Ich schrieb vor Jahren in einem Forum, dass ich mit Lektorat als Job liebäugle. Daraufhin meldete sich ein Autor bei mir, mit dem ich eine, *hust* sagen wir mal, turbulente Vergangenheit hatte. Er schrieb, dass er für sein Manuskript ein Lektorat bräuchte, ich könnte das doch später als Referenz verwenden. Viel zahlen kann er (natürlich) nicht, da er Student ist. Und er schloss: „Aber ich kann es dir gerne körperlich vergelten. Und wenn ich nackt zu dir in deine Wohnung komme und dort putze.“

Ich schrieb ihm als Antwort: „Du, ich hab mich mal mit meinem Partner beraten, und der findet die Sache eine gute Idee. Wir sind übereingekommen, dass wir dich nackt unsere Wohnung putzen lassen, das Ganze filmen und auf Youtube stellen werden, wo das Video hoffentlich viral geht und das Geld einbringt, mit dem du dein Lektorat bezahlen kannst.“

Er hat mich danach nie wieder kontaktiert.

Nora Bendzko über seltsames Verlangen.

Natalie Winter: Succubus und Incubus #Fabelwesen

Fast ist man geneigt zu behaupten, dass sich bei diesen dämonischen Wesen wie im echten Leben alles um Sex dreht, aber die Wahrheit liegt natürlich tiefer. Der Succubus und sein männliches Pendant, der Incubus, besuchen arglose Menschen während ihres Schlafs und paaren sich mit ihnen. Während der weibliche Dämon dem menschlichen Mann das Wertvollste stiehlt, was er zu bieten hat (nein, nicht das Gehirn, auch nicht den materiellen Reichtum), nämlich den Samen, scheint der männliche Dämon sich damit zu begnügen, der Frau erotische Träume zu schenken.

Das, was sowohl die mesopotamisch Lilu, die jüdisch-christliche Lilith als auch die mittelalterlichen Hexen und ihren Verkehr mit dem Teufel höchstpersönlich verbindet, ist die Angst vor der Sexualität, speziell vor der weiblichen. Indem der Akt mit dem wehrlosen Opfer vollzogen wird, ernähren sich die Dämonen von der menschlichen Energie. Die starke Ähnlichkeit zu Vampiren wird durch die Willigkeit der Menschen unterstrichen, mit der sie sich den verbotenen erotischen Gelüsten hingeben. Praktisch ist natürlich, dass man auf diese Weise jegliche Schuld von sich weisen kann: Ich kann nichts dafür! Es war ein Dämon, der mich in Versuchung geführt hat, und da ich noch nicht einmal bei Bewusstsein war, konnte ich mich leider auch nicht gegen die Sünde zu Wehr setzen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Incubus_(D%C3%A4mon)

Hier geht es zu Natalie Winters Drachenwandlern: http://www.shiftercops.com/

Der Schattenmolg. Das Schicksal der Südlichen Lande von M.D.Grand #Fabelwesen

Fabelwesen im Nornennetz

Der Schattenmolg, auch Schattenwandler, zählt zu den seltensten und ungewöhnlichsten Wesen der Südlichen Lande. Seine genaue Herkunft ist unbekannt, die Ursprünge dieser Wesen dürften aber im Nordreich jenseits des Nebelgebirges zu finden sein.

Den Legenden zufolge bestehen Schattenwandler aus verdichteten Schatten, was es ihnen erlaubt, ihre Gestalt nach Belieben zu verändern und sich einfach aufzulösen, wenn sie unbemerkt bleiben oder in kurzer Zeit große Strecken zurücklegen wollen. Über die magischen Kräfte des Schattenmolges ist nichts Genaueres bekannt, den alten Schriften zufolge sollen sie aber in der Lage sein, über ihre Gedanken auf andere Wesenheiten, vor allem Tiere, einzuwirken und diese unter ihre Kontrolle zu bringen. Ihre Energie beziehen sie aus der Abwesenheit von Licht, was für sie insofern von Vorteil ist, als dass auch eine dunkle Ecke oder der Schatten eines Baumes schon ausreicht, um sie zu stärken. Ihre Lebensspanne übersteigt die eines Menschen und sogar die der Waldvölker um ein Vielfaches – Theorien zufolge sollen sie sogar älter sein als die Südlichen Lande oder die Götter selbst.

Wer einem Schattenmolg begegnen möchte, sollte sich am besten ins Nebelgebirge begeben, wo sich durch die Abwesenheit von Sonnenlicht ein besonders günstiges Klima bietet; die Wahrscheinlichkeit, einem solchen Wesen zu begegnen, hält sich jedoch in Grenzen. Sie gelten als sehr scheue Wesen, die sich lieber als dunkle Felswand tarnen, als sich einem Wanderer zu offenbaren; schafft man es allerdings trotzdem, die Freundschaft eines Schattenmolgs zu erringen, wie es die alten Geschichten manchmal erzählen, gewinnt man mit ihm einen treuen Gefährten, der einen vor allen Gefahren beschützt und dessen Loyalität ewig währt.

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Elenor Avelle: Die Zombie-Metamorphose #Fabelwesen

Fabelwesen im Nornennetz 

Der Zombi hat, wie jedes fantastische Wesen, einen Symbolcharakter. Er ist wie der letzte Funke Vernunft, der in der Masse untergeht. Wie unsere Sichtweise auf die Vernunft ist auch der Zombie wandelbar. Schon immer hatten politische Ereignisse Schnittmengen mit der Literatur und das macht den Wandel der Zombifigur im gesellschaftlichen Kontext sehr spannend.

War er zu Beginn noch ein gehorsamer, durch Magie heraufbeschworener Sklave, entwickelte er sich in den 60er Jahren zur verzehrenden, schleichenden Gefahr, die durch Krankheitserreger der menschlichen Kontrolle entzogen ist. Es ist die Zeit von Flower-Power, dem Vietnamkrieg, der Mondlandung, der ersten Großrechner und der Zündung der stärksten jemals gezündeten Wasserstoffbombe.

In wieweit hatte das zunehmende Gefühl des Kontrollverlustes über die technologisch wachsende Macht des Menschen Einfluss auf den Zombie als Symbolfigur? Im 21. Jhdt. wird der Zombie ein schneller und zielgerichteter Vertilger. Er passt sich der Geschwindigkeit der Veränderung in unserem gesellschaftlichen Leben scheinbar an. Er frisst grausamer, tötet effektiver und vernichtet in großem Stil.

Mit dem wachsenden Bewusstsein, was wir tun und wie wir unsere Umwelt gegen uns selbst als Zivilisation richten, bekommt der Zombie plötzlich wieder mehr Verstand in den Geschichten. Die grausame Masse wird wieder zum Individuum, das in die Zivilisation sogar zurückkehren kann.

Elenor Avelles Roman Infiziert: Geheime Sehnsucht bei Amazon

BlueSiren: Meerjungfrauen und Nixen #Fabelwesen

BlueSiren 2017

Fabelwesen im Nornennetz

Meerjungfrauen, Nixen – die mystischen Frauen, die in Teichen, Seen und im Meer wohnen und von der Hüfte abwärts einen Fischkörper mit Schuppen und Flossen haben. Meist dargestellt mit langen Haaren voller Seesterne, Muscheln und Seegras, kaum bekleidet, aber ebenso gefährlich wie betörend.

In manchen Geschichten retten sie Seefahrer aus der Not, manchmal sind eben die Meerjungfrauen aber genau dieses Unheil, indem sie unerfahrene oder willensschwache Seeleute in ihren Bann und letztlich hinab ins Meer ziehen. Japanischen Legenden zufolge wird man unsterblich, wenn man das Fleisch einer Meerjungfrau isst – aber vorher werden besonders hungrige Damen selbst versuchen, einen Menschen zu verspeisen.

Als Töchter Neptuns oder Poseidons wird ihnen ein Temperament so unberechenbar und wild wie das offene Meer nachgesagt. Sie sind oftmals in Gruppen unterwegs, kichern und tratschen. Im einen Moment tollen sie mit Delfinen durch die Wellen und wollen nichts Böses. Aber wenn sich der Himmel verdunkelt und ein Sturm aufzieht, so zeigen sie sich von ihrer garstigen Seite und reißen einen hinab in die Tiefe bis man – an ihre weiche Brust gedrückt – ertrinkt.

https://thebluesirenblog.wordpress.com

Kirana: Kodama #Fabelwesen

Kirana 2017

Fabelwesen im Nornennetz

Einst waren sie Götter, heute sind Kodama als putzige Waldgeister bekannt. Sie sind das Echo, das durch Wald und Berge hallt und der klagende Ruf eines fallenden Baumes.

Kodama sind entfernte Verwandte der griechischen Dryaden. In der japanischen Mythologie spielen sie seit über tausend Jahren eine Rolle. Japans ältestes bekanntes Buch, das Kojiki, erwähnt den Waldgott Kukunochi-no-kami. Er gilt als ein Vorläufer der Kodama. Doch die Legendenschmiede meinten es nicht gut mit ihnen. Sie degradierten sie im Laufe der Zeit immer mehr zu einfachen Waldgeistern.

Trotzdem sollte niemand die Macht der Kodama unterschätzen. Sie sind – wie die Natur, in der sie verwurzelt sind – weder gut noch böse. Wer sie mit Respekt behandelt, hat starke Schutzgeister an seiner Seite. Doch wer sie verärgert, wird mit schrecklichen Flüchen belegt.

“Kodama” bedeutet im Japanischen je nach Schreibweise Baumgeist, Baumseele oder Echo. Ihre Erscheinungsform ist nicht einheitlich überliefert. Mal sind sie unsichtbar, mal existieren sie in Baumgestalt. Für Waldarbeiter ist Letzteres besonders gefährlich, denn wer versehentlich einen Kodama fällt, den trifft der Fluch.

Außerhalb Japans sind Kodama vor allem als kleine weiße Wesen mit großen, rollenden Köpfen, schwarzen Augen und weit geöffneten Mündern bekannt. So werden sie in Hayao Miyazakis Anime “Prinzessin Mononoke” dargestellt. Kodama können aber auch menschliche Gestalt annehmen. Das tun sie besonders gerne in Liebesgeschichten. Denn die tragische Liebe zwischen übernatürlichen Wesen und Menschen ist auch in Japan seit Jahrhunderten ein beliebtes Motiv.

 

Quellen:

https://hyakumonogatari.com/2012/08/05/kodama-the-tree-spirit/
https://en.wikipedia.org/wiki/Kodama_(spirit)
Encyclopedia of Shinto  http://eos.kokugakuin.ac.jp/modules/xwords/

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Janna Ruth: Die Erschaffung der Naturgeister

EmmaN: Die singenden Lyv-Meister von Bram #Fabelwesen

Fabelwesen im Nornennetz

Die singenden Lyv-Meister von Bram sind ein Orden, der sich der Musik und ihrer Kunst verschrieben hat, alles zum Wohle der Menschen. Mittlerweile gibt es auch in anderen Orten Ordenshäuser, sie nennen sich aber überall „Die singenden Lyv-Meister von Bram“.

Der Orden steht nur Männern offen. Aufnahmebedingungen sind, dass die Anwärter erwachsen und frei sind und ein paar Töne singen können. Sie sind Pazifisten und Meister des waffenlosen Kampfes, den sie nur zur Verteidigungszwecken nutzen dürfen. Ihre Musiklehre umfasst neben Gesang und dem Beherrschen verschiedener Instrumente auch die Lehre von den Stimmungen des Menschen, die sie mittels Musik heilen bzw verändern können. Musik ist die einzige „Waffe“, die sie auch aktiv nutzen dürfen.

Die Lyv-Meister vertreten die Ansicht, dass jeder Mensch zu gewissen magischen Handlungen befähigt ist, und dass mittels der Musik diese Fähigkeit gefördert werden kann. Sie stehen damit in Widerspruch zu den Lehren der Heiler-Magier, die außerdem Musik als magisches Instrument ablehnen. Es gibt aber Gerüchte, die besagen, dass die Lyv-Meister sich einst von den Kriegsmagiern abgespalten haben, um dem Frieden zu dienen. 

Lyv-Meister treten selten alleine in Erscheinung, meist sind sie zu dritt oder zu fünft unterwegs, um ihre Musik besser darbringen zu können. Sie tragen dunkelgrüne Kutten mit hellen, gestrickten Sternen am Rücken, an denen man sie sofort erkennt. Ihre Kunst dürfen sie nicht für Geld erbringen, wohl aber für Kost, Logis oder andere Dinge, die sie benötigen. Sie tragen mit ihren Balladen auch zum Nachrichtenaustausch über Land bei. Sexuelle Beziehungen sind nur zwischen Männern erlaubt. Frauen gelten als unrein bzw als intellektuell nicht ebenbürtig, da Frauen ihrer körperlichen Beschaffenheit wegen leicht abgelenkt werden können. 

 TUNOR (Arbeitstitel)

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