Natalie Winter: Succubus und Incubus #Fabelwesen

Fast ist man geneigt zu behaupten, dass sich bei diesen dämonischen Wesen wie im echten Leben alles um Sex dreht, aber die Wahrheit liegt natürlich tiefer. Der Succubus und sein männliches Pendant, der Incubus, besuchen arglose Menschen während ihres Schlafs und paaren sich mit ihnen. Während der weibliche Dämon dem menschlichen Mann das Wertvollste stiehlt, was er zu bieten hat (nein, nicht das Gehirn, auch nicht den materiellen Reichtum), nämlich den Samen, scheint der männliche Dämon sich damit zu begnügen, der Frau erotische Träume zu schenken.

Das, was sowohl die mesopotamisch Lilu, die jüdisch-christliche Lilith als auch die mittelalterlichen Hexen und ihren Verkehr mit dem Teufel höchstpersönlich verbindet, ist die Angst vor der Sexualität, speziell vor der weiblichen. Indem der Akt mit dem wehrlosen Opfer vollzogen wird, ernähren sich die Dämonen von der menschlichen Energie. Die starke Ähnlichkeit zu Vampiren wird durch die Willigkeit der Menschen unterstrichen, mit der sie sich den verbotenen erotischen Gelüsten hingeben. Praktisch ist natürlich, dass man auf diese Weise jegliche Schuld von sich weisen kann: Ich kann nichts dafür! Es war ein Dämon, der mich in Versuchung geführt hat, und da ich noch nicht einmal bei Bewusstsein war, konnte ich mich leider auch nicht gegen die Sünde zu Wehr setzen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Incubus_(D%C3%A4mon)

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Der Schattenmolg. Das Schicksal der Südlichen Lande von M.D.Grand #Fabelwesen

Fabelwesen im Nornennetz

Der Schattenmolg, auch Schattenwandler, zählt zu den seltensten und ungewöhnlichsten Wesen der Südlichen Lande. Seine genaue Herkunft ist unbekannt, die Ursprünge dieser Wesen dürften aber im Nordreich jenseits des Nebelgebirges zu finden sein.

Den Legenden zufolge bestehen Schattenwandler aus verdichteten Schatten, was es ihnen erlaubt, ihre Gestalt nach Belieben zu verändern und sich einfach aufzulösen, wenn sie unbemerkt bleiben oder in kurzer Zeit große Strecken zurücklegen wollen. Über die magischen Kräfte des Schattenmolges ist nichts Genaueres bekannt, den alten Schriften zufolge sollen sie aber in der Lage sein, über ihre Gedanken auf andere Wesenheiten, vor allem Tiere, einzuwirken und diese unter ihre Kontrolle zu bringen. Ihre Energie beziehen sie aus der Abwesenheit von Licht, was für sie insofern von Vorteil ist, als dass auch eine dunkle Ecke oder der Schatten eines Baumes schon ausreicht, um sie zu stärken. Ihre Lebensspanne übersteigt die eines Menschen und sogar die der Waldvölker um ein Vielfaches – Theorien zufolge sollen sie sogar älter sein als die Südlichen Lande oder die Götter selbst.

Wer einem Schattenmolg begegnen möchte, sollte sich am besten ins Nebelgebirge begeben, wo sich durch die Abwesenheit von Sonnenlicht ein besonders günstiges Klima bietet; die Wahrscheinlichkeit, einem solchen Wesen zu begegnen, hält sich jedoch in Grenzen. Sie gelten als sehr scheue Wesen, die sich lieber als dunkle Felswand tarnen, als sich einem Wanderer zu offenbaren; schafft man es allerdings trotzdem, die Freundschaft eines Schattenmolgs zu erringen, wie es die alten Geschichten manchmal erzählen, gewinnt man mit ihm einen treuen Gefährten, der einen vor allen Gefahren beschützt und dessen Loyalität ewig währt.

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Elenor Avelle: Die Zombie-Metamorphose #Fabelwesen

Fabelwesen im Nornennetz 

Der Zombi hat, wie jedes fantastische Wesen, einen Symbolcharakter. Er ist wie der letzte Funke Vernunft, der in der Masse untergeht. Wie unsere Sichtweise auf die Vernunft ist auch der Zombie wandelbar. Schon immer hatten politische Ereignisse Schnittmengen mit der Literatur und das macht den Wandel der Zombifigur im gesellschaftlichen Kontext sehr spannend.

War er zu Beginn noch ein gehorsamer, durch Magie heraufbeschworener Sklave, entwickelte er sich in den 60er Jahren zur verzehrenden, schleichenden Gefahr, die durch Krankheitserreger der menschlichen Kontrolle entzogen ist. Es ist die Zeit von Flower-Power, dem Vietnamkrieg, der Mondlandung, der ersten Großrechner und der Zündung der stärksten jemals gezündeten Wasserstoffbombe.

In wieweit hatte das zunehmende Gefühl des Kontrollverlustes über die technologisch wachsende Macht des Menschen Einfluss auf den Zombie als Symbolfigur? Im 21. Jhdt. wird der Zombie ein schneller und zielgerichteter Vertilger. Er passt sich der Geschwindigkeit der Veränderung in unserem gesellschaftlichen Leben scheinbar an. Er frisst grausamer, tötet effektiver und vernichtet in großem Stil.

Mit dem wachsenden Bewusstsein, was wir tun und wie wir unsere Umwelt gegen uns selbst als Zivilisation richten, bekommt der Zombie plötzlich wieder mehr Verstand in den Geschichten. Die grausame Masse wird wieder zum Individuum, das in die Zivilisation sogar zurückkehren kann.

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BlueSiren: Meerjungfrauen und Nixen #Fabelwesen

BlueSiren 2017

Fabelwesen im Nornennetz

Meerjungfrauen, Nixen – die mystischen Frauen, die in Teichen, Seen und im Meer wohnen und von der Hüfte abwärts einen Fischkörper mit Schuppen und Flossen haben. Meist dargestellt mit langen Haaren voller Seesterne, Muscheln und Seegras, kaum bekleidet, aber ebenso gefährlich wie betörend.

In manchen Geschichten retten sie Seefahrer aus der Not, manchmal sind eben die Meerjungfrauen aber genau dieses Unheil, indem sie unerfahrene oder willensschwache Seeleute in ihren Bann und letztlich hinab ins Meer ziehen. Japanischen Legenden zufolge wird man unsterblich, wenn man das Fleisch einer Meerjungfrau isst – aber vorher werden besonders hungrige Damen selbst versuchen, einen Menschen zu verspeisen.

Als Töchter Neptuns oder Poseidons wird ihnen ein Temperament so unberechenbar und wild wie das offene Meer nachgesagt. Sie sind oftmals in Gruppen unterwegs, kichern und tratschen. Im einen Moment tollen sie mit Delfinen durch die Wellen und wollen nichts Böses. Aber wenn sich der Himmel verdunkelt und ein Sturm aufzieht, so zeigen sie sich von ihrer garstigen Seite und reißen einen hinab in die Tiefe bis man – an ihre weiche Brust gedrückt – ertrinkt.

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Kirana: Kodama #Fabelwesen

Kirana 2017

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Einst waren sie Götter, heute sind Kodama als putzige Waldgeister bekannt. Sie sind das Echo, das durch Wald und Berge hallt und der klagende Ruf eines fallenden Baumes.

Kodama sind entfernte Verwandte der griechischen Dryaden. In der japanischen Mythologie spielen sie seit über tausend Jahren eine Rolle. Japans ältestes bekanntes Buch, das Kojiki, erwähnt den Waldgott Kukunochi-no-kami. Er gilt als ein Vorläufer der Kodama. Doch die Legendenschmiede meinten es nicht gut mit ihnen. Sie degradierten sie im Laufe der Zeit immer mehr zu einfachen Waldgeistern.

Trotzdem sollte niemand die Macht der Kodama unterschätzen. Sie sind – wie die Natur, in der sie verwurzelt sind – weder gut noch böse. Wer sie mit Respekt behandelt, hat starke Schutzgeister an seiner Seite. Doch wer sie verärgert, wird mit schrecklichen Flüchen belegt.

“Kodama” bedeutet im Japanischen je nach Schreibweise Baumgeist, Baumseele oder Echo. Ihre Erscheinungsform ist nicht einheitlich überliefert. Mal sind sie unsichtbar, mal existieren sie in Baumgestalt. Für Waldarbeiter ist Letzteres besonders gefährlich, denn wer versehentlich einen Kodama fällt, den trifft der Fluch.

Außerhalb Japans sind Kodama vor allem als kleine weiße Wesen mit großen, rollenden Köpfen, schwarzen Augen und weit geöffneten Mündern bekannt. So werden sie in Hayao Miyazakis Anime “Prinzessin Mononoke” dargestellt. Kodama können aber auch menschliche Gestalt annehmen. Das tun sie besonders gerne in Liebesgeschichten. Denn die tragische Liebe zwischen übernatürlichen Wesen und Menschen ist auch in Japan seit Jahrhunderten ein beliebtes Motiv.

 

Quellen:

https://hyakumonogatari.com/2012/08/05/kodama-the-tree-spirit/
https://en.wikipedia.org/wiki/Kodama_(spirit)
Encyclopedia of Shinto  http://eos.kokugakuin.ac.jp/modules/xwords/

Passende Beiträge:

Nike Leonhard: Dryaden
Janna Ruth: Die Erschaffung der Naturgeister

EmmaN: Die singenden Lyv-Meister von Bram #Fabelwesen

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Die singenden Lyv-Meister von Bram sind ein Orden, der sich der Musik und ihrer Kunst verschrieben hat, alles zum Wohle der Menschen. Mittlerweile gibt es auch in anderen Orten Ordenshäuser, sie nennen sich aber überall „Die singenden Lyv-Meister von Bram“.

Der Orden steht nur Männern offen. Aufnahmebedingungen sind, dass die Anwärter erwachsen und frei sind und ein paar Töne singen können. Sie sind Pazifisten und Meister des waffenlosen Kampfes, den sie nur zur Verteidigungszwecken nutzen dürfen. Ihre Musiklehre umfasst neben Gesang und dem Beherrschen verschiedener Instrumente auch die Lehre von den Stimmungen des Menschen, die sie mittels Musik heilen bzw verändern können. Musik ist die einzige „Waffe“, die sie auch aktiv nutzen dürfen.

Die Lyv-Meister vertreten die Ansicht, dass jeder Mensch zu gewissen magischen Handlungen befähigt ist, und dass mittels der Musik diese Fähigkeit gefördert werden kann. Sie stehen damit in Widerspruch zu den Lehren der Heiler-Magier, die außerdem Musik als magisches Instrument ablehnen. Es gibt aber Gerüchte, die besagen, dass die Lyv-Meister sich einst von den Kriegsmagiern abgespalten haben, um dem Frieden zu dienen. 

Lyv-Meister treten selten alleine in Erscheinung, meist sind sie zu dritt oder zu fünft unterwegs, um ihre Musik besser darbringen zu können. Sie tragen dunkelgrüne Kutten mit hellen, gestrickten Sternen am Rücken, an denen man sie sofort erkennt. Ihre Kunst dürfen sie nicht für Geld erbringen, wohl aber für Kost, Logis oder andere Dinge, die sie benötigen. Sie tragen mit ihren Balladen auch zum Nachrichtenaustausch über Land bei. Sexuelle Beziehungen sind nur zwischen Männern erlaubt. Frauen gelten als unrein bzw als intellektuell nicht ebenbürtig, da Frauen ihrer körperlichen Beschaffenheit wegen leicht abgelenkt werden können. 

 TUNOR (Arbeitstitel)

 Twitter: https://twitter.com/Karin_Novotny

Blog: http://dieinkarination.blogspot.co.at

Blog: http://sprachgewuerze.blogspot.co.at

Poisonpainters Dämmeriche #Fabelwesen

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Alte Legenden warnen Wanderer davor, an Weggabellungen zu übernachten, da dort Monster auf sie lauern. Allerdings können diese Monster einem auch einen Wunsch erfüllen, wenn man es denn wagt, ihnen entgegenzutreten. Doch tatsächlich handelt es sich bei diesen „Monstern“ um ein unterirdisch lebendes Volk, das es liebt, mit den Menschen Schabernack zu treiben. In weiten Tunnelsystemen schaffen sie es, durch Elementarmagie und Illusionen schnell von Ort zu Ort zu gelangen und Wünsche der Wanderer zu erfüllen. Allerdings nie wörtlich und schon manch einer erhielt den Schatz seines Landherren als Reichtum.

Dämmeriche, oft auch falsch als Dämmerlinge bezeichnet, haben weiße Haut und ihre großen, klaren Augen sind nahezu tagblind, wodurch sie nur in der Dämmerung und Dunkelheit an die Oberfläche treten können, ohne der Sonne schutzlos ausgeliefert zu sein. Eine Besonderheit dieses in Sippen lebenden Volks ist die Sturheit, dass alle Namen ein „rich“ enthalten müssen. Da sie allerdings nicht gerade einfallsreich sind, gibt es in einigen Familien diverse Generationen mit dem gleichen Namen.

Ein Gastauftritt des Dämmerichs Richard (dem 65.) gibt es im ersten Teil von „Trinity“, das als Adventskalender von Poisonpainter/Anne Zandt im Jahre 2015 auf ihrem Blog als „Folge dem Charakter“-Geschichte veröffentlicht wurde: Adventskalender.

Mehr von Anne gibt es auf ihrem Blog: Random Poison, Twitter: @Poisonpainter oder Facebook: Poisonpainter

Ella schreibt über GEISTER … #Fabelwesen

Was ist ein Geist? Geister umfassen ein weites Spektrum im Fantasy Genre. Was sie eint, ist ihr Dasein in einer Art Existenzschleife. Sie sind ein Insekt, gefangen in Bernstein. Ihre Kräfte reichen von Besessenheit auslösen über Telekinese, Unsichtbarkeit bis hin zu Erscheinungen in Träumen. Die Gründe für ihr Vorhandensein sind unterschiedlich. Es gibt

  • Geister, die gerächt werden wollen. Sie können wütend und gewalttätig werden, wenn ihnen ihr Recht auf Rache nicht gewährt wird,
  • Geister, die nicht ahnen, dass sie tot sind, oder einer Lebensweise oder Person dermaßen angetan waren, dass sie aus Gewohnheit auch nach ihrem Verscheiden daran festhalten,
  • Geister als psychisches Echo ihrer Existenz, ein spektraler Abdruck, der nach dem Ableben der Person Empfindungsvermögen erlangt hat und einen bestimmten Ort heimsucht.

und viele mehr.

Der Geist in meiner Kurzgeschichte Heiligenblut gehört zu denen mit unerledigten Aufgaben. Etwas, das ihm sinngebend war im Leben und er es nicht erfüllen konnte, zwingt ihn zu erscheinen, bis die Aufgabe vollbracht ist. Erst, wenn die Aufgabe erfüllt wurde, kann er ins Nachleben entschwinden.

Der Geist ist Sinnbild für das, was wir geraderücken müssen. Der Teil, der uns ins Leben zwingt, an dem wir meinen, arbeiten zu müssen. Manchmal ist es nur möglich, diesem Zwang zu entkommen, wenn wir lernen, die Aufgabe in neuem Licht zu betrachten, um Frieden mit ihr zu schließen.

www.ellaschreibt.de

Textflash: Stralucitorilor, die Glühenden #Fabelwesen

Fabelwesen im Nornennetz

In Rumänien gibt es mehr Irrlichter als Vampire. Das weiß man aber nur, wenn man sich nach Marmarosch im Norden begibt. Dorthin hat es das Geschlecht der Irrlichter, die Stralucitorilor, verschlagen, nachdem sie König Mihai Viteazul ihr Land, die Moldauebene, als Kriegsanleihe überlassen haben.

Die Stralucitorilor sind Lichtwesen, die über keine feste Form verfügen. So erscheint das Mädchen Luminiza einmal als männlicher Vogelfreier, dann wieder als verwunschene Prinzessin, je nachdem, welche Ängste und Wünsche der Betrachter auf sie projiziert. Nicht wenigen Leuten verdreht sie damit den Kopf, allen voran dem jungen Strauchdieb Micuzul. Immer wieder schleicht Luminiza sich zu ihm in den Wald und entdeckt nach und nach ihre Liebe zu dem verwirrten Jungen.

Jedes Irrlicht hat einen Gegenpart, mit dem es untrennbar verbunden ist. Als die Stralucitorilor ihr Exil verlassen und die Karpaten überqueren, um ihr Land zurückzufordern, schwindet ihre Zauberkraft und die beiden Teile müssen sich trennen. Trotzdem erleidet und genießt der eine Teil stets das, was dem anderen widerfährt, sei es als Ereignis oder auch im projizierten Körper.

Mehr zu den Irrlichtern, die ich als Bettina Unghulescu veröffentlich habe: https://www.amazon.de/Irrlicht-Love-Limbus-Mit-Lust-Liebe-ebook

Als Textflash und Mikaela Sandberg im Netz:
http://textflash.wordpress.com/
https://twitter.com/Textflash
https://www.facebook.com/MikaelaSandbergAutorin/
https://www.facebook.com/Micha.Stadel

Meine Autorenseite bei Ullstein:

http://midnight.ullstein.de/autor/mikaela-sandberg/

Evanesca Feuerblut: Vampire in verschiedenen Canons – Teil 8 – die „Wächter“-Romane #Fabelwesen

Wer denkt, dass es sich als Anderer freier lebt – egal ob man ein Magier, ein Tiermensch, ein Vampir oder sonst ein Wesen ist – der irrt sich. Denn in den „Wächter“-Romanen von Sergey Lukianenko sieht die Welt der Anderen kaum anders aus als unsere eigene: Überall gibt es gesetzliche Richtlinien, Vorschriften und eine allgegenwärtige Kontrollinstanz, die alles überwacht.
Denn das Gleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit ist fragil und egal ob es die Hellen oder die Dunklen sind, die das Gleichgewicht gefährden – wird es zerstört, bricht ein blutiger Krieg aus.
Vor allem aber sollten die Menschen nicht zwingend merken, dass mitten unter ihnen allerlei Geschöpfe lauern – beispielsweise Vampire.

Fähigkeiten

Zu ihren Fähigkeiten gehört der „Ruf“ – mit Hilfe dieser Fähigkeit können Vampire ihre Opfer telepathisch zu sich heranlocken, ohne sich selbst in unmittelbare Nähe zu den Menschen begeben zu müssen. Dadurch können sie unauffälliger agieren, was nicht zuletzt der Geheimhaltung förderlich ist. Allerdings ist der Ruf nicht „abhörsicher“ – unter bestimmten Bedingungen können Andere den Ruf ebenfalls hören und ihm folgen, um das Opfer zu retten. Das geschieht insbesondere, wenn Jagd auf wildernde Vampire gemacht wird.
Wie alle Anderen können Vampire das Zwielicht betreten. In welche Schichten sie vordringen können, hängt von ihrer Macht ab.
Vampire können den Blick der Menschen ablenken, sind jedoch weiterhin im Spiegel sichtbar und können manchmal nur auf diese Weise entdeckt werden.
Um ihre Hierarchien untereinander auszukämpfen, können Vampire Willensduelle untereinander veranstalten. Der Gewinner erhält Macht über den Verlierer und kann ihn beispielsweise zur Selbstvernichtung zwingen.
Magisch besonders begabte Vampire können sich außerdem in Ratten, Wölfe, Fledermäuse und andere Tiere verwandeln.
Äußerlich unterscheiden sich die Vampire nicht von den Menschen – sie könnten höchstens ein bisschen blasser sein, weil sie ungern an die Sonne gehen. Die scharfen Zähne kommen dann hervor, wenn sie benötigt werden.

Verwandlung

Um einen Menschen in einen Vampir zu verwandeln, müssen beide Seiten einverstanden sein – sowohl der Mensch als auch der Vampir. Solche Verwandlungen sind in der Regel illegal und werden geahndet.
Ausnahmen bestehen beispielsweise, wenn eine solche Verwandlung die einzige Möglichkeit darstellt, ein Leben zu retten.

Vernichtung

Anton verwendet ein mächtiges geladenes Amulett, mit dem er einen der wildernden Vampire beschießt, um ihn zu vernichten. Außerdem kann man Vampire in diesem Canon mit einem Eimer Vodka übergießen, um sie zu vernichten.
Vampire vertragen keinen Alkohol, er kann sie schwer verletzen und im Zweifelsfall sogar vernichten.
Außerdem benötigen Vampire, je mächtiger sie werden, desto mehr Magie, die sich aus nichtmagischen Lebewesen gewinnen lässt. Wo es keine Lebewesen gibt, können sie auch nicht zaubern und können vernichtet werden.
Weder Knoblauch, noch Kreuze noch Silber können ihnen wirklich gefährlich werden – allerdings fügt eine Silberkugel dem Vampir sehr starke Schmerzen zu, ohne ihn zu töten.
Ansonsten sind Vampire – ebenso wie sämtliche initiierte Andere – unsterblich, können jedoch natürlich vernichtet werden.

Bedürfnisse

Auch diese Vampire müssen Blut trinken. In der Regel haben sie dabei mit Blutkonserven und Schweineblut auszukommen, gerade noch im Wachstum befindliche Vampire oder frisch Verwandelte benötigen jedoch auch zwingend Menschenblut. Hier wird es heikel – da laut dem Großen Vertrag der Anderen die Zahl der guten Taten immer mit der Zahl der bösen Taten identisch sein muss, können die Vampire nicht einfach dann morden, wenn ihnen danach ist. Sie müssen einen Antrag stellen und erhalten irgendwann die Lizenz, einen bestimmten per Losverfahren ausgewählten Menschen zu töten. Das Losverfahren umfasst alle Menschen – außer Kinder unter zwölf Jahren, Andere und deren Angehörige. Ein per Los zugewiesenes Opfer darf per Ruf zum Vampir gelockt zu werden und empfindet beim Biss selbst weder Schmerz noch Angst.
Einige Vampire verzichten freiwillig auf die Lizenzen zum Töten und erhalten dafür Zuwendungen.
Wird ein Vampir beim „Wildern“ erwischt, also dabei, ohne Lizenz Menschen anzufallen und zu töten, ist die Nachtwache verpflichtet, ihn zu verhaften oder zu vernichten.
Mächtigere Vampire – auf dem Niveau eines Nullmagiers und somit ohne eigene magische Energie – benötigen außerdem Lebewesen um sich herum, um durch das Zwielicht Magie zu sich heranziehen zu können. Das benötigen sie, um zu zaubern.
Sie mögen die Dunkelheit, denn helles Licht ist für sie zwar nicht schädlich, aber sehr unangenehm.

Herkunft

Woher genau die Vampire kommen, wird in den Büchern nicht geklärt.
Man weiß nur, dass sowohl Dracula als auch Nosferatu sehr alte Kreaturen sind – jedoch weder die ältesten noch die mächtigsten Vampire darstellen.

Sonstiges

Im Canon der Wächter-Romane gehören Vampire automatisch immer zu den Dunklen – sie sind also nicht in der Lage, ihre Seite frei zu wählen. Dabei kann man durchaus Vampire beobachten, deren Ziele nicht auf ihren eigenen Vorteil, sondern auf den der Menschheit ausgerichtet sind. So versucht Konstantin im X Band, mit Hilfe eines uralten Zauberbuchs sämtliche Menschen in Andere zu verwandeln, um die Welt gerechter zu machen. Zuvor sucht er nach Mitteln, um Vampirismus zu „heilen“ – er vermutet, dass auch er ein normaler Mensch sein könnte, wenn durch die Verwandlung sämtlicher Menschen in Andere es keine Magie mehr gäbe.
Vampire gelten als „nierede Dunkle“, außer sie sind auf einer so hohen Stufe, dass sie den Zauberern als ebenbürtig angesehen werden müssen. Es ist nicht leicht, ein höherer Vampir zu werden, Konstantin schafft es nicht zuletzt, weil er im Besitz des Fuaran ist. Normalerweise müsste man um auf eine so hohe Magiestufe heraufgehoben zu werden, zahlreiche Menschen töten – was aufgrund der bürokratische Hürden nicht auf legalem Wege zu schaffen wäre und somit normalerweise alten Vampiren vorbehalten bleibt. Außerdem wächst die Macht des Vampirs schneller, wenn es sich bei den Getöteten um Kinder und Jungfrauen handelt – Kinder sind jedoch, wie bereits erwähnt, bis zu einem gewissen Alter von der Lotterie ausgenommen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, Spenderblut von zwölf verschiedenen Menschen zu vermischen und zu konzentrieren, ein Rezept, das im Buch als „Sauschkin-Cocktail“ bekannt ist, da Konstantin Sauschkin es erfunden hat. So konnte er zu einem ranghohen Vampir aufsteigen, ohne auch nur einen Menschen töten zu müssen.
In der Regel jedoch werden sie gemieden und nur Wenige lassen sich dazu herab, mit ihnen befreundet zu sein. Andererseits werden Hohe Vampire aufgrund ihrer Macht durchaus respektiert und können sogar Inquisitoren werden – Teile einer Instanz, die Tag- und Nachtwache überwacht.
Auch bei Lukianenko können Vampire kein Haus ohne ausdrückliche Einladung betreten. Erhalten sie eine solche, bildet sich ein im Zwielicht sichtbarer „Vampirpfad“.
Als niedere Dunkle sind Vampire verpflichtet, sich bei der zuständigen Nachtwache zu registrieren – dabei erhalten sie einen Stempel auf der Brust. Wird dieser Stempel aktiviert, stirbt der Vampir augenblicklich.

Weltenbauerisches Fazit

Lukianenko hat mit seinem Wächter-Universum eine Welt geschaffen, die aus zahlreichen fantastischen Geschöpfen und neuen Möglichkeiten besteht. Es sit sehr erfrischend, die russische Fantasyausprägung zu lesen, die sich in vielerlei Hinsicht von dem unterscheidet, was man auf dem deutschen oder amerikanischen Markt gewohnt ist.
Was derzeit noch fehlt, sind die Hintergründe über die Entstehung der Vampire, aber auch anderer Zwielichtwesen – Gestaltenwandler, Tiermenschen, Hexen, Magier… Woher stammen die Ersten von ihnen? Wie fing alles an? Viele Fragen bleiben noch offen.


Katherina Ushachov und schreibt Sachen mit fantastischen Elementen, seit sie acht Jahre alt ist. Mittlerweile hat sie sich vor allem auf Vampirromane mit queeren Protagonist*innen und dystopische Stoffe eingeschossen. Wenn sie nicht gerade schreibt, zeichnet sie ihre Romanfiguren oder bastelt mit HTML und CSS an ihrem Schreibforum.
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