska Väsen
  • no.wikipedia.org/wiki/Nøkk

tintenfedern.wordpress.com

Evanesca Feuerblut:: Faszination Vampir – das Erwachen eines Genres im 20. Jahrhundert #Fabelwesen

Zuerst veröffentlicht auf http://www.schreibmeer.com/2016/06/faszination-vampir-das-erwachen-eines.html von 

Spätestens seit „Twilight“ füllen Vampirromanzen die Bücherregale und fluten den Markt. Die einst mächtigen Kreaturen der Nacht wurden zu Umwerbern ungeschickter Schulmädchen und zu fiktiven Betthäschen in Form des „geheimnisvollen Fremden“, der neu in der Stadt auftaucht.

Doch der erste Vampirboom begann weder 2005 mit der Veröffentlichung von „Twilight“ noch 1973 mit der Veröffentlichung von „Gespräch mit einem Vampir“ – einem Buch, das die Schreiberin dieses Artikels sehr schätzt – sondern viel früher. Genauer gesagt Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts.

Wie alt ist der Vampirroman wirklich?

Der Glaube an untote Wesen, die Menschen das Blut aus den Adern saugen, ist so alt wie die Menschheit selbst. Vergleichbare Wesen waren die schon in der griechischen Mythologie bekannten Dämonen, die man Lamien nannte und die mythologisch gesehen mit den Sirenen verwandt sind – sie betören schöne, junge Menschen und trinken ihr Blut. Auch andere Mythologien kannten und kennen ähnliche Wesen, allen voran die slawische Mythologie.

Gedichte, die das Vampirthema behandeln, sind seit dem achtzehnten Jahrhundert belegt. Vereinzelt kamen sie bereits in der Vorromantik auf und so ist es nicht verwunderlich, dass sich auch beim Altmeister Goethe mit „Die Braut von Korinth“ ein entsprechendes Gedicht findet.

Das Thema gliederte sich auf das Beste in die düsteren Motive der Romantik ein und war dort besonders bei Autoren wie E.T.A. Hoffmann beliebt. In diese Zeit fällt auch die erste bedeutende Vampirerzählung der Weltliteratur, „Der Vampyr“ von John Polidori. Nachdem die vorigen Erzählungen überwiegend auf den animalischen Vampir der alten Sagen eingegangen sind, schafft Polidori den Typus des Vampirs als Gentleman – der später zum beliebtesten Prototyp der Vampirliteratur wird.

Weitere Autoren versuchten sich daraufhin, beeinflusst von „Der Vampyr“, an ihren eigenen Interpretationen. Darunter neben Sheridan Le Fanu („Carmilla“) auch russische und französische Autoren. Eine Groschenheftreihe griff ebenfalls das Thema auf und wirkte als Wegbereiter für den großen Durchbruch eines legendären Romans.

Und dann kam „Dracula“

Bei Dracula trafen mehrere Dinge aufeinander.
So war dem Buch durch die bereits vorhandene Rezeption von Vampirromanen bereits ein gewisser Nährboden gegeben. Stokers namensgebende Figur führte den Typus des aristokratischen Vampirs fort, wie man ihn bereits aus „Der Vampyr“ und folgenden Büchern kannte.
„Dracula“ bestach außerdem durch die für damaligen Verhältnisse vergleichsweise offensichtliche Erotik – am deutlichsten in der Szene zu sehen, in der Dracula Mina zwingt, von ihm zu trinken, aber für den aufmerksamen Beobachter und Kenner viktorianischer Literatur gibt es auch andere erotisch wirkende Momente. Man beachte beispielsweise, auf welche Art und Weise Lucy Westenras Nachthemd beschrieben wird, als sie darin auf den Friedhof geht.
Sicherlich hat es auch zum Erfolg beigetragen, dass „Dracula“ an und für sich ein sehr gutes Buch ist, das auch moderne Leser über hundert Jahre später mit viel Vergnügen lesen können.

Unsterblich wurde das Buch jedoch nicht zuletzt durch ein Medium, das Ende des neunzehnten Jahrhunderts und zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts seinen Durchbruch erlebte – durch den Film.

Wenn eine Geschichte sich selbstständig macht

Ich bin mir sicher, viele Menschen kennen ungefähr die Story von „Dracula“ – oder glauben sie zu kennen – ohne das Buch je gelesen zu haben.

An dieser Stelle eine kleine Beichte: Bevor ich das Buch gelesen habe, kannte ich die Parodie „Dracula – Tot aber glücklich“ aus dem Jahre 1995 mit Leslie Nielsen in der Hauptrolle. Den Originalroman las ich erst einige Jahre später.

Auch sonst kann man behaupten, dass inzwischen jedes Kind zumindest in stark verfremdeter Weise mit „Dracula“, Parodien oder Anspielungen darauf in Berührung gekommen ist. Die Kinderserie „Schule der kleinen Vampire“ hat beispielsweise einen Direktor, der in seinem Aussehen an den Dracula erinnert, der von Gary Oldman in der Verfilmung von 1992 dargestellt wurde und sich in eine Fledermaus verwandeln kann.

Die erste – wenn auch sehr freie und unautorisierte – Verfilmung stammt aus dem Jahre 1921. „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ greift auf den Typus des dämonisch-animalischen Vampirs zurück und Teile der Handlung werden aus England in eine fiktive deutsche Stadt verlegt.
Die erste legale Verfilmung folgte zehn Jahre später.
Nach dem zweiten Weltkrieg gab es kaum noch ein Jahrzehnt ohne eine oder gar mehrere Adaptionen, dabei allein sieben in den 70ern.

Und einige dieser Adaptionen haben ungefähr so viel mit der Vorlage zu tun, wie der Roman mit dem historischen Vlad Dracul.

In den Fußstapfen Stokers – von der Außensicht zur Innensicht

Wer „Dracula“ gelesen hat, wird vor allem eins bemerken – wir erfahren nie Draculas Sicht auf die Dinge. Der Begründer des Genres fungiert hier ausschließlich als Antagonist.

Zwar gab es auch im neunzehnten Jahrhundert in der bereits erwähnten Groschenromanserie Geschichten aus der Innensicht eines Vampirs, diese Geschichten wurden jedoch von „Dracula“ vorerst weitestgehend vom Markt verdrängt.

Mit Anne Rice und „Gespräch mit einem Vampir“ brach somit in den 70er Jahren ein neues Zeitalter der Vampirliteratur an. Zum ersten Mal wurden Romane populär, in denen das Gefühlsleben eines Vampirs „aus erster Hand“ berichtet wurde. Rice greift dabei den Topos des Gentleman-Vampirs auf, erweitert ihn jedoch zusätzlich, indem sie ihren Figuren über das bloße Bluttrinken – oder die Herrschaft über England an sich reißen – Motivationen gibt.
Auf einmal wird die Selbstfindung und das Selbstverständnis eines Wesens zwischen der verbliebenen Menschlichkeit und der instinktiven Mordlust in den Fokus gerückt und findet begeisterte Leser.
Dieses Vampirbild wirkt bis ins 21ste Jahrhundert hinein – der derzeit letzte Band der Reihe „Prince Lestat“ erschien 2014 und die Autorin beabsichtigt, mindestens einen weiteren Roman folgen zu lassen.

Und dann kam das 21ste Jahrhundert und mit ihm „Twilight“. Aber diese Entwicklung böte Stoff für einen eigenen Artikel.

Eine Legende, die niemals sterben wird

Das Bedürfnis, Vampirgeschichten zu erzählen und zu rezipieren, scheint ein Urbedürfnis des Menschen zu befriedigen.

  • Der Vampir als Untoter kann den Menschen helfen, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen oder die Möglichkeiten des Lebens nach dem Tod auszuloten.
  • Der Vampir als Wesen der Nacht steht für die Bedrohung, die in der Dunkelheit lauert – und stillt das Bedürfnis nach Schauergeschichten, die dem Menschen innewohnt.
  • Der Vampir als Symbol der unterdrückten Triebe ist eine Sehnsuchtsfigur der Menschen, die ihre Fantasien aus verschiedensten Gründen nicht ausleben dürfen oder auszuleben wagen.
  • Der Vampir als Wesen mit übernatürlicher Macht spiegelt die Sehnsüchte der Menschen nach dem Übersinnlichen und nach mehr Kontrolle.

Nicht zuletzt ist der Vampir schon seit dem Typus des Gentleman-Vampirs bei Polidori auch der begehrenswerte Verführer und in modernen Rezeptionen oftmals der Badboy, der die Herzen zum Schmelzen bringt.

Und selbst wenn es Buchfassungen gibt, in denen der Vampir gezähmt und einiger seiner Attribute beraubt wird – die Vampirlegende an sich wird nie völlig aus der Literatur und der Popkultur verschwinden.

Und jeder Autor wird seine eigene Interpretation der Legende schaffen.

Schreibaufgabe: Versuche es doch selbst! Egal ob du selbst gerne Vampirgeschichten liest und schreibst oder nicht – konstruiere deinen eigenen Vampir und schreibe eine kurze Geschichte. Viel Spaß und Erfolg!


Katherina Ushachov und schreibt Sachen mit fantastischen Elementen, seit sie acht Jahre alt ist. Mittlerweile hat sie sich vor allem auf Vampirromane mit queeren Protagonist*innen und dystopische Stoffe eingeschossen. Wenn sie nicht gerade schreibt, zeichnet sie ihre Romanfiguren oder bastelt mit HTML und CSS an ihrem Schreibforum.
https://feuerblut.wordpress.com/
https://twitter.com/evanesca